
Im letzten Monat war ich zum ersten Mal morgens um zehn Uhr im Kino und das fühlte sich so merkwürdig an, dass ich den ganzen Tag verwirrt war. Gelohnt hat sich die Pressevorführung von "Somewhere" aber allemal: Der neue Film von Sofia Coppola ist unheimlich sehenswert und hat völlig zurecht den "Goldenen Löwen" in Venedig gewonnen.
Der Film handelt von einem erfolgsverwöhnten Hollywood-Star, der privat völlig verloren scheint: Er wohnt im Hotel, schmeisst jeden Tag Parties, schleppt eine Frau nach der anderen ab und verzichtet dabei natürlich nicht auf Rauschmittel. Erst als seine Tochter für ein paar Tage bei ihm leben muss, scheint er durch ihre Leichtigkeit und stellenweise erwachsene Art die Lust am Leben zurückzugewinnen. Die Geschichte ist eines sicher nicht: neuartig. Dennoch schafft es Coppola, das Thema anders anzufassen und umzusetzen. Die Stimmung des Films ist ruhig, gesprochen wird nicht viel und "alltägliche" Situationen wie die Privattänze von Stripperinnen erhalten eine ungewohnt hohe Aufmerksamkeit.
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