
Unsere erste Reise nach Israel ist aufregend und so ganz und gar nicht mit Trips in die bisher gesehenen Metropolen dieser Welt zu vergleichen. Im Hinterkopf hat man die schwierige politische Situation, den Gaza-Streifen, Auseinandersetzungen und Kriege. Tel Aviv hingegen wird in den Medien als jung, aufgeschlossen und Party-wild verschrien, womit es den Gegenpol darstellt. Besonders spannend ist es daher, sich mit den Einheimischen auszutauschen - wie nehmen sie ihre eigene Kultur wahr, lässt sich der Eindruck, den wir Europäer von Israel haben, bestätigen?
Während der eine sagt, dass Religion und Politik keine Rolle spiele, fügt der andere aber doch hinzu, dass sich auch die jungen Menschen bewusst sind, unter welchen schwierigen Voraussetzungen sie aufwachsen. Daher ist es beispielsweise üblich, dass jeder Bürger den Wehrdienst antritt; Frauen müssen sich zwei Jahre verpflichten, Männer drei.
Im Restaurant bestellen wir Weißwein, der ausdrücklich als "nicht koscher" ausgewiesen wird. Religion wird in Tel Aviv zwar längst nicht mehr so gelebt wie noch in Jerusalem. Nach unserer Ankunft im Hotel liefen wir am Nachmittag gleich gen Dizengoff, eine der Einkaufsmeilen. Der erwartete Trubel stellte sich aber erst einmal nicht ein: Die Straßen waren menschenleer und die Geschäfte hatten geschlossen - von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Samstag Abend ist Sabbat und damit Feiertag, während der Sonntag in Israel quasi unser Montag und damit Wochenanfang ist.
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