Givenchy Haute Couture
Obwohl Ricardo Tisci seine Haute-Couture-Entwürfe für Givenchy nicht mehr in einer Laufstegpräsentation zeigt, bin ich doch froh, dass wir die Bilder der zehn herausragenden Kreationen zu Gesicht bekommen.
Obwohl Ricardo Tisci seine Haute-Couture-Entwürfe für Givenchy nicht mehr in einer Laufstegpräsentation zeigt, bin ich doch froh, dass wir die Bilder der zehn herausragenden Kreationen zu Gesicht bekommen.
Zwei Kollektionen im Jahr, Cruise und Resort Collections, Prefall, Zweitlinien... wer behält denn da noch den Überblick? Und wieso kann der Markt offensichtlich nicht gesättigt werden? Weil sich die Erscheinungsdaten der Kollektionen verschiedener Designer noch dazu über ein bis zwei Monate ziehen, gibt es quasi keinen einzigen Tag mehr im Jahr, an dem keine neuen Lookbooks erscheinen.
Zugegebenermaßen fühle ich mich leicht überfordert (denn man möchte die Lage ja gern bestens informiert überblicken) und stieß gestern einen langen Seufzer aus, als Céline, Givenchy, Lanvin und Alexander Wang kurz nacheinander ihre Prefall-Entwürfe veröffentlicht haben. Gegen Abend war ich dann aber aufnahmebereit und im Nachhinein froh, alles angesehen zu haben - da sind nämlich ganz schön spannende und inspirierende Teile dabei. Wie Herr Wang so schön sagte: "Ich gebe den Einkäufern Brot und Butter - das Dessert erst später."
In den vergangenen Tagen wurden allerhand Werbekampagnen der grossen Modehäuser veröffentlicht und das Rätselraten um die gefragtesten Gesichter der Saison hat somit ein Ende.
Karlie Kloss ist zum dritten Mal in Folge das Gesicht von Christian Dior, genau wie Anja Rubik für Fendi. Elisa Sednaoui vertritt Armani und Iselin Steiro wurde neben Malgosia Bela für Chloé gebucht. Constance Jablonski räkelt sich für Bally auf der Wiese, Daphne Groeneveld und Mariacarla Boscono machen bei Givenchy eine gute Figur und mein Favorit ist Karolina Kurkova für Bottega Veneta fotografiert von Alex Prager. Hugo Boss hat diesmal Abbey Lee Kershaw verpflichtet und Julia Saner ist eines der Gesichter von Valentino!
Es folgt: der Rundumschlag in Form von Bildern.
Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Designertaschen, aber dank einer schönen Gutschrift konnte ich mich dem Charme der Givenchy "Buggatti"-Ledertasche in Dunkelgrau nicht länger entziehen. Was soll ich sagen: Es war Liebe auf den ersten Blick.
Die Vogue Paris zwitscherte heute Morgen via Twitpic das Cover der Novemberausgabe, das Natasha Poly als Squaw zeigt: Blaues Augen-Make-Up, Federn in den Haaren und mit üppiger Zopffrisur bestückt verkündet sie "Love and Peace".
Die Frisur kam mir sogleich verdächtig bekannt vor: Genauso sah Natasha doch bei der Show von Givenchy aus, nur trug sie dort dunklen Lippenstift. Ob sich Carine die Kosten für ein aufwändiges Shooting gespart und Natasha gleich nach der Modenschau abgelichtet hat? Ein eindeutiges Indiz könnte sein, dass auf beiden Bildern die Augenbrauen hell gefärbt sind...
Irgendwie war das Glück gesten Abend vor der Show von Givenchy nicht auf unserer Seite: Ticketlose kommen bei allen Schauen eigentlich immer noch rein und als wir es dann auch mal probieren wollten, war die Security plötzlich streng. Während die Show also ohne uns losging, fing es wie aus Eimern an zu giessen und Justin Timberlake bekamen wir auch nicht zu Gesicht.
Bei Julia Restoin-Roitfeld wollte später mein Blitz nicht funktionieren und als Lily Allen genau auf mich zu kam, bekam ich die Kamera eines Fotografen gegen die Stirn geknallt. Immerhin ist obenstehendes Tropfenbild entstanden.
Bedeutet: Ich bin wahrlich nicht geeignet für den Paparazzo-Job.
Das finde ich nun wirklich schade: Riccardo Tisci verkündete heute gegenüber wwd, dass er für Givenchy keine Couture-Schauen mehr ausrichten wird. Seine Argumente sind verständlich: "I want to make couture even more special than it is, and not just another catwalk show. (...) People can really experience the couture moment: See it, touch it." Die Abnehmer für die extravaganten Entwürfe sind ohnehin nur ein sehr kleiner Kreis; wieso dann also viel Geld für eine Show hinblättern. Schade, wenn man da an die Wahnsinnsentwürfe aus dem letzten Jahr zurück denkt. Ganz werden uns die Designs aber sicher nicht entgehen: Die Presse sowie Kunden werden am 6. Juli zu privaten Terminen eingeladen.
