03. Januar 2013
Donnerstag

Meet the team: Zu Gast im Wald Store bei Dana und Joyce

Heute möchten wir euch die erste Ausgabe unserer neuen Serie Meet the team präsentieren, in der wir euch zukünftig kreative Teams in Bild und Gespräch vorstellen möchten. Egal ob in Stores, PR Agenturen, Labels oder Redaktionen; ständig begegnen wir produktiven Zusammenschlüssen spannender Persönlichkeiten, die sich leider oft im Hintergrund halten, obwohl wir sie so gern besser kennen lernen würden. Den Anfang machen die sympathischen Damen Dana und Joyce aus dem Wald Store, die in ihrem hübschen Shop in der Alten Schönhauser Straße 32c in Berlin schicke Lieblingsteile von Labels wie Malaikaraiss, Surface to Air, Henrik Vibskov und Soulland bereit halten.


LesMads: Den Wald Store gibt es schon seit fünf Jahren, aber ihr wart beide am Anfang noch nicht dabei. Wie hat es euch hierher verschlagen?
Dana: Wir haben beide hier nebenher gearbeitet. Ich neben dem Styling, Joyce neben der Schule. Als sich in der Geschäftsführung viel geändert hatte, hat der heutige Mitbesitzer uns gefragt, ob wir nicht mit einsteigen wollen. Wir haben ein bisschen überlegt. Wir hatten den Store ja mehr oder weniger schon mitgeführt und dann hat sich alles ganz natürlich so ergeben. Wir haben uns jetzt nicht hingesetzt und gesagt: “Wir machen jetzt einen Store oder steigen mit ein.” Sondern es hat irgendwie eines zum anderen geführt und dann haben wir es einfach gemacht.
LM: Ihr habt schon beim Styling zusammengearbeitet. Wie habt ihr euch denn kennengelernt?
Joyce: Ich hab eine gute Freundin, die ist Hair-& Make-up Artist. Als ich früher gemodelt habe, hat sie mir von Dana erzählt und dass sie eine Stylingagentur hat, für die sie noch eine Praktikantin sucht. Da dachte ich mir “Ja, cool”, habe mich dort vorgestellt und es hat geklappt. Ich war sehr aufgeregt. Seitdem haben wir alles zusammen gemacht. Wir arbeiten seit ungefähr vier Jahren zusammen.
LM: Arbeitet ihr gleichberechtigt? Wie funktioniert eure Aufgabenteilung?
Dana: Ja, wir haben eine recht strikte Aufgabenteilung. Das müssen wir auch, weil wir sehr viel zu tun haben und es immer mehr wird. Deswegen haben wir beide so unsere Bereiche, wo man sich absolut drauf verlassen muss und auch niemand einem was rein quatscht. Joyce ist vorwiegend für die Kunden, den Bereich Warenwirtschaft und Buchhaltung zuständig.
Ich mache eigentlich alles was Marketing, Presse und das Kreative wie unser Magazin angeht und werde mich jetzt um den Onlineshop kümmern. Das ist unser zweites Standbein, das wir ausbauen möchten.
LM: Habt ihr schon einen Onlineshop?
Dana: Wir kooperieren gerade mit Quartier Deluxe, bauen aber auch parallel unseren eigenen Onlineshop auf und sind momentan in weiteren Gesprächen. Wir kommen beide nicht aus dem Onlinebereich und das ist noch mal was ganz anderes als so ein stationärer Handel. Wir haben uns relativ viel Zeit damit gelassen und hatten vorwiegend den Focus auf den Store gelegt, damit der Hand und Fuß hat und wir uns von einem guten Fundament aus weiter entwickeln können.
LM: Wie viele Mädels arbeiten im Wald Store? Was sind ihre Aufgaben?
Dana: Also wir sind mittlerweile sechs Mädels im Store. Joyce und ich natürlich. Dann haben wir seit Oktober unsere tolle Auszubildende Vanessa. Vero, die schon seit fast vier Jahren bei uns ist, Liese, die uns vorwiegend assistiert, und unsere Praktikantin Marina, die sich größtenteils mit unseren Shootings beschäftigt. Die Aufgaben sind unterschiedlich und wir versuchen immer dem Talent entsprechend Schwerpunkte zu setzten, Verkauf und Kundenberatung steht bei uns aber stets an erster Stelle. Ich glaube generell sind die Tage und Aufgaben sehr vielseitig bei uns, da wir niemals einfach nur rumstehen und Kaffee trinken. Von Fashion Week Events planen, über New York Flüge buchen, unsere Magazine die WALD Fashion Issue besprechen oder unseren Onlineshop fotografieren; Jeder Tag bei uns ist immer anders und sehr aufregend und wir lernen eigentlich täglich zusammen mit unseren Mitarbeitern dazu.
LM: Wenn ihr nach neuem Personal suchen würdet, wonach schaut ihr? Was muss ein Mädchen mitbringen, damit ihr mit ihr zusammenarbeiten wollt?
Joyce: Wir sind mega anspruchsvoll. Sie musst alles haben. Witz, Fleiß, Liebe für Mode, ein cleveres Köpfchen und sie muss wirklich arbeiten wollen.
