Adieu, LesMads!

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Vor fast genau einem Jahr wurde ich mit meinem Netzwerkblog C'est Clairette Teil von LesMads. Niemals hätte ich mir auch nur im Traum vorgestellt, eines Tages tatsächlich an der wohl bekanntesten Modeplattform der Nation mitwirken zu dürfen. Und niemals hätte ich am 12. April 2011, als ich hier voller Euphorie den ersten Eintrag veröffentlichte, gedacht, dass ich LesMads dann doch so bald wieder verlassen würde. Heute sagt Clairette Adieu und blickt, ein wenig wehmütig, zurück auf ein herrliches Jahr voller großer und kleiner Modeabenteuer. Was ist in diesen 12 Monaten nicht alles passiert!

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25Kommentare Claire |

Hamburg: "i LIKe my stYLe" at BOYS BOYS BOYS

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In Hamburg sieht man noch immer derartig viele Menschen mit dem BOYS-BOYS-BOYS-Jutebeutel herumlaufen, dass man fast annehmen könnte, jener unkonventionelle Herrenausstatter habe sich mittlerweile doch zum populären Massenmodeladen gewandelt. Dass dem - natürlich! - nicht so ist, wurde mir am vergangenen Samstagnachmittag bei der hauseigenen kleinen Launchparty des "ILikeMyStyle"-Magazins mal wieder überdeutlich. BOYS BOYS BOYS ist und bleibt der feine Sonderling unter den hamburgischen Modegeschäften, und bot damit selbstverständlich den optimalen Rahmen für die Präsentation der 7. Ausgabe des originellen Printformats, höchstpersönlich vorgestellt von Magazin-Chef Adriano Sack.

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5Kommentare Claire |

Von Gold und Brillanten: ist Luxusschmuck überhaupt modisch wertvoll?

Neulich spazierte ich ganz beschwingt über Hamburgs feinste Einkaufsstraße, den Neuen Wall, natürlich nicht zum Einkaufen, sondern nur zum Schaufensteranschmachten, und da kam ich, so es der Zufall will, beim Kult-Juwelier Tiffany & Co. vorbei. Wie jedes andere modebesessene Mädchen auch bin ich natürlich großer Fan des Filmklassikers "Breakfast at Tiffany's" - allerdings habe ich noch nie die Eingangsszene dieses Films nachgespielt, mich demnach noch nie im schwarzen Abendkleid und mit Croissant und Coffee-to-go ausgestattet vor besagtem Laden positioniert. Betreten habe ich Tiffany erst recht noch nie. Eigentlich eine Schande, wenn man bedenkt, dass ein dortiger Aufenthalt laut Holly Golightly sofort für eine Verbesserung des seelischen Zustandes sorgen soll.

Nun ja. Daran dachte ich also, als ich kürzlich vor dem Hamburger Flagshipstore des Luxuslabels stand, und entschloss mich daher zu einem kleinen Ausflug in das Ladeninnere, aus reiner Neugierde.

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Oman Streetstyle

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Als ich im letzten Oktober durch Südindien reiste, durfte ich dort die einheimischen Frauen in ihren fantasievoll gemusterten Saris bewundern - die würdevolle Art, mit der sie in den langen verschlungenen Gewändern, eines hübscher als das andere, durch die Straßen schritten, hat mich nachhaltig beeindruckt, und immer wieder dachte ich: wie langweilig und grau wir Europäerinnen uns doch kleiden! In der indischen Kultur haben die Frauen wenig Rechte, aber ihre äußerliche Erscheinung ist von einer besonders selbstbewussten Eleganz, die einen zeitweise vergessen lässt, dass der Subkontinent in Sachen Gleichberechtigung noch einiges nachzuholen hat.

Im Oman gestaltet sich die Situation der Frau ähnlich, jedoch sind hier Farbenfrohsinn und entblößte Häupter, sofern die Familie und der Ehemann gläubige Muslime sind, natürlich strengstens untersagt. Irgendwie erscheint es dem beobachtenden Touristen aber eigenartig, wenn eine bis auf den letzten Zentimeter Haut verhüllte omanische Frau an der Seite ihres Ehemanns in einem geräumigen Geländewagen über die Autobahn braust, oder im feinen Restaurant speist (wobei der Schleier für die Nahrungsaufnahme flugs gelüftet wird) - da treffen westlicher Luxus und religiöse Tradition in einer Weise aufeinander, die für den liberal erzogenen Europäer zunächst ungewohnt und fremd ist.

