Fashion Days Zurich: Upcoming Swiss Designers, Familie Egli.
Die ersten Fashion Days Zurich sind vorbei. Und was muss ich euch dazu sagen? Dass ich leider kaum etwas dazu sagen kann, da mir aufgrund eigener Projekte wenig Zeit für selbige blieb - ich mir stattdessen das Gros der Veranstaltungen, wie etwa die Verleihung des Swiss Textiles Awards, die Bally Dream Factory in der Sihlquai Gallery oder die offiziell gar nicht dazu gehörende KOSTUME durch die Lappen gehen lassen musste.
Mein folglich sehr oberflächlich gebliebener Einruck hat sich also vornehmlich aus der oft wenig begeisterten Berichterstattung anderer nähren müssen. Und es stellt sich die Frage: Ist die Schweiz etwa noch nicht bereit für eine eigene Modewoche? Oder viel mehr eine Handvoll Modetage? Zu zwei Dritteln leere Sitzreihen während der meisten der Veranstaltungen im Zürcher PULS 5 könnten so etwas andeuten. Oder eine Eröffnungsshow, die laut Aussage einer vertrauenswürdigen Quelle eher an ein DJ Bobo-Spektakel denn eine ernstzunehmende Fashion Show erinnerte...? Fest steht, dass die Presse-Akkreditierungspolitik wohl etwas ungewöhnlich ablief, die Öffentlichkeit hingegen "herzlich" eingeladen war, aber aufgrund der arbeitnehmerunfreundlichen Uhrzeiten und satter Ticketpreise schlichtweg nicht erschien...
Drum: Wie habt ihr die Fashion Days Zurich erlebt? Vor Ort oder in den Medien?
Nichtsdestotrotz bzw. trotz fast schon gähnender Leere während der Show: die aufstrebenden Schweizer Modemacher haben ihre Sache am vergangenen Donnerstag Vormittag bei Swiss Upcoming Designers gut gemacht. Und die Veranstalter im Vorfeld eine bunte Mischung an unterschiedlichen Labels aufgetan und eingeladen. Portenier Roth, Redley Exantus, Aleksandra Wisniewska, Aluar Balagan und Toujours Toi - Family Affairs haben, immer schön der Reihe nach, eine gute Stunde lang ihre Entwürfe präsentieren dürfen.
Meine Highlights davon gibt's hier zu sehen. Den Anfang machen, damit der beim Fitting gespannte Bogen, seinen angemessenen Abschluss findet, die Egli-Frauen. Bilder von den Shows der anderen vier Upcoming Swiss Designers folgen in den kommenden Tagen.
Toujours Toi - Family Affairs aka Nina und Kaya Egli zeigten die aktuelle Herbst-Winter-Kleidung, genauso wie die Kollektion des kommenden Frühjahrs. Als Intro zur Show diente ein kunterbuntes Super 8-Filmchen, das Nina kürzlich mit zwei nicht ganz unbekannten Blogger-Mädels in London gedreht hatte: Laetitia von Mademoiselle Robot und der poetischen Jaja, ihres Zeichens July Stars.
Hier könnt ihr es ansehen:
Zur Präsentation der Moonriver-Kollektion bekamen die Models tief in die Stirn gezogene Hüte mit lustig hin und her schaukelnden Federschwänzchen verpasst - mit hohen schwarzen Heels wurde die imaginäre Kälte von unten umgangen. Satte Farben, kuschelige Stoffe, ein bisschen sexy Chiffon sagten ganz ausdrücklich "Es muss ja nicht immer der Zwiebellook sein, wenn's fröstelig wird." Und ich setze ein dickes "D'accord" drunter.
Ocean Lemonade wurde namensgemäß luftig leicht aufgetragen: Haarreifen, die einen meinen machten, die Models würden mit Hilfe der kleinen "Blüten-Propeller" sogleich davon schweben, unterstrichen's ganz zauberhaft, hier und da blitzte die eine oder andere Brust durch den transparenten Stoff. Und wo, wenn nicht an der französischen Atlantikküste wären insbesondere die hellblauen Chambray-Teile - kurze Taillenshort mit langärmeliger Ton-in-Ton-Bluse und ein Babydoll - besser aufgehoben?























J-A-N-I-S
Eines ist klar: Die Schweizer Nachwuchsdesigner waren auf jeden Fall eine Fahrt nach Zürich und zu den Fashion Days wert. Dabei konnten mich "Toujours Toi-Family Affairs" mit ihrer Vintage-angehauchten Mode am meisten begeistern! Bei den Preis-Verleihungen am Abend, mit bekannten Namen wie Alexander Wang und Kaviar Gauche, waren im Gegensatz zu den morgendlichen Veranstaltungen dann zum Glück auch alle Stühle besetzt und es kam wenigstens ein bisschen Fashion Week Feeling auf.
Die Presse-Akkreditierung ging einfach von der Hand, man bekam aber "nur" ein Public-Ticket und wurde dementsprechend behandelt. An sich kein Problem, doch man fühlte sich leider nicht wirklich willkommen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht!
PS: In der Presse hab' ich bis dato übrigens noch nichts von den Fashion Days gelesen bzw. gehört!
Boris
"Drum: Wie habt ihr die Fashion Days Zurich erlebt? Vor Ort oder in den Medien?"
Wir haben uns im Grunde auch nur die Kostume angesehen, und von dem was ich sonst und anderswo gesehen und gelesen habe, habe ich auch nichts verpasst. Viel Effekthascherei, und statt Mode wurde viel Haut gezeigt und xyz-Promis ins Rampenlicht gesetzt. Abgesehen von dem Artikel im Tagesanzeiger und den üblichen 3-Zeilern an Berichterstattzung in der "Umsonstpresse" in der Schweiz hat es auch wohl niemand bisher für so wichtig erachtet fundiert zu berichten.
Kira
Na, zu zwei dritteln leere sitzreihen ist wohl ein bisschen gar übertrieben.als ich dort war, waren zwischen 5 und 10 plätze frei.. auch ich hab mich aufgeregt darüber, dass zürich bzw die schweiz aus einer fashionweek ein wannabe glamourevent gemacht hat. die showacts waren überflüssig bis gar schon peinlich, genauso wie der modegeschmack einiger besucher, der zu wünschen übrig liess.
jedoch erfreue ich mich trotz allem einfach darüber, DASS zürich wenigstens etwas tun möchte, um den modemetropolen dieser welt nicht allzusehr hinterher zu hinken. ich denke ein bisschen sachliche kritik ohne diese typische gleich-alles-schlechtmacherei-weil-ich-kenn-mich-aus-wies-sein-soll-und-so-solls-nicht-sein würde vielen nicht schaden.
ich persönlich freu mich schon auf nächstes jahr, es kann ja nur noch besser werden ;) !
wolfgang
naja, es erweckt wirklich keinen investigativen und guten eindruck, wenn man einen artikel schreibt, aber die wichtigsten events verpasst. you tube kann ich auch selbst schauen... dann sollte man sich wirklich überlegen, ob man einen artikel bringen kann.