
Hach, Rodarte. Dass die Schwestern ein unübersehbar grosses Designtalent besitzen, ist ja nun wirklich kein Geheimnis mehr. Ihre gestern in New York gezeigten Winterentwürfe lassen mich dann aber doch ein wenig rätseln. Zum einen wäre da die frühlingshafte Frische in ihren blumigen Entwürfen, die doch eher zum Sommer passen würde. Zum anderen das wilde Patchworking, das all ihre Fähigkeiten in nur einem Look bündelten: die altbekannten Spinnennetze, Vintage-Spitze, gewebte Wolle, Seide, Chiffon, dazwischen verzierte Strumpfhosen, wilde Drapierungen, Poncho-Fransen und der unübersehbar mexikanische Einfluß, der sich in den Mustern der Röcke und Kleider widerspiegelte. Bei mir resultiert beim Anblick eine leichte Reizüberflutung, die die Schönheit der individuellen Kreationen ein wenig dimmt.
Inspiriert wurden Kate und Laura Mulleavy von einer Fahrt von El Paso nach Texas, nach dem sich die beiden tiefer mit den mexikanischen Wurzeln auseinandersetzten, berichtet Nicole Phelps. Speziell geht es um die Grenzstadt Ciudad Juárez; die verträumten Landschaften sowie die dort mitten in der Nacht arbeitenden Angestellten der Firma Maquiladora. Von alleine wäre ich sicher nicht drauf gekommen, aber das führte die Schwestern zu dem vorrangigen Thema Schlafwandeln...
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