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Zurück aus dem Morgenland

Die Affinität zum Orient wurde mir gewissermaßen in die Wiege gelegt - meine Mutter ist Libanesin. Im Alter von drei Jahren absolvierte ich meine allererste Flugreise in ihr Heimatland, seitdem lässt mich der Duft von frischgebackenem arabischem Brot, Hummus, Meeresbrise und Souk nicht mehr los. Ich liebe das Morgenland, das gleißende Licht, das dort allmorgendlich durch die hohen, kunstvoll verschnörkelten Fenster fällt, die pittoresk-romantische Architektur, das lebendige Treiben auf Straßen und Märkten, die Gelassenheit und Gastfreundlichkeit der Orientalen. Dass ich mich nun auch auf Anhieb in den Oman, dieses dünnbesiedelte Land mit seinen traumhaften Stränden und der kargen Wüstenlandschaft, verlieben würde, war zu erwarten.

Wer zu dieser Jahreszeit in das Sultanat reist, den empfängt ein nahezu paradiesisches Klima. Die Luft ist trocken und liegt bei milden 25 Grad wie ein Seidenhauch auf der Haut - eine Temperatur, die man nicht spürt, optimal, um ein neues Land kennen zu lernen.

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مرحبا سلطنة عمان‎ ! Marhaba, Oman!

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Ich finde, es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Wüstentrip, deshalb mache ich mich heute auf und davon und fliege für 12 Tage in den Oman. Welch ein Vergnügen! Natürlich werde ich stilecht verhüllt die Straßen von Muscat erkunden, in türkisblauem Meer baden und ein paar Ziegen und Schafe auf einem Freitagsmarkt erwerben.

Bin ich außerdem ausnahmsweise einmal nicht damit beschäftigt, auf einem Kamel durch die Wahiba-Wüste zu reiten, dann chille ich gerade mit dem Sultan in seinem Palast, lasse mir von einem hübschen arabischen Diener mit Palmwedeln Luft zu fächeln und stopfe mich mit Datteln und Hummus voll. Nur falls mich jemand sucht, da findet ihr mich.

In knapp zwei Wochen bin ich wieder zur Stelle und werde dann hier von meinen exotischen Abenteuern im Orient berichten! Bis dahin - مَعَ السَّلامَة!

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DIY: Der Schößchenrock

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Die Geschichte, die hinter diesem himbeerfarbenen Schößchenrock, handgefertigt im Atelier Clairette, steckt, ist dramatischer als man glauben mag. Das Theater begann kurz vor Silvester. Als Co-Gastgeberin organisierte ich eine wahnsinnig glamouröse Soiree zum Jahreswechsel, und da ich selbst den Dresscode "Cocktail" proklamiert hatte, konnte ich natürlich schwerlich in einem mittelmäßigen Kartoffelsack aufkreuzen. Also beschloss ich, wieder einmal ein Kleid zu nähen, das hat zu Silvester in meinem Atelier mittlerweile Tradition, und, das sage ich gleich, bereits im letzten Jahr glich die Kreation dieses speziellen Kleides einem einzigen Desaster, glücklicherweise mit überraschend positivem Ausgang, allerdings erst nach zahlreichen höchst theatralischen Nervenzusammenbrüchen (die Story dazu kann man hier nachlesen). Ich weiß auch nicht, warum es mir so unglaublich wichtig ist, das neue Jahr als avantgardistische Halbgöttin verkleidet zu begrüßen, nennt mich verrückt oder was auch immer, so ist das nunmal, tut mir leid.

Zurück zum Silvesterkleid 2011/2012: Vollkommen entzückt von Guccis vergangener Winterkollektion träumte ich von einem hochgeschlossenen, verschlungenen und rückenfreien Seidenkleid mit Beinschlitz, eben so wie das Modell Nr. 2 aus Frida Gianninis Kollektion. An diesem Punkt beginnt der Wahnsinn dieser Geschichte, denn ein solches Kleid ohne Schnittmuster und mit eher durchwachsener Nähkompetenz erfolgreich herzustellen ist, das weiß ich nun, ein Ding der Unmöglichkeit.

