
Meine erste Show von Louis Vuitton verlief hektischer als geplant - zehn Minuten vor offiziellem Beginn erreichte ich das Carree du Louvre, in dem extra für Vuitton ein Zelt aufgebaut wurde. Drinnen waren die Ränge bereits bis auf den letzten Platz gefüllt, der schwarze Marmorlaufstegboden funkelte und am Anfang thronten drei ausgestopfte (echt oder unecht konnte ich schlecht sagen) Tiger.
Während ich mir den Weg durch unzählige Fotografen zu meinem Platz bahnte, ging plötzlich die Musik los und das erste Model stolzierte über den Catwalk. Völlig irritiert lief ich bis ans Ende, knipste drauf los und sah mir später die Bilder an. Marc Jacobs hat sich die 20er-Jahre vorgeknöpft und eine unheimlich glamouröse Kollektion mit übertrieben viel Animal-Print kreiert, in der beispielsweise Zebras auf Kleider gedruckt wurden oder sich Giraffen auf einem Hosenanzug emporräkelten. Glitzernde Cocktailkleider, lange Tuniken und üppig bunte Accessoires sollen aus Natürlichkeit aufgesetzte Looks entstehen lassen.
"It just seems more exciting than just boring clothes", erklärte sich Jacobs später. Die Farben seien "deep, decadent, sexy": Bronzetöne, Türkis, Blau und viel Glitzer fanden sich sogar in den Fächern wieder. Marc versammelte eine Horde Topmodels wie Freja, Frida; Kirsten McMenamy schloss die Show oben ohne, allerdings mit Body-Painting im Zebra-Look.
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