Neuer Preis für Nachwuchsdesigner: H&M vergibt Design Award

Preise für Nachwuchsdesigner kann es eigentlich gar nicht genug geben, denn der Weg vom Studium bis zum eigenen Label ist schwer und benötigt sowohl finanzielle als auch einführende Unterstützung. Die will jetzt auch H&M liefern und geht deswegen mit einem eigenem Nachwuchspreis an den Start. BA-Absolventen aus sechs Ländern von vierzehn Hochschulen bewerben sich in den kommenden Wochen um den mit 50.000 € dotierten H&M Design Award, der ab jetzt jährlich verliehen werden soll. Die Gewinnerkollektion wird dann am 1. Februar während der Stockholm Fashion Week präsentiert. Ausgewählte Stücke werden außerdem bei H&M erhältlich sein.
Die teilnehmende Hochschulen sind Beckmans College of Design, Stockholm, und Borås Textilhögskolan, Borås, in Schweden; die DKDS, Kopenhagen, und Design Skolen Kolding, Kolding, in Dänemark; die Universität der Künste UdK, Berlin, Universität Pforzheim, Pforzheim, und Weißensee Kunst-Hochschule, Berlin, in Deutschland; die University of Brighton, School of Architecture & Design, Brighton, Central Saint Martins, London, und London College of Fashion, London, in Großbritannien; das ArtEZ Institute of Arts, Arnhem, und AMFI, Amsterdam, in den Niederlanden; die Royal Academy of Fine Arts, Antwerpen, und La Cambre, Brüssel, in Belgien.
In jedem Land entscheidet eine Jury über die Kollektionen der Teilnehmer. In Deutschland bestimmen Sängerin Alina Süggeler, Jessica Weiß, Elle-Modechefin Kerstin Schneider und Ann-Sofie Johansson über die Vorauswahl. Letztere ist als Head of Design von H&M bei jeder Jury dabei und bloggt aus gegebenem Anlass sogar selbst. Gemeinsam mit Hilary Alexander, Christopher Kane, Susie Lau, Kristopher Arden-Houser und Margareta van den Bosch entscheidet sie dann über den Gewinner des H&M Design Awards.
Zusätzlich gibt es einen People`s Prize Award. Denn selbstverständlich kann auf designaward2012.hm.com auch über die Teilnehmer abgestimmt werden. Ab heute wird es die Homepage regelmäßig mit Videos von den Hochschulen, teilnehmenden Designern und Jury-Portraits ausgestattet. So kann der gesamte Vergabeprozess beobachtet werden und am 1. Februar gibt es selbstverständlich einen Livestream von der Gewinner-Show. Im Einführungsvideo kann man sich einen ersten Eindruck über die H&M Design Awards machen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und wer aus Deutschland so dabei ist.
Hier geht's zum Video:





Anna
Ist ja schön, dass die sowieso schon elitären Schulen auch noch mehr Unterstützung durch eine Firma wie H&M bekommen.
Studenten, die an anderen Modeschulen ihren Abschluss gemacht haben sind ausgeschlossen, da sie sich die Ivy League der Modeschulen nicht leisten konnten.
Tja da bleibt einem nur noch zu hoffen irgendwann bei Hyeres dabei zu sein. Ha ha.
mel
@anna: haha, genau DAS dachte ich mir soeben auch. kann da immer nur lachen. diese ganzen awrds sind der reinste witz. entweder sie werden innerhalb einer schule durchgeführt, ergo kann sich besagte schule mit ruhm und ehre bekleckern oder es kauft sich irgeneine schule ein, dessen dozenten dann in der jury sitzen und ratet welche schüler wessen schule DANN gewinnen...
Lene
Jessie in der Jury!? (Oder ist das Namens-Zufall?) Hätt ich jetzt fast überlesen...
Anita
An sich finde ich das eine cool aktion, aber es sollte für alle absolventen geöffnet sein, egal von welcher schule. schließlich sagt die nichts über die qualität eines absolventen aus, lediglich über das geld (tendenziell das der eltern) und glück aufgenommen zu werden.
xxx Anita
Vera
Gebe ebenfalls den Vorrednerinnen vollkommen recht, wobei man einschränkend sagen muss, dass hier einige gute Hochschulen dabei sind, bei denen es bei der Aufnahme eben nicht um Geld sondern um Talent geht. So erhoffen sich die Veranstalter des Wettbewerbs durch diese Selektierung im Vorwege einen Qualitätsstandard der eingereichten Entwürfe. Nichtsdestotrotz wäre es schön, wie Anita sagt, wenn es viel mehr Wettbewerbe gäbe, wo es nicht nur um das "who is who" der Schulen sondern auch tatsächlich um Talent u. Kreativität des einzelnen Designers geht egal woher er oder sie kommt. Aber das bleibt vermutlich ein Traum. Die Vorentscheidung für einige Schulen und damit die Entscheidung für weniger eingereichte Bewerbungen erspart natürlich auch wieder Zeit und Geld.