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PULS.12: Die Show der Akademie Mode und Design in Hamburg

Sich für Mode und ihre zukünftigen Entwicklungen zu interessieren bedeutet auch, die junge Generation der Modeschöpfer mit wachsamen Blick im Auge zu behalten. Welche Designhochschulen bilden die begabtesten Schüler aus? Wo steht die freie Entfaltung der Kreativität im Vordergrund, wo eher die kommerzielle Ausbildung? Um das herauszufinden lohnt sich natürlich immer der Besuch einer der vielen ModeDesign-Fachhochschulen, die es auch hierzulande weit gesät gibt - besonders spannend finde ich es aber immer wieder, einer richtigen Modenschau der Absolventen dieser Schulen beizuwohnen, und selten lasse ich mir eines dieser Events, sofern sie sich hier in Hamburg ereignen, entgehen.

Am vergangenen Samstag fand nun am stillgelegten Terminal Tango am Hamburger Flughafen die alljährliche PULS-Show der ModeDesign-Studenten der Akademie Mode und Design statt, und so nahm ich mit Vergnügen die weite Reise einmal quer durch die Stadt bis zur Endhaltestelle Hamburg-Airport auf mich, um dieses Spektakel wieder einmal aus nächster Nähe betrachten zu können.

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Hamburg: Marni at H&M Preview

Marni - schon dieser Name klingt nach Charme und Schwung, und wir modebegeisterten Menschen wissen, welch einzigartiger Stil dahinter steckt: künstlerisch-grafische Drucke im Kontrast mit recht geradlinigen, jedoch dabei auch immer innovativen Schnitten; raffinierte i-Tüpfelchen wie zum Beispiel kreisrunde Sonnenbrillen, lustige und auffällige Schmuckstücke. Diese Mode scheint wie für vergnügte junge Damen gemacht, die spielerisch und mit einem Augenzwinkern große Lady spielen wollen und dabei auf clevere Art und Weise ungezwungene Jugendlichkeit mit erwachsener Eleganz vermischen. Das Ergebnis: Mode für mutige, extravagante und zugleich bodenständige Fräuleins, die Wert auf Avantgarde und Tragbarkeit legen.

Am gestrigen Dienstagabend lud nun also H&M die Hamburger Modepresse in den Heliumcowboy Artspace - eine bessere Location als diese feine Kunstgalerie, die mitten im kreativen Hamburger Gängeviertel liegt, hätte man wohl kaum für diese so künstlerische und fantasievolle Kollektion finden können, die ab dem 8. März in ausgewählten H&M-Geschäften zu kaufen sein wird.

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Von Palmen und Papageien

Vielleicht hat alles mit Maarten van der Horst angefangen, diesem niederländischen Modewunderkind und Absolventen des berühmten Central Saint Martins Colleges: in seiner Abschlusskollektion, die im letzten Jahr für den Winter 2011 während der Londoner Fashion Week gezeigt wurde, widmete er sich hauptsächlich tropischen Prints auf weit geschnittenen Hemden, kurzen Kleidchen und Hosen. Ganz besonders raffiniert waren dabei zudem noch die wallenden Chiffonrüschen, die wie sprießende Blüten in sanften Pastelltönen unter und über den Kleidungsstücken wucherten. Man kann vielleicht sagen, dass dieser junge Mann das Hawaihemd so wieder salonfähig machte - jedenfalls gab es nun kürzlich auch exotische Drucke in Stella McCartneys Resort-2012-Kollektion zu bewundern, und jetzt entzückt uns das relativ erschwingliche spanische Modehaus potipoti mit herrlich luftigen Kleidern und Sommershorts mit Papageienmuster.
J'adore!

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Hugo Boss X Berlinale

So, heute ist Freitag, das Wochenende steht an, man darf wieder das Tanzbein schwingen. Als Einstimmung auf erquickende feierwütige Nächte spielen wir hier heute mal ein bisschen Klatschkolumne, und werfen einen kurzen Blick auf das glitzerglamouröse Spektakel der höchstkarätigen Hugo-Boss-Party, die am vergangenen Mittwochabend anlässlich der Berlinale stattfand. Und welch ein Glück, ich habe sogar einen Klatschreporter! Mein guter Freund David François aus dem Latein-Leistungskurs ließ es sich an eben jenem Abend nicht nehmen, flux in die Hauptstadt zu reisen und über Vitamin B mal auf ein Glas und ein Häppchen bei besagter Party vorbeizuschauen. Merci beaucoup, David!

