Dass Karl Lagerfeld am Montag bei Chanel Haute Couture über den Laufsteg schickte, war auf den ersten Blick nicht wirklich zu erkennen. Jeans? Zu den üblichen Tweed-Blazern und Ballerinas? Der Teufel lag natürlich im Detail, benutzt wurden "mehr als zehn Millionen Perlen, Kristalle, Pailletten". Dennoch ging Alfons Kaiser von der FAZ dieser neuheitlichen Erscheinung im Interview mit Kommandeur Karl auf den Grund. Dieser antwortete:
Der Alltag braucht die Opulenz ja nicht so. Opulenz, die dem Zeitgeist nicht entspricht, ist für mich unnötig. Die Kollektion sollte die Attitüde junger Frauen von heute haben, aber eben immer noch Couture sein. (...) Die Kundinnen, die unsere teuren handbestickten Jacken kaufen, tragen die oft mit Jeans. Heute gehört das dazu. Jeans und T-Shirt sind die Basis der Garderobe, daher musste ich die anders interpretieren und neu mischen.
Und dass die Models flache Schuhe tragen, hat euch einen Grund:
Ich hatte es satt, die Mädchen wie Eiffeltürme auf diesen Chopines von 15 bis 20 Zentimetern zu sehen. Die konnten ja nicht mehr anständig laufen. Das sah ja aus, als ob sie körperlich behindert wären.
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