Fashion Week Berlin bleibt vorerst am Bebelplatz
Welcher Stellenwert der Mode hierzulande zugeteilt wird, musste die Berliner Modewoche im vergangenen Januar am eigenen Leib erfahren: SPD-Mann Ralf Hillenberg, Chef des Petitionsausschusses im Abgeordnetenhaus sagte: "So eine Halligalli-Veranstaltung hat nichts auf einem Platz verloren."
Der Hintergrund: Der Bebelplatz war 1933 der Schauplatz der Bücherverbrennungen der Nazis. Das daran erinnernde Mahnmal des israelischen Künstlers Micha Ullman liegt unter den Fashion-Week-Zelten, Politiker forderten Anfang des Jahres aber, in Zukunft keine "nichtkulturellen Veranstaltungen" mehr dort auszutragen. Am Mittwoch dann sprach sich das Abgeordnetenhauses endgültig gegen den Bebelplatz als Standort aus - weil auf die Schnelle aber keine Ausweichmöglichkeit gefunden werden konnte, dürfen die Zelte im Juli voraussichtlich ein letztes Mal über dem Mahnmal (dieses bleibt aber weiterhin zugänglich) aufgebaut werden. Als Alternativstandorte für die Modemesse sind nach Angaben des Ausschusses der Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof, der für die Veranstalter aber wohl nicht in Frage kommt, sowie die Straße des 17. Juni vorgesehen - in angemessenem Abstand zum Brandenburger Tor.
"Für kulturelle Veranstaltungen sei der Platz geeignet, für kommerzielle jedoch nicht," betonte der Vorsitzende nochmals. Weihnachtsmarkt und Modewoche stehen sich damit näher als nie zuvor - wie soll jemals eine steigende Akzeptanz gegenüber Mode entstehen, wenn diese in Deutschland noch immer nicht als Kulturgut betrachtet wird?!
































