von Katja in Kategorie: Lifestyle 8Kommentare

Hausbesuch: Marlen Stahlhuth spricht mit uns über den Launch von Paperboats, Stil und Fotografie

Nachdem wir neulich bereits Jessca Weiß zum Launch von Journelles ausgefragt haben, haben wir nun die nächste unserer Lieblingsbloggerinnen zum Interview gebeten. Marlen Stahlhuth ist hoffentlich vielen von euch ein Begriff. Immerhin hat sie sich bereits mit Vergissmeinnicht, ihrer Arbeit für FashionDaily.TV und nicht zuletzt ihren tollen Streetstyle-Bildern einen Namen gemacht. Kürzlich hat sie nun ihre neue Seite Paperboats gelauncht. Das haben wir uns zum Anlass genommen der lieben Leni mal einen Besuch abzustatten.

Hier geht es zum Interview:

LesMads: Wie kam es zum Launch von Paperboats?

Marlen Stahlhuth: Den Namen meines alten Blogs Vergissmeinnicht konnte sich keiner so richtig merken und im Ausland konnte ihn auch niemand aussprechen. Da ich keine großen Texte veröffentliche, dachte ich mir außerdem, dass ich die neue Seite auch ganz auf Englisch umstellen kann. Bei Vergissmeinnicht habe ich das Layout noch selbst gemacht und ich finde, das sieht man auch. Wenn ich seriöse Interviews anfragen wollte, dann war das eher schwierig, als ich meine Seite mit selbstgebasteltem Banner präsentiert habe. Ein Freund hat mir dann alles bei Paperboats eingerichtet und nach monatelanger Arbeit waren wir wirklich begeistert von dem Ergebnis. Ohne die Jungs hätte das auch gar nicht geklappt. Wenn ich früher nicht weiter wusste, dann habe ich HTML-Codes immer gegoogelt.

LM: Das neue Format ist sehr bilderlastig. Auch Streetstyles stehen im Vordergrund. Wonach sucht du bei einem Motiv?

MS: Entweder gehe ich nach meinem persönlichen Geschmack oder danach, ob ich es verkaufen könnte. Generell finde ich es immer cool, wenn jemand einen Hut trägt. Gerade finde ich auch den New York- oder Brooklyn-Style ganz gut. Oder wenn es ein Look ist, der wirklich ungesehen ist. Also wenn man nicht denkt: "So sieht das H&M Lookbook aus.", sondern wenn es echt anders ist. Natürlich ist es auch immer etwas klischeehaft, wenn man unbedingt anders und individuell sein will. Und oft klappt es ja auch nicht so richtig. Aber generell finde ich Leute spannender, die nicht nur hübsch sind, sondern vielleicht blaue Haare haben oder etwas anderes Besonderes an sich. Eigentlich finde ich Portraits sowieso fast spannender als Streetstyles.

Der gerade so beliebte Stockholm Streetstyle ist mir auch eher etwas zu langweilig. Ich kann natürlich verstehen, warum man das schön findet, aber ich finde da lohnt sich nicht unbedingt immer ein Foto.

LM: Mal abgesehen von Streetstyles, in welche Richtung willst du mit deiner Fotografie gehen?

MS: Editorials finde ich spannend, weil man sich kreativ ausleben kann. Davon abgesehen finde ich Home Stories cool, wie ich sie beispielsweise gerade mit David gemacht habe. Außerdem ist es natürlich immer toll, wenn man die eigenen Fotos gedruckt sieht. Im Layout wirken sie einfach noch mal ganz anders.

Davon abgesehen interessiere ich mich sehr für Dokumentarfotografie. Mein Traum ist es mal eine eigene Fotostrecke im Stern zu haben. Das fände ich unglaublich spannend, weil Mode dir irgendwann auf den Keks geht. Natürlich sind Editorials cool, aber Bilder, die in die Geschichte eingehen und die im Gedächtnis bleiben, haben viel mehr mit Fotografie zutun. Man muss im richtigen Moment abdrücken und du musst das Auge dafür haben. Ein Editorial könnte auch der Kameraassistent machen. Man braucht das Setting, man muss das Licht einstellen und dann kann eigentlich jeder auf den Auslöser drücken. Als Dokumentarfotograf musst du sehen, welcher Ausschnitt genau der richtige ist usw. Das ist eine viel größere Herausforderung.

LM: Trotzdem kommen wir jetzt zur Mode zurück. Wie würdest du denn deinen Stil beschreiben?

MS: Ich trage sehr viele Hüte, das hat manchmal etwas kostümartiges. Das mag ich auch gern so, weil es einfach anders ist. Ich versuche mich nicht mehr so süß zu kleiden, weil ich damit durch die Haare sowieso immer konfrontiert werde. Das ist natürlich schön, aber da nimmt einen auch niemand so ganz ernst. Im Moment stehe ich auch auf Sneaker und Caps, kombiniere die dann aber gerne mit Röcken etwas mädchenhafter. Ich werde glaube ich nie - allein schon wegen meiner Größe - zu diesen sackartigen langen Mänteln und ähnlichen Designs greifen. Darin gehen ich unter. Ich mag natürlich auch Vintage Stücke, obwohl ich die Auswahl in Berlin nicht so gut finde. Viele Teile sehen da einfach aus wie aus Omas Garderobe. Ich mag eher den amerikanischen Stil mit College-Jacken und alles, was ein wenig nach Brooklyn in den 90ern aussieht. Aber wer weiß, wie ich das in drei Jahren sehe.

LM: Gibt es ein Teil, das du immer wieder kaufst, obwohl du es vielleicht gar nicht brauchst?