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1Kommentar Claire |

Schön wie eine Kräuterhexe

Wie üblich ist es dem amerikanischen Großmeister der Mode, Marc Jacobs, wieder einmal gelungen, mit seiner jüngst auf der New York Fashion Week vorgestellten Kollektion die geballte Aufmerksamkeit der Modewelt auf sich zu ziehen. Was wir dort auf dem Laufsteg von hochkarätigen Models vorgeführt bekommen haben, lässt sich wohl mit nichts zuvor Gekanntem vergleichen, es ist ein wildes farben-, muster- und formenreiches Potpourri aus verschiedensten Stilen, in die man sich, sofern ausreichend modemutig, im kommenden Winter wird hüllen dürfen.

Überdimensionale, pelzige Riesenschlapphüte, üppig ausgestellte Wollmäntel in knalligem Violett und Tannengrün, kugelige, knöchellange Röcke und Kleider aus glänzend gemusterten Brokatstoffen oder glitzernden Plüschpelzen, mit großen Sicherheitsnadeln zusammengesteckte Häkeldeckchen als Schulterüberwurf, grelle Farbkombinationen aus Giftgrün, Lila, Knallgelb, Himbeerpink und Bonbonrosa, Patchwork, Hahnentritt und zu guter Letzt noch die mit reichlich Perlen oder Blütenapplikationen geschmückten Schnallenschuhe - allein dieses Chaos in Worte zu fassen ist anstrengend und außerordentlich ermüdend, und der Anblick erst - nun ja. Persönlich bin ich zum Einen begeistert von so viel unerschöpflicher Kreativität, und zum Anderen entsetzt angesichts eines so offensichtlichen Modewahnsinns. Wer zum Teufel, lieber Herr Jacobs, möchte denn so gekleidet herumlaufen?

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9Kommentare Claire |

Limettengrün, das neue Schwarz

Vollkommen entzückt habe ich in der vergangenen Woche die Präsentation der exklusiven Haute Couture Kollektionen in Paris verfolgt. Angesichts dieser geballten Raffinesse, der unübertrefflichen handwerklichen Qualität, diesem einzigartigen Inbegriff von Schönheit und Ästhetik drängt sich bei mir immer wieder das wütende Unverständnis über all jene Menschen auf, die Mode als überflüssigen und dämlichen Schnickschnack abtun. Liebe Leute, bitte, werft einen einzigen Blick auf die Pariser Haute Couture - diese hohe Schneiderkunst leistet einen wertvollen Beitrag zu unserem kulturellen Leben, ebenso wie feinste Kunst, Architektur oder Musik. Wer für all diese Kulturbereiche keinen Sinn hat, den halte ich für außerordentlich bemitleidenswert. Punkt.

In der kommenden Haute Couture Saison spielen die Farben eine wichtige Rolle. Alexis Mabille bediente sich an den herrlichsten Couleurs des Regenbogens, und entwarf angenehm unifarbene, paradiesische Kleider in Pink, Orange, Lachsrosa, Smaragdgrün, Zitronengelb, und eleganten Blautönen von Zarthell- über Preußisch- bis Nachtblau. Dem jeweiligen Look entsprechend trugen die Models farbig geschminkte Gesichter und opulenten Rosenkopfputz. Fantastique!

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4Kommentare Claire |

Look du jour: Hör auf dein Herz!

Manchmal kann Mode doch wirklich zu etwas nützlich sein. Ab heute gibt es in dem Onlineshop Asos ein bonbonrosafarbenes T-Shirt mit Herzaufdruck zu kaufen, allerdings steckt hinter diesem knalligen Kleidungsstück mehr als nur die zu Material gewordene augenscheinliche Barbie-Attitüde - das T-Shirt entstand kürzlich in einer Design-Zusammenarbeit mit Heidi Klum zugunsten der Initiative "Hör auf dein Herz", deren Ziel es ist, Frauen auf die Volkskrankheit Nummer 1, nämlich Herzkreislauferkrankungen, aufmerksam zu machen. Einer Umfrage zufolge schätzen nämlich nur 31% der befragten Damen eine Herzerkrankung als häufigste Todesursache ein, 62% sind der Überzeugung, dass sie eines Tages an Krebs sterben werden. Ein Irrtum.

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4Kommentare Claire |

Modepüppchen hinterm Steuer

Neuerdings fahre ich Auto. Ich fahre nicht besonders gut, aber immerhin nehme ich endlich Fahrstunden, das wollte ich schon seit Monaten tun, und nun rückt der 18. Geburtstag langsam aber sicher näher, da will man dann als volljähriger Mensch schon in der Lage sein, mit Muttis Karre auf dem Schulparkplatz vorzufahren.

