Interview mit Nachwuchsdesignerin Stine Riis
Stine Riis ist die Gewinnerin des ersten H&M Design Award. Neben einem Preisgeld von 50.000 Euro durfte die studierte Modedesignerin ihre Kollektion während der Mercedes-Benz Fashion Week Stockholm einem breiten Publikum präsentieren. Wir haben die junge Dänin nach der Show getroffen und über den Award, ihr persönliches Design und ihre Zukunftsvision befragt.
Hallo Stine. Erst einmal Herzlichen Glückwunsch. Wie fühlst du dich nach deinem Sieg?
Ich bin sehr glücklich und überwältigt im Moment. Und natürlich bin ich auch ein bisschen müde.
Wie wirst du den Sieg nun feiern?
Dafür habe ich leider gar keine Zeit. Vielleicht trinke ich ein Bier...
Wie werden deine nächsten Tage aussehen?
Ich werde nun in meine Heimat Dänemark zurückreisen und meine nächste Show vorbereiten. Ich werde bei der Modemesse Gallery in Kopenhagen ausstellen und am Freitag meine zweite Show bei der Copenhagen Fashion Week präsentieren.
Wann hast du dich dazu entschlossen Designerin zu werden?
Ich denke, das war ein allmählicher Prozess über die Jahre hinweg. Ich habe es als einen guten Weg angesehen, mein Interesse für Mode und Geschäftliches zu verbinden und meine Kreativität zu erforschen. Im letzten Sommer habe ich dann mein Studium am London College of Fashion abgeschlossen.
Wie hast du dich auf den Wettbewerb vorbereitet?
Gar nicht großartig. Dafür blieb mir keine Zeit, da ich meine Kollektion noch fertig stellen musste. Also musste ich einfach da sein und die Jury treffen.
Welche Rolle hat die Jury für dich gespielt?
Es ist natürlich eine sehr große Anerkennung. Alle Jury-Mitglieder sind internationale Modejournalisten. Sie kennen den Markt und ich weiß, wenn sie meine Sachen mögen, werden weitere folgen. Also ist ihre Meinung sehr wichtig für mich und sie motiviert mich weiter zu arbeiten.
Wie beurteilst du deine Konkurrenten?
Ich denke sie haben alle sehr starke Kollektionen präsentiert und sie sind alle großartige Persönlichkeiten. Letztendlich lag es an der Jury die richtige Entscheidung zu treffen. Ich denke alle haben Potenzial. Sie müssen es nur selber wollen und hart arbeiten.
Wer ist deine Mode-Ikone?
Raf Simons.
Und dein Style-Vorbild?
Iris Strubegger, die ja auch in meiner Show mitläuft. Sie diente mir und meiner Kollektion auch als Inspiration.
Gibt es ein Thema für deine Kollektion?
Meine Kollektion ist größtenteils durch Zeit inspiriert und wie sich unterschiedliche Materialien mit der Zeit entwickeln. Darum heißt die Kollektion „Decadence and Decay“. Ich habe also auch auf unterschiedliche Prozesse bei der Produktion geschaut. Ich habe zum Beispiel Produktionsmuster auf fertige Kleidung genäht. So habe ich verschiedene Texturen und Farben miteinander kombiniert.
Welche Materialien hast du am häufigsten benutzt?
Ich habe viele Materialien benutzt. Beispielsweise Seide, Pelz, Leder, Wolle und Baumwolle. Aber ich habe keinen Favoriten. Jedes Material kann unterschiedliche Sachen. Man kann tolle Sachen mit einem Material machen, dafür andere weniger. Und genau das möchte ich herausfinden, wie kombinierfähig ist welches Material. Denn es ist beispielsweise schwierig ein steifes Material mit einem seidenähnlichen Stoff zu verarbeiten.
Gibt es ein Keypiece in der Kollektion?
Nicht wirklich, aber ich designe am liebsten Jacken und Mäntel. Denn so style ich mich auch selber. Wenn man aus Dänemark kommt, ist man es gewöhnt immer eine Jacke zu tragen, auch im Sommer. Die Jacke wird also zwangsläufig zu deinem Freund, zumindest für mich. Deswegen sind Jacken ein guter Weg um seine Persönlichkeit auszudrücken.
Wie lange hast du für diese erste große Show gearbeitet?
Ungefähr drei bis vier Wochen hat es gedauert, bis ich noch letzte Kleidungsstücke für die Show fertig hatte.
Welche Musik hast du für deine Show ausgewählt?
Ich habe mir einen Mix von Yann Tiersen mit ein paar harten Beats ausgesucht. Ich mag die Mischung aus klassischer und moderner Musik und ich denke, dass es die Kollektion sehr gut unterstützt.
Wo willst du später arbeiten?
Im Moment wohne ich in Kopenhagen, aber ob es dabei bleibt kann ich noch nicht sagen.
Wie sieht deine Vision für die Zukunft aus?
Ich möchte das gewonnene Geld investieren um mein eigenes Label zu gründen, so dass ich im August bereits meine Frühjahrs-/Sommerkollektion 2013 zeigen kann. In den nächsten fünf Jahren möchte ich mein eigenes Geschäft dann soweit aufgebaut haben, dass ich davon leben kann. Damit ich das machen kann was ich liebe: Designen.
Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg!






Carolin.
Sympathische Dame :) Klingt bodenständig und trotzdem kreativ!
Tina
Ja, sympathisch ist sie, die Stine. Wir finden auch ihre Abschlusskollektion, mit der sie zum H&M Design Award angetreten ist, echt super...
Trang
ich freue mich auch schon auf ihre zusammenarbeit mit h&m.
schade, dass die deutschen finalistinnen nicht gewonnen haben, für ihre kollektionsteile würde ich mich auch morgens anstellen und auf der stelle alles aufkaufen.