24. Oktober 2012
Mittwoch

Neustart mit Journelles: Jessica Weiß im Interview

Gut ein Jahr ist es her, dass Jessica Weiß LesMads verlassen hat, um den Online-Auftritt vom Interview Magazin zu übernehmen. Nebenher konnte man in dieser Zeit leider nur eher selten etwas von ihr auf ihrem Tumblr lesen. Doch damit ist jetzt Schluss. Endlich ist sie mit einem neuen Projekt, dem Blogazine Journelles zurück. Gemeinsam mit den Autorinnen Julia, Hanna, Alexa und Kerstin widmet sie sich nun wieder ganz den Themen Mode, Beauty und Lifestyle. Wir haben mit Jessie über ihr Comeback, die deutsche Blogosphäre und ihre aktuellen Modelieblinge gesprochen. Nach dem Klick geht es zum Interview.


LesMads: Herzlichen Glückwunsch zu deiner sehr gelungenen, neuen Seite Journelles! Wie fühlt es sich an nach einem Jahr Pause wieder als Vollzeit-Bloggerin oder besser Blogazine-Betreiberin unterwegs zu sein?
Jessica Weiß: Lieben Dank! Es fühlt sich ganz wunderbar an, wieder sein eigener Herr zu sein. Mir kommt das Verlassen von LesMads tatsächlich wesentlich länger vor, dabei war es “nur” ein Jahr – umso schöner, dass du mich jetzt in meiner “alten Heimat” featurest.
LM: Mit einem so schnellen Comeback hätten wohl nur die wenigsten gerechnet. Wie kam es dazu?
JW: Jahrelanges exzessives Bloggen hinterlässt seine Spuren. Besonders aber fehlte mir die Möglichkeit, etwas zu tun, worüber ich die alleinige Entscheidungskraft habe, um die Dinge meinen Vorstellungen entsprechend zu formen und zu kreieren. 
LM: Du kennst nun zwei verschiedene Möglichkeiten der Online-Publikation. Erst hast du einen Modeblog mit Verlagsbackground geführt und dann eine Homepage zu einem Print-Magazin. Inwiefern unterscheidet sich da der Arbeitsalltag?
JW: Die Arbeit spielt sich zu 90 Prozent vor dem Rechner ab, das ist überall gleich. Inhaltlich unterscheidet sich die redaktionelle Art und Weise der Arbeit auch kaum, nur ist es bei einer großen Redaktion wesentlich administrativer, Meeting-lastiger und alles geht durch viel mehr Instanzen. 
LM: Wann entstand die Idee zu Journelles?
JW: Für mich persönlich ist es die logische Konsequenz von LesMads, meinen Erfahrungen beim Interview Magazin und meinem Tumblr LaJessie. An eine neue Seite habe ich hin und wieder mal gedacht, musste mich aber zuerst durchringen, die Idee auch umzusetzen und mich in die Selbstständigkeit zu wagen. Im August dann habe ich in jeder freien Minute mit der aktiven Planung und dem Webdesign begonnen.
LM: Hattest du jemals Zweifel wieder einen Modeblog mit persönlicher Note zu starten?
JW: Nein, ich denke, dass dies eng miteinander verknüpft ist und Persönlichkeit und Subjektivität ein gutes Blog nach wie vor ausmachen. Es kommt immer auf die richtige Dosierung an. Der einzige Nachteil ist, dass dadurch wesentlich mehr Angriffsfläche geboten wird. Mein Freund sagte während meiner Überlegungen im Spaß zu mir: “Mach das bitte nur, wenn du dich wirklich nicht mehr über persönliche negative Kommentare ärgerst!” Das kann ich mittlerweile aber ganz gut trennen ;-)
LM: Was möchtest du anders machen als bei LesMads?
JW: Nach wie vor werde ich nach meinem Bauchgefühl gehen, das hat bislang ganz gut funktioniert! Die Themengebiete haben sich ein wenig verschoben, es gibt einige neue Interessen, die Platz im Beauty- und Living-Bereich finden; einige Kategorien werde ich aber nicht mehr so stark befüllen. Der Unterschied liegt jetzt vor allen Dingen darin, komplett eigenverantwortlich für das Projekt zu sein und daraus ergeben sich automatisch andere Ansätze.
LM: Du kennst die deutsche Modeblogosphäre von Beginn an. Welche Stärken und Schwächen siehst du aktuell im Vergleich zu internationalen Blogs?
JW: Der internationale Markt scheint nie gesättigt zu sein, alles professionalisiert sich, Outfit-Blogger werden zu Marken/It-Girls/Aushängeschildern. Daraus ergeben sich völlig neue Business-Modelle, die vor fünf Jahren noch gar nicht vorstellbar waren. In Deutschland nimmt zwar auch die Masse der Modeblogs zu – es gibt ja im Prinzip niemanden mehr, der nicht auch bloggt – jedoch gibt es nur wirklich wenige, die a) das Durchhaltevermögen besitzen, b) eine Marke aus sich/seinem Produkt machen und c) letzten Endes auch davon leben können.
Stärken sehe ich darin, dass wir hier immer noch wesentlich textlastiger sind und nicht nur das hübsch inszenierte Foto zählt. Schwächen jedoch darin, dass es kaum einzigartige und professionelle Formatideen gibt, die herausstechen. Ich nenne immer gern The Man Repeller als Beispiel. Im Prinzip ist es ein reines Outfit-Blog, das aber durch Humor und die Art der Inszenierung besticht.
LM: Zum Schluss noch drei kleine Fragen: Was sind deine Blogfavoriten im Moment?
JW: The Rockstar DiariesOh Frantastic, Mija, Spruced,  A Love is Blind und Tales of Endearment!
LM: Welches ist dein Lieblingstrend für den kommenden Winter?
JW: Leder, immer wieder Leder!
LM: Welche drei Teile stehen gerade ganz oben auf deiner Wunschliste?
JW: Meinen grössten Traum habe ich mir erfüllt, eine Trapeze von Céline, daher darf ich mir eigentlich gar nichts mehr wünschen! 
LM: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit Journelles!

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2 Kommentare zu “Neustart mit Journelles: Jessica Weiß im Interview

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