Apropos: beim Erlernen des rückwärtigen Einparkens fragte ich mich neulich: was für ein Auto fahren eigentlich waschechte Modepüppchen? Diese Frage ist durchaus relevant, schließlich gilt auch das Auto heute nebst Handtasche und Lippenstift als ernst zu nehmendes Accessoire jedes Karrieregirls. Gibt es in der Autobranche eigentlich auch so etwas wie eine Mode, nach der man sich richtet? Trends, die kommen und gehen, Modelle, die gerade besonders angesagt sind? Und: welches Auto "steht" wem?

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15Kommentare Claire |

Über die Alltagstauglichkeit des Minihöschens

Die Modewelt steckt voller Wunder. Und Rätsel. Zu jeder anbrechenden Sommersaison frage ich mich nämlich beispielsweise aufs Neue, was uns einige Designer mit diesen wahnwitzig kurzen Höschen - warum nenne ich sie nicht gleich mal Schlüpfer? - sagen wollen, in denen zur Laufstegschau schmale Models über den Catwalk flanieren, immer in kompletter Kombination mit High Heels, Handtasche und Jäckchen.

Dass hinter den minimalen Shorts ein pragmatischer Aspekt steckt, kann ich mir kaum vorstellen - zwar sind die deutschen Sommer bisweilen sehr schwül, jedoch sind leichte Sommerröcke dabei vollkommen ausreichend, und Stoff sparen müssen renommierte Designer wie Marc Jacobs, der in seiner pastellfarben-getönten Sommerkollektion für Louis Vuitton ein besonders knapp geschnittenes Modell des Luxus-Schlüpfers präsentierte, und Nicolas Ghesquiere, der für Balenciaga das Minihöschen mit einer wuchtigen Neoprenjacke fusionieren ließ, ganz bestimmt nicht. Doch wann soll die Zwergenausgabe der Sommershorts denn nun eigentlich zum Einsatz kommen?

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14Kommentare Claire |

Look du jour: Reality Studio X Onitsuka Tiger

Nach gefühlten dreihundert Jahren Atlantik-Westströmung mit heimeligen Plusgraden und einigen Milliarden Kubikzentimeter Regenwasser hat sich der Hamburger Wettergott gestern schließlich doch erweichen lassen und unser aller Depressionen ein Ende bereitet: endlich wieder einmal Sonnenschein! Herrlich! Sogar am Schreibtisch sitzend, durch das geschlossene Fenster hindurch, sorgte das helle Licht für einen enormen Anstieg meines Serotoninspiegels. Kurz darauf war es dann auch vorbei mit der Lernerei und im sonnendurchfluteten Garten gab es, nach langer Zeit, endlich mal wieder ein anständiges Outfitshooting.

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14Kommentare Claire |

Was trägt Anna dello Russo eigentlich auf der Couch?

Kaum sind die Weihnachtsferien vorbei, habe ich schon wieder eine Woche schulfrei, allerdings deshalb, weil ich mich nun auf die schriftlichen Abiturprüfungen vorbereiten darf. Ich werde mich also sieben Tage lang in mein Zimmer einschließen, ordentlich Koffein konsumieren und Analytische Geometrie, Schiller und Kleist sowie weiteres Bildungsmaterial studieren. Oder so ähnlich.

Die Berlin Fashion Week wird demnach bedauerlicherweise ohne mich stattfinden, aber modisch soll es bei mir trotzdem nicht langweilig werden - keinesfalls werde ich im schlabbrigen Gammeloutfit am Schreibtisch sitzen! Pfui! Für die richtige Lernatmosphäre benötige ich nämlich durchaus die entsprechende Garderobe, sonst werde ich niemals produktiv. So verrückt das auch klingen mag - aber ist es denn nicht viel motivierender, im feinen Zwirn Matheaufgaben zu rechnen als im muffigen Wollpullover? Den hebe ich mir für andere Anlässe auf, zum Beispiel für wirklich und vorsätzlich gammlige Fernsehabende ohne Gesellschaft oder fürs Rasenmähen.

Was aber trägt eigentlich eine wahre Fashionista (als die ich mich nicht bezeichnen würde) zuhause, dort, wo keine Streetstylefotografen und Modejournalistinnen und Stylisten kritisch zuschauen? Hat auch eine Anna dello Russo einen zerschlissenen Wollpulli für gemütliche DVD-Soirées im Schrank liegen?

