Obdachlose und Nacktschnecken auf dem Laufsteg waren Patrick Mohrs Schocker der letzten beiden Modewochen, womit er die Aufmerksamkeit seiner Liebhaber und Kritiker zu hundert Prozent auf sich ziehen konnte. Dementsprechend viel erwarteten wir heute von dem Münchener Designer, der sich für seine Sommerkollektion 2011 natürlich wieder ein besonderes Schmankerl ausgedacht hatte: Die Models bekamen Glatzen und angeklebte fusselige Bärte ins Gesicht, um jegliche Ästhetik zu verhindern. Im Januar war es noch Mohrs Anspielung auf Geschlechtslosigkeit, diesmal wurde zum Ende ein skelettähnliches Mädchen mit Silikonbrüsten neben dem schwarzen Albinomodel Shaun Ross lediglich in Boxershorts bekleidet über den Laufsteg geschickt.
Ich bin gespannt auf die ausformulierte Intention von Mohr, die stets skandalträchtig aber gleichzeitig durchdacht ist. Verzichtet hat er diesmal auf die völlig untragbaren Show-Pieces und dafür eine solide Kollektion abgeliefert, die sich um seine Jeans und Lagenlooks vorwiegend in Pastelltönen gepaart mit einem kräftigen Rot drehten. Lässt man einige knallige Sportswear-Entwürfe und lumpenartige Überwürfe für die Männer außer Acht, so wird endlich das Handwerk sichtbar, das Mohr unter Anderem bei Henrik Vibskov erlernte und eben auch beherrscht.
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