Dana: Ja, ich glaube, sie müssen sehr passionate sein. Viele Stores haben so einen Typ von Verkäuferin, das haben wir überhaupt nicht. Bei uns sehen alle total unterschiedlich aus, was es auch für uns interessant macht. Und jeder ist auch ein bisschen ein Charakter, der sein kleines Department hat, wofür er verantwortlich ist oder was er sehr gut kann. Aber ich glaube, das allerwichtigste ist, dass die Leute ein bisschen verrückt sind, verrückt nach Mode und, dass sie Lust haben mit uns auf eine Reise zu gehen.
Ich denke, wir sind sehr unkonventionelle Chefs. Bei uns ist es total locker auf der einen Seite, wir lachen ganz viel und haben total viel Spaß, aber bei uns muss man halt auch echt klotzen. Wenn viel zu tun ist, dann muss man auch mal 16 Stunden arbeiten. Wir fordern sehr viel, aber sind auch wahnsinnig dankbar und zeigen das unseren Mädels so oft es geht. Thanx Girls!!
LM: Also ist es einerseits so, dass man diese Leidenschaft dafür braucht und im Gegenzug auch ein sehr freundschaftliches Arbeitsklima hat. Würdet ihr sagen, dass ihr, dadurch dass ihr so eng zusammenarbeitet, auch ein freundschaftliches Verhältnis habt?
Joyce: Ja, voll. Wenn Dana und ich in Paris Termine haben und ich gehe in einen Raum rein, dann weiß ich genau, welche Stücke sie nehmen wird und auch an welchen Stellen sie meckern wird. Wir sind nicht nur Freunde, wir kennen uns mittlerweile auch sehr gut.
Dana: Wir verbringen sehr viel Zeit miteinander. Also sehr sehr sehr viel Zeit! Wie ein kleines Ehepaar. Wir sind dadurch auch sehr enge Freunde geworden, wobei ich es nicht unbedingt als Freundschaft im klassischen Sinn bezeichnen würde, eher als Familie, die zusammen halten muss und durch dick und dünn geht und sich im besten Fall wie bei Joyce und mir noch total gut versteht und tiefen Respekt voreinander hat.
LM: Wenn ihr die Order macht, merkt man da Unterschiede zwischen euren Geschmäckern, oder seid ihr euch immer einig?
Joyce: Wir sind uns eigentlich immer einig. Wir probieren alles an auf den Orderreisen. Ich glaube, alle Messen der Welt haben uns schon in Unterwäsche gesehen. Alle Designer denken gleich immer: “Ok, da kommen die beiden Verrückten wieder, die alles anziehen wollen.” Das ist auch interessant, weil wir so verschiedene Typen sind. Dana ist eher petite, blonde Haare, Größe 34. Ich bin drei Köpfe größer mit meinen höchsten Schuhen und hab eher 36/38. Dadurch decken wir eigentlich jeden Typ von Frau ab, was uns im Verkauf und der Beratung wahnsinnig hilft.
Wenn wir Stücke nehmen, dann nehmen wir nur die, bei denen wir beide hundertprozentig sagen “Das ist geil”. Toller Schnitt, Hammer Material, guter Preis. Wenn wir uns sofort unsicher sind, dann ist es ein no. Wir ordern immer nur die Lieblingsteile. Alles, was es bei uns im Laden gibt, würden wir auch selber tragen. Das ist wie unser Kleiderschrank. Deswegen ist es auch immer ganz schlimm, wenn dann die neue Ware ausgeliefert wird. Dann wollen wir alles haben.
LM: Ihr habt den Wald Store mit seinem Konzept übernommen. Inwiefern hat sich das mit euch verändert?
Dana: Uns war es wichtig, dass wir vom Prinzip her das Konzept so beibehalten. Nicht nur den Namen, sondern auch den Kundentypen, den wir ansprechen wollen. Denn das war schon immer ein Konzept, das es in Berlin nicht so wirklich gab. Einen kleinen feinen Laden, der eine extrem gute Auswahl hat, die bezahlbar und feminin ist. In Berlin ist alles immer sehr sehr sportlich, sehr sehr cool und da war es uns wichtig ein gewissen Gegengewicht zu bilden.
Wir haben das Konzept nur präziser gemacht. Wir sind noch mehr auf das Thema Fashion eingegangen und auf das Thema Weiblichkeit. Ein bisschen weg von diesem Berlin Streetding und mehr zu Paris oder New York. Der Wald Store soll einen internationalen Look verkörpern. Wir kleiden eine coole Frau, die überall auf der Welt leben könnte. Die lässig und stylish aussieht, deren Klamotten aber auch alltagstauglich sind. Die sich sexy – ok sexy, ist ein schwieriges Wort – kleidet und sich dabei schön fühlt. Die eine gewisse Leichtigkeit lebt und Spaß an Mode hat.
Auch die Mischung aus günstigen und teureren Teilen ist uns ganz wichtig. Jeder soll sich bei uns eben mehr oder weniger etwas leisten können.

