Paris FW: Maison Martin Margiela Winter 2010
Nachdem im letzten Jahr bekannt wurde, dass der Designer Martin Margiela sein eigenes Label verlassen hat, liess die Faszination um das Haus, das durch die Identitätslosigkeit und das beständige Genie Margielas seit zwanzig Jahren bestehen konnte, merkwürdigerweise ein klein wenig nach. Bei unserem Besuch in den Hallen von Margiela im Januar wurde aber oft betont, wie wichtig ihm die Arbeit im Team war und er stets mehr Teil des Prozesses sein wollte, als die Oberhand zu übernehmen. Nach seinem Rücktritt ist nun sein ehemaliger erster Assistent hauptverantwortlich, um die Stärken des Designteams zu vereinen.
Gestern wurden alle Kräfte gebündelt und knüpften an das an, was in der Vergangenheit so begeisterte: Die Mischung aus völlig untragbaren aber künstlerischen Stücken (die immensen Fellmützen, die sich wohl nur für Editorials eignen) und over-the-top-Designs, die klassisch, aber mit neuartigem Ansatz entstanden sind. So wurde geschlitzt, was das Zeug hielt. Insbesondere die Rückseite des Beins wurde freigelegt, Marlene-Hosen erhielten "Stehkragen", als seien sie im Hüftbereich zu gross. Zu Statement-Schmuckstücken schneiderte die Maison Ufo-Mäntel, Strickschals und transparente Lagenlooks in einer langen schlanken Silhouette. Rot ist wohl offiziell zurück, gepaart mit Beige, Schwarz, Grau und viel Fell.
























