22. Januar 2013
Dienstag

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Herbst/Winter 2013/2014: Interview mit Andrada Ona

Tradition, Handwerk, Beständigkeit, Nachhaltigkeit, Kultur – Andrada Ona bewegt sich zwischen Ost und West, dem Rationalen der Naturwissenschaft und Emphatischen der Designwelt. Die studierte Ärztin gab ihre Medizinkarriere auf und widmet sich heute der Mode mit all ihren Facetten. Mit der Liebe zu Design und Stofflichkeit, tauscht sie OP- gegen Nähnadel und begibt sich in die Welt der Schönen und Reichen. Was die gebürtige Rumänin zu dieser Entscheidung bewog und was die Marke Zoe Ona für sie bedeutet, erklärt uns Andrada in einem kurzen Gespräch vor ihrer ersten Runway Präsentation.


LM: Sie haben sich 2010 dazu entschieden den medizinischen Bereich zu verlassen, um sich als Modedesignerin zu etablieren. Was hat Sie zu dieser Veränderung motiviert?
AO: Ich hatte schon vor dieser Zeit ein großes Interesse für Mode. Es hat mir schon immer unheimlich viel Spaß bereitet. Irgendwann war dann dieser Startpunkt für mich da – Eine persönliche Entscheidung, für die ich einfach nach vorne gegangen bin.
LM: Lassen sich Parallelen zwischen der Medizin und dem Modedesign ziehen?
AO: Nach wie vor sind beides für mich tolle Berufe, die mit Vorteilen behaftet sind. Natürlich ist beides harte Arbeit und sehr zeitaufwendig. Doch letztendlich sind die Berufe sehr abwechslungsreich und bereiten mir unheimlich viel Spaß. Sowohl die Medizin als auch das Modedesign. Beide verbindet eine gewisse Freiheit und Kreativität.
LM: Sie sagten einmal “Mode ist Vertrauen in sich selbst”. Interpretieren Sie Intuition als Freiheit?
AO: Egal ob man operiert, schneidert, einen Schnitt herstellt oder sich ein Design überlegt. Es ist immer mit Intuition, Maß und Optik verbunden. Design und Medizin sind pragmatisch für mich. Wenn man Struktur in ein Gesicht operiert oder sich die Form eines Kleides zurechtlegen muss – der Transfer ist fast eins zu eins.
LM: Die Entwicklung von der Medizin zur Mode wurde aber nicht durch ein klassisches Modedesign-Studium vorangetrieben. Wie hat sich Ihre Laufbahn stattdessen entwickelt?
AO: Nein, das stimmt. Das Ganze hat sich erst mit der Zeit gestaltet – ‘Learning-By-Doing’ sozusagen. Zoe Ona stammt aus dem Handstrick, darin ist unsere Marke sehr stark: In der Haptik der Materialien.
LM: Taucht Rumänien als Heimatland in der aktuellen Kollektion auf?
AO: Nicht als Schwerpunkt, nein. Rumänien ist für mich Tradition. Ich wurde dort geboren, habe dort die Nachhaltigkeit erlernt. Aus dem Nichts heraus musste man etwas erschaffen, nach vorne kommen. Wir produzieren heute noch unseren Strick dort. Alles läuft innereuropäisch ab, natürlich mit dem Schwerpunkt-Land Rumänien.
LM: Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang Nachhaltigkeit für Sie?
AO: Für mich ist es sehr wichtig, dass Nachhaltigkeit nicht nur dahin gesagt wird. Unsere Produkte werden komplett kontrolliert – von der Basis des Materials über unsere Strickerinnen bis hin zum Endprodukt. Die gesamte Kette wird verfolgt und geprüft.
LM: Welche Inspirationen lassen sich in Ihren Kreationen erkennen?
AO: Für mich entsteht Inspiration durch das Material. Ich bin sehr haptisch und optisch orientiert. Wenn ich ein Material, einen Stoff oder ein Muster sehe und fühle, entsteht der Prozess im Kopf. Oder, wenn man so sagen will: Die Muse. So funktioniere ich. Ich habe keine gezielte Inspiration, reise für meine Kollektionen beispielsweise nicht irgendwo hin. Reisen ist für mich sicherlich auch wichtig, aber definitiv nicht die Hauptinspiration.
LM: Können wir heute eine persönliche Entwicklung in der aktuellen Kollektion sehen?
AO: Wir sind ja noch nicht so lange mit dabei. Was für mich heute aber neben dem Entwicklungsprozess der Kollektion wichtig ist, ist das Outgoing der Marke. Das ist heute unser Magic Moment. Wir haben ein bestehendes Label, das funktioniert. Sowohl für mich, als auch für den Kunden. Jetzt gilt es die Marke Zoe Ona nach außen zu präsentieren – gerade hier in Berlin.
LM: Was charakterisiert diese Marke?
AO: Zoe Ona ist für elegante, selbstbewusste Frauen, die nachhaltig durchs Leben gehen. Für Frauen die Nachhaltigkeit erkennen, tragen und leben. Ob durch Kleidung, Essen oder Umwelt. Das Gesamtbild ist wichtig.
LM: Haben sie ein persönliches Lieblingsteil der Kollektion?
AO: Der handgestrickte Oversize-Mantel! Dafür arbeiten meine Strickerinnen jeweils 14 Stunden. Grobstrick mit Lurex – Mein absolutes Lieblingsstück der Kollektion.
LM: Wir sind gespannt und freuen uns gleich auf Ihre erste Runway Präsentation. Vielen Dank für Ihre Zeit und viel Erfolg für die Show!

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