Interview mit Fotografin Crystin Moritz
Da Einigen von euch die Bilder meiner lieben Freundin Crystin so gut gefallen haben, ergreife ich hier die Chance sie mit Auszügen ihrer Arbeiten und einem kleinen Interview genauer vorzustellen. Die Gute hat dieses Jahr ihre Ausbildung zur Fotografin am Berliner Lette-Verein beendet und trotz gleicher Ausbildungsstätte haben wir uns lustigerweise erst hier kennengelernt - lieber spät als nie...
Sie hat sich schnell auf Modefotografie spezialisiert, was auch mir bereits zum Vorteil wurde. Besonders prägnant sind ihre weichen schattenhaften Formen und die mitunter stumpfen und dennoch kräftigen Farben. Crystin arbeitet mit Vorliebe analog, lässt sich gerne vom Endprodukt überraschen und von alten Meistern inspirieren. Ihre Tipps und Tricks verrät sie uns nach dem Klick.
Journalisa: Wann hast du angefangen zu fotografieren und wie hat sich seitdem dein Stil verändert?
Crystin: Ich habe schon immer mit der analogen Kleinbildkamera meines Vaters fotografiert und als dann die ersten digitalen Kameras auftauchten, gab es die Möglichkeit alles tausendfach zu fotografieren, ohne dass dabei Kosten entstehen. Ich war 15 als ich meine erste digitale Knipse bekam und fotografierte alles und jeden, was eine gute Chance zum Experimentieren war. Allerdings war ich schnell gelangweilt vom glatten Look und den vorsehbaren, unbegrenzten Möglichkeiten. Mit 19 bin zurück analogen Fotografie und seitdem auch dabei geblieben.
Journalisa: Auf was hast du dich im Laufe der Zeit spezialisiert?
Crystin: Ich habe schon immer gerne Menschen fotografiert und irgendwann hat sich daraus eine Vorliebe für Modefotografie entwickelt. Mir gefällt das Fiktive und die Tatsache, dass es im Fashionbereich um eine Geschichte und Stimmung, nicht aber um Realität geht.
Journalisa: Wie reagieren Auftraggeber und Kunden auf deine Vorliebe für analoge Fotografie?
Crystin: Größtenteils positiv, sie mögen den Look. Die meisten denken aber, dass dahinter ein Photoshopfilter steckt. Leider ist analoge Fotografie weitaus aufwendiger und kostspieliger, wodurch sich Arbeitsprozesse verlängern und das ist nicht immer einfach zu vermitteln.
Journalisa: Mit welcher Kamera fotografierst du und warum?
Crystin: Mit einer analogen Mittelformatkamera, hauptsächlich mit der Mamiya RB 67. Ich mag das Format und die Tatsache, dass sich problemlos ein Polaroid-Rückteil anschließen lässt. Analoge Fotografie hat immer etwas Unberechenbares, du weißt vorher nie genau was heraus kommt, gerade wenn man Polaroids benutzt.
Journalisa: Würdest du den Lette-Verein als Ausbildungsstätte für Fotografie weiter empfehlen?
Crystin: Wenn man auf technischer Ebene etwas dazu lernen möchte auf jeden Fall. Nach der 3 jährigen Ausbildung hat man ein sehr fundiertes Wissen über analoge und digitale Fotografie, was eine gute Grundlage für jedes Genre ist. Sollte man allerdings eher an einer künstlerischen Ausbildung interessiert sein, ist ein Fotografiestudium z.B. an der HbK in Leipzig empfehlenswert.
Journalisa: Was sind deine Lieblingsfotografen? Von was/wem hast du dich am meisten inspirieren lassen?
Crystin: Zu meinen Lieblingsfotografen zählen Francesca Woodman, Corinne Day, Wendy Bevan, Paolo Roversi und Axel Hoedt. Kreativen Input gibt es überall. Manchmal kann es einfach nur ein Song oder Film sein, oder eine alte Fotografie, die ich auf dem Flohmarkt gefunden habe. Generell finde ich die Atmosphere vergangener Zeiten unheimlich inspirierend.
Journalisa: Du darfst ein Fotoshooting deiner Wahl organisieren. Was stünde in den Credits?
Crystin:
Model: Guinevere Van Seenus
Kulisse: Japan, Fujiama
Designer: Alexander McQueen
Publisher: VOGUE
Journalisa: Was hast du für die Zukunft geplant?
Crystin: Ich werde ab Januar dem deutschen Fotografen Axel Hoedt in London assistieren und zeitgleich auch eigene Projekte dort realisieren.
Vielen Dank für das Interview!
















Svenja
Tolles Interview! Die Fotos sind toll, Crystin merk ich mir.
janina
Schon als du das erste Mal über sie berichtet hast habe ich sie sofort in meinen "Inspirationsordner" abgespeichert :)
Katja Kemnitz
Schönes Interview, tolle Fotografin