
Langsam aber sicher sind die Bilder im Netz überall zu sehen, ich möchte trotzdem noch mal ein paar Gedanken zur Kollektion von Rodarte für das amerikanische Kaufhaus Target in den Raum werfen. Um eine breitere Zielgruppe zu erreichen und einen Markennamen noch besser zu etablieren, haben schon so manche grosse Designer mit der Kette kollaboriert, zuletzt beispielsweise Anna Sui. Der Schritt in eine derartige Richtung bringt aber auch viele Fragen mit sich: Wann kann ein solches Experiment gewagt werden, wie verändert es das Image eines (Jung-)Designers, ist Mainstream der Erfolgsgarant für ein Label oder welche Kette passt eigentlich zu wem.
Hätte man mich gefragt, ob Rodarte, die begabten autodidaktischen Mulleavy-Schwestern, die in kürzester Zeit zu den gefeiertsten Designerinnen aufgestiegen sind, jemals mit einer Billigkette arbeiten würden, so hätte ich doch energisch mit dem Kopf geschüttelt und auf das Phänomen ihrer Einzigartigkeit verwiesen. Nun konnte auch der hoch dotierte Swiss Textile Award nicht davon abhalten, Rodarte massentauglich zu machen. Verständlich ist es dann aber doch: Kleider im Wert von 3.000 Euro gehen sicher nicht so problemlos über die Ladentheke. Die bis zu 80 Dollar kostenden Target-Designs hingegen schon. Insofern ein nachvollziehbarer Schritt, der den Markennamen in weitere Teile des Landes transportieren wird.
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