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9Kommentare Claire |

Trés chic: der Ohrring

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Der Ohrring ist das Schmuckstück der Saison, diese These sei zu Beginn des Jahres einmal aufgestellt. Zwar taucht der Ohrring noch nicht ganz verlässlich auf den Streetstyleblogs oder Musthave-Seiten der Modemagazine auf, aber spätestens seit Danielle Scutt's fantastischem Lippenstift-Teetassen-Ungetüm von einem Ohrring kann mit einem großen Revival dieses Accessoires gerechnet werden.

In den letzten Jahren genossen Ohrringe nämlich meines Erachtens kein besonders großes Ansehen. Die kleinen Perlen-Stecker, die viele junge Fräuleins zur Konfirmation bekommen, gelten im inner circle der Modewelt vermutlich ohnehin als Schwerverbrechen, und obwohl sich die Damen Taylor Tomasi, Anna dello Russo und wie sie alle heißen auffällig gern mit den gewagtesten Schmuckkreationen behängen, ist der Ohrring auch hier nur selten, und wenn dann in bescheidener Form, gesichtet worden.

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7Kommentare Claire |

Von Sport-BHs und Pelzmänteln

In verlässlichen Abständen tauchen in Modemagazinen jeglichen Niveaus immer wieder Editorials auf, in denen uns die zuständigen Models Sportswear präsentieren - eifrig posierend, perfekt geschminkt, mit Hochsteckfrisur. Dass die abgebildeten Damen darin allerdings keinesfalls Sport machen, ist hierbei nebensächlich, natürlich, denn das Ganze soll ja nach Glanz und Glamour aussehen, und nicht nach einer schweißtreibenden Bauch-Beine-Po-Einheit. Der ästhetisch-modische Wert von Cargohosen und Croptops steht also im Vordergrund, und das bevorzugt in Kombination mit Pelzstolen, Lederstiefeln oder üppigem Goldschmuck.

Diese Form der modischen Kreuzung scheint beliebter als man glauben mag. Jüngst erschien in der australischen Harper's Bazaar das Editorial "Rush Hour", in dem Bette Franke, fotografiert von Benny Horne, glamourös gestylte Sportswear aufträgt - da hätten wir einen athletischen Badeanzug zum gold-glänzenden Parka, Plastikkäppi und Pythonlederclutch, außerdem den lässig-luxuriösen Lederjogginganzug von Louis Vuitton, fusionierend mit High Heels und klimpernden Armreifen. Überaus exzentrisch, muss ich sagen, doch ganz so neu ist diese Idee nicht, denn bereits im letzten Jahr erschien unter der Regie von Fotograf Greg Kadel die Bildstrecke "Winterspiele" in der deutschen Vogue: hier durfte man smoky eyes zu Skistiefeln sowie Sport-Bh und Pelzjacke bewundern. Der dazugehörige Untertitel lautete: "Unschlagbar extravagant: Sportswear in Verbindung mit Pelz und Leder".

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YBDPT Studio launcht Webstore!

Meine Damen und Herren, da bin ich! Nach zwei äußerst arbeitsintensiven Wochen, in denen ich mich mehr oder weniger motiviert den Vorbereitungen für das Vor-Abitur hingab und voller Freude die Analysis und Analytische Geometrie studierte (ähem), kann ich mich heute, nachdem Kunst, Englisch und Mathe erledigt sind, endlich wieder vorerst den schönen Dingen des Lebens widmen! Und welch frohe Botschaft ereilte mich da sogleich? Hamburgs Avantgarde-Adresse Nr. 1, das YBDPT Studio (welches auf diesem Blog schon öfters Erwähnung gefunden hat), rief jüngst seinen Webstore ins Leben und versorgt damit künftig auch das Modevolk außerhalb Hamburgs mit einem Sortiment vom Feinsten. So kurz vor Weihnachten kommt das natürlich äußerst gelegen, denn beim Anblick der erlesenen Ware entstehen vor meinem geistigen Auge gleich ganze Weihnachtswunschzettelstapel.