LM: Ihr vertretet den Wald Store beide natürlich auch mit euren Outfits. Kleidet ihr euch privat anders als im Job?
Joyce: Ne, eigentlich nicht. Außer am Sonntag. Am Sonntag hab ich immer so meinen Kuschellook.
Dana: Uns ist es sehr wichtig, dass man in unseren Sachen nicht nur gut aussieht, sondern sich auch wohl und authentisch fühlt.
Außerdem braucht man Teile, die man kombinieren kann. Wenn du dir einen coolen Rock kaufst, dann muss der zu deinem ganzen Kleiderschrank passen. Er muss einfach sein. Man muss ihn auch mal in einen Koffer packen können. Wir sind da ein bisschen pragmatisch. Wir sind nicht so eine schicke Boutique, wo man nur Cocktailkleider bekommt. Wir arbeiten alle viel, wir haben alle Spaß an der Mode und wollen gut aussehen. Aber es muss auch praktisch sein.
LM: Was braucht ihr so zum arbeiten, mal abgesehen von einander? Was habt ihr unter der Ladentheke? Welche Musik hört ihr am liebsten?
Joyce: Also Musik ist uns sehr wichtig. Wir haben in Berlin ganz viele Freunde, die DJs sind oder Labels haben. Die senden uns vorab gerne mal ein neues Mixtape oder neue Postcasts. Wenn man zehn Stunden oder länger im Laden ist, ist Musik sehr wichtig für die Stimmung. Davon abgesehen, bin ich so ein Schokokind. Es ist immer ein bisschen was Süßes da.
Dana: Und Kaffee. Süßigkeiten brauche ich jetzt nicht so, außerdem haben wir immer viel Klamotten, Schminkzeug und Zahnbürsten da. Das brauchen wir, falls wir nach der Arbeit noch Ausgehen wollen.
LM: Das klingt als wäre der Laden wie euer zweites Zuhause?
Dana: Ja voll. Im Januar bauen wir auch endlich unser Büro um. Da muss dann eine Couch drinstehen. Da wir immer recht viele Gäste haben, ist es uns auch wichtig, dass sie sich wohl fühlen. Deswegen haben wir auch immer Getränke und Snacks da. Der Laden ist so ein bisschen wie unser Wohnzimmer, in dem der Kunde uns besucht. Ganz oft kommen auch Freunde, dann sitzen wir hinten und trinken Cola zusammen und am Ende kaufen sich alle noch was schönes.
LM: Zum Schluss interessiert uns natürlich noch die nächste Saison im Wald Store. Gibt es neue Labels, die ihr eingekauft habt?
Dana: Wir waren diesmal zum ersten Mal zur Order in New York. Wir wollten Labels, die man in Europa nicht so findet, damit wir noch ein bisschen spezieller werden. So haben wir beispielsweise ein super cooles Bademoden Label aus Kanada namens Beth Richards gefunden. Dabei haben wir eigentlich gar keine Bademode, aber wir fanden die Sachen zu gut um “nein” zu sagen.
Außerdem haben wir Kahlo aus Australien entdeckt. Die arbeiten ganz viel mit Leder und sind in Australien und Amerika schon recht bekannt. Die Designerinnen haben uns auch bisschen an uns erinnert. Die eine war sehr groß und die andere ganz klein. Das ist auch etwas, das uns sehr wichtig ist. Wir haben fast so eine freundschaftliche Beziehung zu den Labels, die wir kaufen. Wenn wir Geld ausgeben, haben wir auch eine gewisse Verantwortung. Deswegen achten wir darauf: “Wo kaufen wir ein? Was machen die? Wo geht unser Geld hin? Wollen wir das Label unterstützen?” .
Außerdem haben wir noch “Altewaisaome aus Schweden und “Underground” aus London neu dabei.
LM: Welche Trends finden wir im nächsten Frühling im Wald Store?
Dana: Wir stehen gerade voll auf Weiß. Das tragen wir auch selbst sehr gerne, wie man heute sieht. Außerdem ist Metallic auf jeden Fall noch ein Thema, kombiniert mit ganz hellen Mintfarben. Für uns ist aber auch Schwarz immer sehr wichtig. Das ist einfach so eine Grundfarbe, die die Wald Kundinnen sehr gern tragen.
LM: Vielen Dank für das Interview! Wir freuen uns auf die nächste Saison im Wald Store.

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1 Kommentar zu “Meet the team: Zu Gast im Wald Store bei Dana und Joyce

  1. @dana was meinst du genau mit yeah, oder fiel die nichts ein? Du kommentierst hier doch sonst auch jeden Quatsch etwas ausführlicher, aber nie sinnvoll. Die Kommentare von dir und Flora dienen wohl eher dazu Leser auf euren Blog zu lotsen ;)

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