Der erste Eindruck zählt: generell im Leben und speziell in der Mode. Es passiert des öfteren, dass die Impressionen einer Kollektion tiefe Wurzeln in unserem Kopf schlagen, ohne dass wir jedoch fähig wären, eine Antwort auf die Frage "Warum?" zu geben. Ich denke nicht, dass es allzu übertrieben wäre zu behaupten, dass eine ästhetische Erfahrung das Potential hat fast schon irritierend komplex oder gar verstörend zu sein. Man denke dabei nur an all jene Momente, in denen man nicht mal fähig gewesen wäre zu sagen, ob man das, was man soeben gesehen hat, wirklich gemocht hat oder nicht.
Dies macht es verständlich, warum einige Moderedakteure vorsichtig sind wenn es darum geht, auf Kommunikationsplattformen wie Twitter zurückzugreifen, um die Kollektion gleich nach oder sogar schon während ihrer Präsentation zu kommentieren oder zu kritisieren. Der Grund für eine solche Zurückhaltung sollte nicht sofort als Angst vor Veränderung ausgelegt werden, die mit dem relativ neuen Medium Internet einhergeht.
Ein viel wahrscheinlicher Grund für diese Zurückhaltung könnte der folgende sein: Es braucht Zeit, um eine ästhetische Erfahrung zu verarbeiten. Zeit jedoch ist ein seltenes Gut in den heutigen Kommunikationsgewohnheiten.
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