MS: Weiße Schuhe, schrecklich! Es ist fast unfassbar, ich habe plötzlich sechs Paar und schon wieder steht ein neues Modell auf meiner Liste. Und auf Foto Print stehe ich.

LM: Welches ist dein ältestes Kleidungsstück?

MS: Eine alte Kapitänsmütze von meinem Opa, die mir meine Oma gegeben hat.

LM: Welches ist dein am meisten getragenes Kleidungsstück?

MS: Auch die Kapitänsmütze.

LM: Dein bester Kauf des Jahres?

MS: Entweder die Reebok Sneaker oder der Liftboy-Hut aus Amsterdam.

LM: Wie sieht dein Wohlfühl-Look aus?

MS: Auf jeden Fall ein Kleid, weil man dann schnell angezogen ist. Bei mir wäre es wohl ein Spitzenkleid. Das kann man mit Lederjacke und Stiefeln o.ä. kombinieren. Das ist mein kleines Schwarzes.

LM: Welche drei Dinge würdest du mit auf eine Insel nehmen?

MS: Ich denke immer, dass man ja eigentlich etwas mitnehmen müsste, mit dem man wieder zurückkommt. Aber das ist wohl nicht so der Sinn der Frage. Also ich würde eine Person mitnehmen, die ich aber noch nicht kenne. Meine Kamera müsste auch mit. Und ein Notizbuch und einen Stift. Damit man schreiben oder Malen kann. Ich habe früher auch viel gezeichnet.

LM: Was ist dein peinlichstes Kleidungsstück?

MS: Meine Mutter hat früher sehr oft gesagt: "So gehst du nicht aus dem Haus!" und hat sich da auch krass durchgesetzt. D.h. die ganzen Bauchfrei- und Butterfly-Top-Trends habe ich deswegen alle nicht mitgemacht. Ich hatte aber mal einen unglaublich hässlichen Ring von Bijou Brigitte, der riesengroß und mit hellblauen Diamanten besetzt war. Ich glaube, das war das Schlimmste. Aber den habe ich natürlich nicht mehr. Meine Jugendbilder sehen eher immer sehr langweilig und konservativ aus.

LM: Kommen wir mal zu deiner Wohnung. Worauf achtest du bei der Einrichtung?

MS: Leider habe ich zu wenige Zimmer. Am liebsten würde ich jeden Raum in einem anderen Stil einrichten.Ich mag den Chesterfield-Stil, weiße Dielen und Fotolampen. Leider konnte ich das noch nicht ganz umsetzen. Kolonialstil mag ich auch sehr gerne. Und das dann sehr hell umsetzt, mit viel weiß und abrissenen Tapeten. Den Bruch zu moderner Technik finde ich auch spannend. Und skandinavische Küchen mag ich sehr gerne. Ich mag ganz verschiedene Einflüsse.

LM: Wie bist du auf die Idee mit den Lampen in der Küche gekommen?

MS: Eine Freundin von mir macht das, also habe ich es bei ihr schon mal gesehen. Dann haben wir von Fashion Daily TV bei einer Künstlerin gedreht, die eine ähnliche Installation hatte. Die kostete aber mindestens 1000 Euro. Also habe ich mich mit meiner Freundin daran gemacht und wir haben einen Tag lang zusammen gewerkelt. Und jetzt hängt es. Ohne sie hätte ich natürlich keine Ahnung gehabt von den Klemmen und Drähten. Ich habe nur assistiert. Die Küche war vorher auch viel zu dunkel.

LM: Was ist dein Lieblingsplatz in deiner Wohnung?

MS: Der Sessel am Fenster. Wenn man hier zur Mittagszeit sitzt, scheint das Licht direkt ins Fenster und es ist so schön warm. Früher hatte ich auch mein Bett an der Stelle stehen.

LM: Und zum Schluss: Was sind deine Lieblingsplätze in der Umgebung?

MS: Ich wohne natürlich in der schönsten Gegend Berlins, dem Graefekiez. Besonders mag ich es am Wasser, immerhin habe ich vorher in Hamburg gewohnt. Am Paul-Lincke und Maybach-Ufer finde ich es schön. Ich gehe gerne im Sushicube essen oder zum Frühstück in den Fuchsbau oder in die Melbourne Canteen.

LM: Tausend Dank für das nette Interview und viel Erfolg mit Paperboats!

Hier geht es zum Einblick in Lenis Wohnung:

Tags: einrichtung, fotografie, hausbesuch, interview, marlen stahlhuth, paperboats, streetstyle, wohnung
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8 Kommentare

  • Claudia Grande

    Danke, dass ihr Marlen mal näher vorgestellt habt. Man sieht sie und ihre Fotos in letzter Zeit so häufig... Gefällt mir, was das Interview so zu Tage fördert.

  • Marlen

    Schönes Interview, total entspannt und sympathisch und die hohen Stuckdecken in der Wohnung sind natürlich ein Traum.

  • christina

    tolles interview und natürlich eine sehr schöne wohnung! aber ich muss leider wieder eure fotoqualität bemängeln! man braucht nicht die beste kamera, aber ein besserer umgang in sachen fotos und bildbearbeitung wäre wünschenswert! meiner meinung nach leidet der blog darunter...

  • Jenny

    Ich liebe ihre Hüte! Leider finde ich nie solche tollen vintage Teile :(

  • Jasmin

    Das mag ich. Und natürlich Leni!

  • Denisa

    Really great interview and she has a great style at home.

  • Christian

    jaja, die Leni...gern gesehen vor meiner Kamera! :P

  • maike

    schönes interview!

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