Nozomi Ishiguro im Interview
Nozomi Ishiguro startete seine Karriere beim Label Comme des Garcons und arbeitete dort 12 Jahre als führender Designer. 2002 kreierte er seine erste eigene Männerkollektion. Sein Stil ist wild, reicht von Gothic über Lolita. Unter seinem Label werden sowohl Männer- als auch Frauenklamotten, Schuhe, Taschen und Hüte produziert. Wir haben den japanischen Designer über seine Arbeit und sein Verhältnis zu Schuhen ausgefragt.
Was ist das Lieblingsstück deiner aktuellen Kollektion?
Ich habe eigentlich nie ein Lieblingsstück. Nach der Show betrachte ich alle Teile immer sehr kritisch und überlege mir, was ich hätte besser machen können. Das setze ich dann in der nächsten Kollektion um.
Kannst du uns mehr über die Schuhe deiner aktuellen Kollektion sagen?
Die Kleidung der Frühjahr/Sommer Kollektion 2009 sollte super-elegant sein. Deshalb wollte ich mit den Schuhen genau in die andere Richtung gehen, so dass die eher unkonventionell und grenzwertig sind.

Für die Kollektion Herbst und Winter 2009/2010 war es mein Ziel, etwas total Verrücktes, gegen die Norm zu kreieren. Die Inspiration zu den Schuhen war folgende: die Modelle sehen so aus als wenn jemand auf der Toilette ist und die Hosen bis zu den Knöcheln herunterlässt. Diese Optik habe ich mit flachen Slippern kombiniert

Was bedeuten Schuhe für dich?
Schuhe sind für mich wahnsinnig wichtig. Sie erlauben den Kontakt zum Boden, so dass wir unseren Weg gehen können. Sie halten uns in Bewegung.
Wie sieht der perfekte Schuh der Zukunft aus?
Für mich wird es nie einen perfekten Gegenstand geben, weder bei Schuhen, noch bei Kleidung und erst recht nicht bei Menschen.
Welche Schuhbasics sollte jede Frau im Kleiderschrank haben?
Mode ist für mich frei. Deshalb sollte es auch kein bestimmtes Teil geben, das man unbedingt haben muss.

Welchen Designer bewunderst du?
Meine Nummer eins bleibt geheim. Aber ich mag beispielsweise Chanel sehr gerne.
Wie kleidest du dich privat?
Ich denke nicht groß darüber nach, was ich anziehe. Heute trage ich ein T-Shirt mit einer Zeichnung von Daniel Johnston, eine 501 von Levis, die schon etwas älter ist - ich sollte bald eine neue kaufen - und Crocs.
Wer bekommt deine fertigen Designs als erstes zu Gesicht?
Meine Frau, die gleichzeitig auch mein Geschäftspartner ist.
Was machst du, wenn dir die Inspiration fehlt?
Ich gehe schon ganz früh morgens mit meinem Hund Gassi - das gibt mit Zeit zum Nachdenken.
Was magst du an deinem Job am meisten?
Es wäre toll, wenn viele Leute meine Klamotten kaufen, so dass ich mir keine Gedanken über Geld machen muss. Es wäre auch toll, früh Feierabend zu machen und viel Zeit mit meinem Sohn, meiner Tochter und meiner Frau zu verbringen. Leider sieht die Realität anders aus. Designer zu sein ist ein harter Job. Deshalb versuche ich meine Arbeit einfach zu genießen. Das ist wichtig für mich.






