von Dotti 3Kommentare

Schöne Schweizer Sachen - Von der LKW-Plane zur Tasche.

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Nach der Präsentation der neuen "Reference Modelle" von Freitag und einem kleinen Lunch im Reference Editorial Space vorletzte Woche, ging es schwupssdiwupps rüber ins unweit gelegene Headquarter, wo nicht nur ge- und verwaltet, sondern auch fabriziert wird.

Die Damen und Herren bei Freitag sind selbstverständlich stolz darauf, dass die meisten Verarbeitungsprozesse, die es zu einer der Lastwagenplanen-Taschen braucht, nach wie vor inmitten von Zürich beheimatet sind. Allein das Zusammennähen der zurecht geschnittenen Einzelteile wurde mittlerweile in spezielle Nähereien outgesourced.

Ein Punkt, der mich in den die Führung begleitenden Erzählungen der Freitag Bros besonders fasziniert hat ist die Materialbeschaffung. Mit dieser ist ein ganzes Team des Unternehmens beschäftigt, das rund um den Globus ausrangierte LKW-Planen einkauft, die je nach Farbe teurer oder günstiger sind. Denn auch bei solch einem kuriosen Rohstoff gilt das marktwirschaftliche Prinzip: die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenige Speditionen fahren beispielsweise mit schwarzer Beplanung. Die Folge: eine schwarze Freitag-Tasche ist nicht nur Unikat, sondern auch eine echt unikate Rarität.

Aber im Folgenden immer schön der Reihe und dem erklärenden Markus Freitag nach - damit ich dem Titel dieses Posts auch gerecht werden kann:

Die ausgesonderten LKW-Planen kommen bündelweise in Zürich an. Hier werden sie gescreent und in besser handlebare Rechtecke zerlegt. Danach folgt der Waschgang. In überdimensionierten Waschmaschinen werden die Planen einmal oder, je nach Verdreckungsgrad der Plane, mehrfach gewaschen. Dass sie dabei blitzblank werden, ist selbstverständlich unerwünscht.

Nächster Step: jedes Planen-Rechteck wird fotografiert und codiert - so kann der Materialbestand im Lager besser überwacht werden.

Am mit Spuren überzogenen Schneidetisch werden die Bestandteile für Taschen, Hüllen etc. grob vorgeschnitten - Farbe und Muster des späteren Prodktes werden in diesem Arbeitsschritt also vorgegeben. Die Einzelteile gehen anschließend zu den Schneidereien - und kommen als Tasche zurück.

In einem kleinen Werkstattbereich werden kleine Farbplatzer ausgebessert oder sonstige Reparaturen an eingesandten Taschen vorgenommen.

Diese simple graue Konstruktion ist das mit Design-Preis-Lorbeeren versehene, reziklierbare Freitag POS-System, das die Lagerung in den Shops denkbar einfach und passgenau macht.

Im Keller des ehemaligen Produktionsstandorts für Zahnräder sitzt die Online-Shop-Crew. Sie wacht über ein kunterbuntes Taschen-Sammelsurium, bearbeitet rund 150 Bestellungen am Tag und hält Kontakt zu Stammkunden, wie etwa sammelwütigen Japanern.

Das angegliederte kleine Fotostudio ist auf den Verkauf von Unikaten abgestimmt - jede Tasche, jede Hülle, jedes Portemonnaie wird in Sekundenschnelle und 360° abgelichtet.

Tags: freitag, produktion, schweiz, taschen, zürich

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3 Kommentare

  • saskia

    Find ich total dufte, dass du das so fein informativ aufbereitet hast. Wo ich doch so Freitag-affin bin (und das eindeutig in mehreren Belangen). Danke für deine Mühe, ganz schön spannend, was sich da im Laufe der Jahre für eine große Produktions- und Vermarktungskette entwickelt hat.

    Ich leg an dieser Stelle mal wieder einen Euro beiseite für ein Täschlein aus der neuen Kollektion...

  • Rachel

    großartig die taschen, großartig dein einblick in die produktion. ich habe auf meiner wunschliste schon einen platz für ein exemplar aus der neuen kollektion gesichert. ist zwar ein teures geschenk, aber immerhin habe ich nächstes jahr auch einen runden geburtstag zu feiern :)

  • Demian

    Die Idee für Taschen aus LKW-Plane finde ich einfach genial. So kann man wirklich Nutzen der Naturschutz darbringen.

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