Ein weiterer Beitrag von Gastbloggerin Karen Schumann - in den nächsten Wochen regelmäßig bei LesMads.
Die ersten Bilder der Werbekampagnen für den kommenden Herbst 2010 hinterlassen uns noch ein wenig ratlos, wie der modische Gefühlshaushalt wohl letzten Endes beschaffen sein wird: Während Givenchy mit starken Kontrasten eine kühle Stimmung inszeniert und die Jungs nur zugucken dürfen, ist bei Chanel der harmonische Partnerlook angesagt. Eine Beziehungskiste scheint es aber auf alle Fälle zu werden...
Für Givenchy standen Simon Nessman, Catherine McNeil, Mariacarla Boscono, Ming Xi, Malgosia Bela und Jonathan Marquez gemeinsam vor der Kamera, für Chanel Baptiste Giabiconi und Mirte Maas.
//Karen
Der Leoprint ist nicht tot zu kriegen, beweist Ricardo Tisci gerade wieder mit seiner Resortkollektion für 2011 bei Givenchy. Verantwortlich für die mit folklorischen Elementen gespickten Kleider ist Frida Kahlo - ich wette, im kommenden Herbst werden noch einige Designer auf mexikanische Einflüsse setzen. Mir solls nur Recht sein (Bilder wwd)!
Einen Anlaß zum Feiern gibt es glücklicherweise immer und wenn es nicht die Vernissage zur Ausstellung sein kann, dann eben das Closing. Die serbische Performance-Künstlerin Marina Abramović zeigte in den vergangenen beiden Monaten die Ausstellung "The Artist Is Present" im MoMa, deren Ende nun mit Ricardo Tisci und Givenchy in New York zelebriert wurde.
Zur Party erschienen die weiblichen Gäste selbstredend in Givenchy, doch das scheint nicht immer auch ein Garant für Stilsicherheit zu sein... Björk kam unvorteilhaft als verkleidete Rocherkugel, Model Joan Smalls nahm es mit der Transparenz ihres Kleides ein wenig zu genau und präsentierte unter dem weissen Stoff ihr Unterhöschen und Mariacarla Boscono erschien im BH-Kleid, das, bei aller Liebe, auch ein Supermodel nicht auf einem abendlichen Event tragen kann...
Als grosser Fan von "Little Britain" kann ich Lara Stones Wahl gut nachvollziehen: Das Topmodel schnappte sich letztes Jahr den britischen Komiker und Hauptdarsteller der Serie David Walliams und heiratete ihn am Wochenende in London. Die Zeremonie, anschliessende Feier, Gästeliste und Ausstattung kann detaillert auf Metro und Daily Mail nachgelesen werden. Was jedoch am spannendsten ist: Das Brautkleid hat Ricardo Tisci von Givenchy angefertigt - für rund 40.000 Euro. Auf der anschliessenden Feier trug Lara ein kurzes Rocherkugelkleid, das ebenso stark nach Givenchy Haute Couture ausschaut. Ich habe mir nun vorgenommen: Es wird erst geheiratet, wenn Herr Tisci sich kostenlos als Designer für mein Brautkleid zur Verfügung stellt...
Endlich geht es los mit den Werbekampagnen für die Winterkollektionen 2010 und Riccardo Tisci macht mit Givenchy den Anfang. Die von Mert Alas and Marcus Piggott in einem Pariser Studio geschossenen Bilder sind simple Gruppenbilder mit Fokus auf der Kleidung, strahlen aber eine starke Bildsprache aus. Das mag zum einen an der Signalfarbe Rot und den gefärbten Haaren liegen, zum anderen an der Spannung unter den Protagonisten.
Neben Givenchy-Muse Mariacarla Boscono, Malgosia Bela (pinke Haare) oder Catherine McNeal zeigt Tisci erstmals transexuelle Models - in diesem Fall seine langjähirge Assistentin Lea. T, die mal Leo hiess und in der Vergangenheit Fittingmodel für seine eigene Linie war. Das hängt damit zusammen, dass er neuerdings Männerentwürfe in seine Frauenkollektion einstreut.
Obwohl wir uns bereits im letzten Jahr am Ende des Nietentrends befanden, zauberte Ricardo Tisci für Givenchy Haute Couture noch schnell eines der begehrenswertesten Accessoires der Erscheinung: den mit Spikes besetzten Haarreifen.
Beim Durchstöbern von Etsy fand ich eine nachgemachte Version bei Rack and Ruin, die in verschiedenen Ausführungen gar nicht mal so schlecht ist. Tragen würde ich die Reifen (abgesehen vom Original) trotzdem nicht mehr - merkwürdig, wie schnell sowas doch gehen kann.
Die amerikanischen Pop-Königinnen sind mittlerweile allesamt zu high-fashion-Liebhaberinnen geworden und zeigen auf den roten Teppichen, welchem Designer sie derzeit zu Füßen liegen. Bei den Grammys gestern Abend in Los Angeles gab es aber leider nicht so viel zu bestaunen, wie anfangs erhofft. Im Gegenteil schmissen sich die Hälfte der Ladies in goldig glitzernde Rocherkugeln, Britney Spears vergass den Rock, Beyonce hatte wohl zu viele Cleopatra-Filme gesehen und Paris Hilton sollte nie wieder einen Teppich betreten - zum Wohle unserer Augen. Eine Übericht aller Looks gibt es hier und bei Mahalo Fashion.
Daher schnell zu den stilsicheren Damen: Ciara ist neuerdings Ricardo Tiscis Muse und kann sich in seinen Entwürfen für Givenchy wahrlich blicken lassen. Lady Gaga erschien, wie passend, wie von einem anderen Planeten in einer eigens angefertigten Robe von Armani Privé und Rihanna kam brav in Elie Saab.
Ganz anders als im letzten Jahr stieg Ricardo Tisci vom opluenten Beduinen-Look auf tiefschwarze smoky eyes und eine wild durchgewürfelte Haute-Couture-Kollektion um. Den letzten Part bestimmten die 80er-Jahre mit Glitzer, dunkelgrünen und blauen Anzügen mit penetrantem Paillettenmuster wie aus dem Vintageshop um die Ecke, dazu gab es lilafarbene Rüschenbällchen, Flip-Flop-Plateaus (herrje...) und Farben, die man eigentlich nie wiedersehen wollte.
Da wirkten die untergestreuten tiefblauen Kleider mit feinster Spitze und transparenten Umhängen wesentlich graziler, genau wie wunderschön geschwungene Rüschen an cremefarbenen Tops. Gelungen weil witzig finde ich persönlich die Lampenschirme auf dem Kopf. Wäre ich ein Hollywood-Sternchen, so würde ich mir eine schwarze Robe für die Oscars aussuchen, da wahre Designkunst auf exquisiten Geschmack trifft. Bei den restlichen Exemplaren bin ich noch nicht ganz überzeugt - wo hört Ready-to-wear auf, wo fängt Haute Couture an?
Das Warten auf den zweiten Schub Pre-Fall-Kollektionen hat sich gelohnt: Balenciaga, Celine, Givenchy und Proenza Schouler belohnen mit kreativen Looks, die bei den sogenannten "Zwischenkollektionen" sonst stets auf der Strecke bleiben. Wir haben die Highlights im Überblick zusammengestellt.
Es geht also wieder rund im Karrussell der Kampagnen. Heute lässt Bally die Katze aus dem Sack und geht mit Christy Turlington fotografiert von Raymond Meier auf Nummer Sicher, um edle Lederwaren in warmen Ockertönen zu präsentieren. Ich erinnere mich jedes Mal daran, dass es sich bei Schuhen zeitweise lohnt, ein paar Euro mehr auszugeben (z.B. wenn ich in meinen schwarzen Pumps aus Lack festliche Abende überlebe) und hoffe mal, dass diese Wunderwirkung auch in den leider nicht ganz so schönen und oben zu sehenden Schuhen hier zum Tragen kommt.
Oder gefällt euch doch die neue Kampagne von Givenchy besser? Stimmt ab, nachdem ihr alle Motive gesehen habt!
Bei keiner Show hätte ich so gerne eine Einladung gehabt wie bei Givenchy, um Riccardo Tiscis Visionen für den Sommer zu betrachten und allein um eine dieser legendären Einladungen zu besitzen, die in der Form von Masken gedruckt wurden. Jetzt wissen wir längst wie die Show ausgesehen hat und ergänzen diesen Eindruck mit den Streetstyles.
Der Abwechslung halber heute in Videoform. Einen Klick weiter könnt ihr schauen, ob ihr Gareth Pugh oder Patrick Demarchelier unter den heranlaufenden Zuschauern erkennt.
Ohne müde zu werden galt meine abendliche Beschäftigung gestern dem ununterbrochenen Refresh drücken, ob im Fashion-Spot-Forum Updates zur kurz davor über die Bühne gegangenen Givenchy-Show hochgeladen wurden. Kaum ein Designer begeistert mich so sehr wie Riccardo Tisci und nach der phänomenalen Haute Couture im Hochsommer waren die Erwartungen wie nie zuvor. Aber diese Selbstverständlichkeit, dass da noch Grösseres kommen könnte, hätte ich besser nicht an den Tag legen sollen. Bereits die ersten Bilder riefen bei mir die Assoziation zu den Leggings und Prints von Viktor & Rolf im Sommer 2009 wach und auch die wenig erfrischend wirkenden Conehead-Hüte gab es doch schon. Und vorteilhaft waren die nun wirklich nie.
Dann kam neben dem omnipräsenten graphischen Muster (die Inspiration war wohl romanische Coutoure aus den 60er Jahren) ein wunderschönes, aus Tüll geformtes Rüschenkleid an Natasha Poly und ich schien versöhnt. Auch die Haremhosen und A-Linienförmigen Oberteile könnten zu wahren Klassikern in Tiscis Kollektionen aufsteigem. Keine Frage, hier ist ein Meister seiner Klasse am Werke, doch hundertprozentig warm will ich mit seinen Entwürfen einfach nicht werden.