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Roma e Toska: Haute Couture für junge Mädchen

Haute Couture für Kinder, für junge Mädchen - kann es so etwas geben, darf es so etwas geben? Als ich das Hamburger Modelabel Roma e Toska im Alter von neun Jahren zum ersten Mal kennen lernte und mich, wie sollte es auch anders sein, sofort in die opulenten, märchenhaft schönen Kleider verliebte, mag ich mir über diese kritische Frage wohl kaum Gedanken gemacht haben. Viel zu angetan war ich von den zauberhaften Entwürfen dieses kleinen, aber feinen Modehauses, dessen Hauptsitz in einer charmanten Altbauwohnung in Eppendorf liegt und das nun seit zehn Jahren, Saison für Saison, die Modeträume kleiner und großer Mädchen wahr werden lässt.

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Demokratisierung der Mode: was bedeutet das?

In diversen Artikeln über Modegeschichte und die Entstehung bestimmter Trends und deren Entwicklung fällt gar nicht selten die Formulierung "Demokratisierung der Mode". In meinem letzten Beitrag über die aktuelle Kooperation zwischen dem Massenmodegiganten H&M und dem italienischen Luxuslabel Versace bezeichnete ich diese limitierte und relativ(!) erschwingliche Sonderkollektion als "demokratisch". Dass sich einige Leser mit dieser Beschreibung kritisch auseinandergesetzt haben, finde ich sehr interessant und anregend - es macht Spaß und ist für mich sehr lehrreich, konstruktives Feedback zu meinen hier niedergeschriebenen Gedanken zu erhalten.

Um der Frage, ob man Mode tatsächlich als "demokratisch" bezeichnen kann, einmal näher auf den Grund gehen zu können, ist zunächst eine Erläuterung der Begriffsherkunft sinnvoll. Demokratie, dieses Wort kommt aus dem Griechischen, und setzt sich aus δῆμος und Κράτος zusammen; démos bedeutet "Volk", kratos "Macht" oder "Stärke". Wortwörtlich spricht man bei der Demokratie also von der Macht des Volkes.

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La dolce vita für alle

Versace for H&M - kaum eine vielversprechendere Kooperation könnte sich das schwedische Modeunternehmen wünschen, um seinem massentauglichen Image wieder einmal etwas Glamour und Exklusivität einzuhauchen. 2004 launchte H&M mit Karl Lagerfeld die erste, limitierte Designer-Kollektion, innerhalb weniger Stunden waren die schwarzen Kleider, Jacken und Mäntel, exklusiv vom Altmeister der Mode persönlich entworfen, weltweit so gut wie ausverkauft. Es folgten Elio Fiorucci, Stella McCartney, Viktor&Rolf, Roberto Cavalli, Rei Kawakubo, Jimmy Choo, Sonia Rykiel, Matthew Williamson und zuletzt das französische Traditionshaus Lanvin - und Alber Elbaz äußerte sich über die Zusammenarbeit folgendermaßen:

I think I loved the idea that H&M was going luxury rather than Lanvin is going public. I thought it was a smart concept, so I said "I do".

In der Tat setzt der skandinavische Modegigant mit seinen kleinen Luxuskollektionen zu einigermaßen erschwinglichen Preisen ein äußerst kluges und raffiniertes Konzept um: so dürfen wir Massenmode immer wieder elegant, originell und qualitativ hochwertig erleben. H&M erscheint als der Vermittler zwischen traumhafter, irrealer Dekadenz und Exklusivität und dem gemeinen Volk, das für Designerkleidung normalerweise nicht die finanziellen Mittel hat. Mithilfe dieser Kooperationen wird Mode also demokratisch - und kann auf diese Weise vielleicht auch bestimmte Modeerscheinungen an ein größeres Publikum bringen und verbreiten.

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15Kommentare Claire |

Nachtportier, Schutzmann oder Skifahrer: der Kopfschmuck der Saison

In diesem Winter spielen Kopfbedeckungen eine wichtige Rolle. Es gab Zeiten, da schickten die meisten Modeschöpfer ihre Models für die Wintersaison eisern ohne das kleinste Hütchen auf den Laufsteg, was beispielsweise in den 50er Jahren undenkbar gewesen wäre, da ging kaum ein Mensch ohne Hut auf die Straße. Bekanntlich hat sich seitdem viel geändert, auch in der Mode. Der Hut gehört nicht mehr zwangsläufig zum guten Ton, man darf sich auch unbehütet unters Volk begeben. Trotzdem, wie gesagt: in diesem Winter möchte der Kopf hübsch bedeckt werden, und das keinesfalls nur mit profan-funktionellen Woll- oder gar Fließmützen.

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6Kommentare Claire |
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