
Kostas Murkudis hat mit seiner Offsite-Show gestern Abend die Meßlatte hochgelegt: In Zusammenarbeit mit dem Künstler Carsten Nicolai präsentierte er eine starke, extrem avantagrdistische Lichtinstallation und Modenschau in einer alten Lagerhalle gleich neben dem alten Tagesspiegel-Gebäude auf der Potsdamer Straße. Zu lauter elektronisch dröhnender Musik liefen die Models (sein Lieblingsmodel Luca Gajdus, die jedes Lookbook ziert, eröffnete) den dunklen Laufsteg entlang, stellten sich vor die grosse weisse Wand und wurden erst dann beleuchtet. Aus der Entfernung ließ das nur einen kurzen Blick auf die Details zu, aber backstage sahen wir immerhin das weiße Augen-Make-Up und im Schatten ließen sich die Silhouetten gut erkennen.
Murkudis spielt in seiner Sommerkollektion für 2012, die er eigentlich nie im Rahmen der Modewoche präsentiert, viel mit Länge und schickt zuerst wahnsinnig toll drapierte Kleider über den Laufsteg. Vorne kurz hinten lang, Fransen, Cut-Outs, Im zweiten Teil wird es dann tragbarer, ein Ensemble in Rosa findet genauso selbstverständlich Platz wie das schwaze Cocktailkleid mit zurückhaltend angebrachten Fransen. Zum Ende hin zeigt er bunt bedruckte Kleider, dann zum Beispiel einen roten Mantel zu silberfarbener Hose und ich frage mich, wieviele Looks Murkudis kreiert hat? Die Show lief bestimmt schon 20 Minuten, aber wer will sich schon über zu viele Entwürfe beschweren.
Was mir sofort auffällt: Nicht nur die Mode ist auf hohem internationalen Niveau, auch die Show hätte locker in den Milk Studios in New York oder in Paris stattfinden können. Mehr davon!
zum Artikel