Gestern erschien das neue Zara-Lookbook für das anstehende Frühjahr und die augescheinlichen "Inspirationen" sind nicht zu übersehen: Chloé, Céline, ein wenig Isabel Marant und Jil Sander - und fertig ist der Look. Ja, bei Zara gibt es quasi die 1:1-Kopie vom Laufsteg für kleines Geld und ja, das ist nun wirklich nichts Neues. Angesichts des nicht vorhandenen Copyright-Schutzes in der Modebranche übrigens nicht einmal verwerflich. Und doch kommt meine jahrelange Einstellung "da sehe ich einfach drüber hinweg und kaufe" langsam zu einem Ende.
Bei einem Vortrag namens "Made in Sweden" im Rahmen der Stockholmer Modewoche sprach neben der Ministerin für Handel auch Ingrid Giertz-Mårtensson, CEO von Swedish Vision, über den Stellenwert von H&M für das Land und brachte nur lobende Worte über die Lippen - der Großteil des Designernachwuchses würde bei Hennes & Mauritz lernen und eine umfangreiche Ausbildung erhalten.
Auf die Frage, wie es denn mit dem Kopieren ausschaue, erklärte Mårtensson vehement, dass es sich keineswegs um exakte Kopien handele, sondern man sich vielmehr inspirieren lasse von Kollektionen und allen modisch relevanten Strömungen. "Es gibt doch heutzutage niemanden mehr, der sich nicht von seiner Außenwelt beeinflussen lässt", konterte sie und im Unrecht ist sie nicht. Der schwarze Peter ist angesichts des schamlosen Abkupferns tatsächlich mehr Zara zuzuschieben, die sich für keine Kopie zu schade sind. So groß auch die Versuchung ist, bei Zara den Laufsteg-Look zu ergattern: Ich bleibe standhaft. Inspirieren ja, direkt kopieren nein.