Kunstwerke: Die Schuhe von Chrissie Morris
Ab einem gewissen Punkt hören Schuhe auf, einfach nur Schuhe zu sein - sie werden zu Kunstwerken. Die britische Designerin Chrissie Morris singt ein Lied davon und entwirft Schuhe, die zum Tragen viel zu schade (und zu teuer) sind.
Nachdem sie ihren Master (in Stricken, wohlgemerkt) in Mailand gemacht hat, probierte sie allerlei Lederarten und Kombinationen aus, verfremdete diese und erzielte damit ganz eigenwillige Ergebnisse - was dazu führte, dass sie der spanische Schuhdesigner Sinela Gallery engagierte. Seit 2007 betreibt sie nun ihr eigenes Label und ist bereits auf allen großen Laufstegen zu sehen gewesen.
Morris liebt die 60s und Artdeco, was man ihren Kollektionen auch ansieht. Sie möchte Schuhe für "starke" Frauen gestalten und vergleicht sie mit wertvollen Juwelen, die für sich allein stehen können. Dass Stricken und Schuhe designen gar nicht so weit voneinander entfernt ist, wie man denken mag, erklärt sie damit, dass beide Bereiche absolute Sorgfalt, Genauigkeit und durchdachte Konstruktionen erfordern. Ganz unrecht hat sie damit nicht - ich finde vor allem, man sieht, dass sie einen frischen Blickwinkel mitbringt.
Das dachte sich vermutlich auch Michalsky, als er die Britin im letzten Jahr eine Schuhkollektion entwerfen ließ (wir berichteten), die wesentlich reduzierter ausfiel. Laut Chrissie Morris ist ihr wichtigstes Ziel, das gute alte Lederhandwerk nicht sterben zu lassen. Vor allem in Italien gibt es eine lange Tradition für Schuhhandwerk, weshalb sie inzwischen dort produzieren lässt.
In Deutschland sind die Schuhe über Stylebop erhältlich und zur Zeit sogar reduziert - was leider heißt, dass sie nunmehr 700 Euro anstelle von 1000 Euro kosten... Aber was soll's: Das Angucken lohnt allemal, und als Inspiration dienen diese Kunstwerke auch hervorragend.
Einige der schönsten Modelle von Chrissie Morris:















