
Einmal im Jahr lädt die Royal Academy in Antwerpen zur großen Graduate Fashion Show ein, die in einem riesigen Hangar mit übergroßem runden Laufsteg stattfindet. Es ist die "längste Modenschau der Welt", rund vier Stunden präsentieren alle vier Semester ihre Entwürfe in einer sehr professionell angelegten Show. Die Tickets kosten dreißig Euro, locken aber auch rund 6000 Zuschauer an drei Abenden an. Nicht umsonst geniesst die Schule einen ausgezeichneten Ruf: Martin Margiela oder Dries van Noten waren Studenten in Antwerpen und jedes Jahr gehen neue Talente hervor. Dementsprechend hoch sind die Aufnahmekriterien, genau wie die horrenden Studienkosten.
Bereits nach den Minikollektionen der Zweit- und Drittsemester fragte ich mich, wie die Absolventen das Gebotene wohl toppen würden. Erstaunlicherweise konnten nur wenige daran anknüpfen, wie etwa die vorgestellte Irina Shaposhnikova. Eine der Erklärungen dafür könnte sein, dass im Jahr zuvor so wahnsinnig auf das Bestehen der Prüfungen für das letzte Studienjahr gepocht wird, dass im finalen Jahr der hohe Druck abfällt. Knapp die Hälfte der Studenten schafft den Schritt vom dritten ins vierte Semester regelmäßig nicht. Los geht es nun aber erst einmal mit dem ersten Bachelorjahr.
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