
Eigentlich darf man sowas ja gar nicht öffentlich sagen: Ich habe X-Factor gern geschaut und mich riesig für Edita Abdieski gefreut, die gerade eben die erste deutsche Staffel gewonnen und damit bewiesen hat, dass Casting-Shows nicht ausschliesslich Müll hervorbringen (der Siegersong ist allerdings eine andere Kiste). Und weil es immer heisst, dass das Gesamtpaket stimmen muss, ist der modische Faktor nicht ganz unwesentlich - in Editas Fall muss die Stylistin gelobt werden, die geschmackvolle und ab und an aneckende Looks kreiert hat.
Dass mein Geschmack ganz gern mal mit der Allgemeinheit kollidiert, zeigt aber auch dieser Fall. Ich klickte mich während des Finales durch Twitter und las über Editas obenstehenden Look (weisses Kleid à la Lanvin, schwarze Leder-Overknees sowie Lederhandschuhe und ein absoluter Eyecatcher) folgende Stichpunkte: "Shaun das Schaaf, Teletubbies, Airbags an den Schultern, Stylist gehört gefeuert, abartig hässlich, wieso ziehen sie sie immer so schlecht an, Vox hat wohl keine grösseren Puffärmel im Angebot, was ist der Kostümbildner von Beruf...". Da bin ich einmal froh, dass uns in ähnlichen Formaten nicht der übliche stillose Kram entgegengeworfen wird, schon kann die Mehrheit nichts damit anfangen. Ich freue mich jedenfalls, demnächst vielleicht einen Hingucker mehr auf den deutschen roten Teppichen zu finden.