
In den Händen halte ich heute das brandneue ZEITmagazin von morgen und möchte es euch dringend ans Herz legen: Es ist das erste Mal seit fast zehn Jahren, dass Modefotograf Juergen Teller eine Modestrecke für ein deutsches Magazin produziert hat. Seine Bilder mit dem Ausnahmemodel Andrej Pejic nehmen daher auch beinahe jede Seite des Magazins ein und für mich ist es das erste Mal seit ewig langer Zeit, nicht von den nicht enden wollenden Editorials gelangweilt zu sein.
Im Gegenteil: Die Farbzusammenstellungen der Bilder sind Blickfang genug, hinzu kommen die skurrilen Hintergründe wie ein Massagesalon und natürlich Andrej Pejics Gesicht, in dem sich kein männlicher Zug entdecken lässt. Das Besondere an dem serbischen und in Australien aufgewachsenen Model ist, dass man ihn ohne viel zu überlegen für eine Frau halten würde. Die Grenzen zwischen Mann und Frau verschwimmen, was Pejic auch auf dem New Yorker Laufsteg derzeit zu einem der gefragtesten Models macht.
Tillmann Prüfer glaubt in diesem Zusammenhang an eine nächste sexuelle Revolution: "Nach den androgynen Looks der 90er wird (die Mode) jetzt vollends geschlechtslos." Das ZEITmagazin bietet nicht nur ein Interview mit Andrej, in dem er über seine Kindheit oder die Akzeptanz anderer spricht. "Als Frau bin ich sinnlich und sexy. Als Mann bin ich eher - schlicht", sagt der 19-jährige und möchte noch nicht verraten, für welches Geschlecht er sich entscheiden würde, sollte er jemals vor die Wahl gestellt werden. Auch der Text über die neue Rollenverteilung in der Mode regt zum Nachdenken an, hinzu kommt ein Teller-Portrait von Fabrice Paineau ("double Magazine").
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