Lola Finn
Ooooohhh... meine Schule ist nich dabei...
Mia
Es wäre mal interessant zu wissen, bei welchen Wettbewerben Susie Bubble NICHT in der Jury sitzt. Oder ist das ein neuer Beruf?
Anna
schön, das h&m endlich auch mal was zur nachwuchsförderung beisteuert. wurde ja auch zeit. allerdings finde ich es auch etwas schade, das es auf einzelne schulen begrenzt ist.. das sollte man beim nächsten durchgang bedenken.
anna2
@Lene: DIE Jessie ist wirklich in der deutschen Jury. Kein Namenszufall ;)
siehe: http://designaward2012.hm.com/jury/
Kirsten
Hab da eine andere Meinung, bin selbst auf einer Modeschule und obwohl die Studiengebühren sehr sehr hoch sind, haben dort nicht alle automatisch viel Geld. Studenten verschulden sich und brauchen schon alle ewig, um diese nach dem Studium zurück zu zahlen!
Trotzdem bin ich auch der Meinung, dass jeder teilnehmen können sollte!
Hier ein sehr interessanter Artikel der FAZ zum Thema:
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/modedesigner-mehr-schein-als-sein-11587204.html
Monika-Luiza
Naja, UDK und die Fachhochschule Pforzheim sind staatliche Schulen, somit nicht "Ivy League". Klar ist ein Modedesign Studium teuer aber gerade staatliche Hochschulen sind in Deutschalnd führend auf dem Gebiet.
Deswegen empfinde ich die Schulen hier als gut ausgewählt, meistens sind es die kleinen privaten und oftmals nicht so guten Schulen die extrem hohe Studiengebühren haben.
Was Pforzheim und die UdK angeht, wird ausschließlich auf Talent geschaut, und die Dozenten verstehen wirklich was von ihrem Fach; weshalb die zwei Schulen wohl auch für diesen Wettberwerb berücksichtigt wurden. Wie es mit der Weissensee aussieht weiß ich persönlich nicht, aber viele junge, gute dt. Designer haben dort studiert. Klar ists "blöd" daß andere Schulen nicht teilnehmen können. Aber life's not fair, leider!
Jen
Zumindest die dt. Schulen, die hier dabei sind, sind nicht nur angesehen und seriös, sondern staatlich und kosten nicht mehr als "normale" Unigebühren auch ( auch und gerade Weissensee). Da spricht wohl bei vielen der Neid, die bei diesen Unis nicht angenommen wurden, denn deren Auswahlkriterien und Aufnahmeprüfungen sind in der Tat sehr schwer. So kommen aber eben meist die spannendsten und vor allem künstlerischsten Talente weiter. Ich finde die Auswahl absolut korrekt, zumal in anderen Ländern andere Regeln herrschen: dort kostet jedes Studium viel Geld, und die gehobenen Künste meist etwas mehr. Macht aber auch Sinn, denn die Welt braucht keine 30000 Modedesigner jedes Jahr.
Conni
Peinlich Katja, dass du den Namen deiner Gönnerin und lesmads-Gründerin Jessie nicht mal verlinkst bzw. darauf hinweist, um wen es sich handelt. Du hast ihr schliesslich ne ganze Menge zu verdanken - sie hat dich ausgewählt, ihre Nachfolge anzutreten!! Ich weiß leider immer noch nicht, warum ausgerechnet du diesen Jackpot bekommen hast. Bisher konntest du noch nicht den Beweis dafür liefern!!
Conni, ich habe keinen der Namen verlinkt, weil der Text sehr schnell online gehen sollte. Außerdem bin ich davon ausgegangen, dass Jessie hier wohl keiner Vorstellung bedarf.
dimitri
also ich studiere an der royal academy in antwerpen (laut "stern": mit saint martins die havards unter den modeschulen) und bezahle 700€ jährlich. es bewerben sich jedes jahr um die 300 leute und nur 70 kommen rein. wenn es euch an talent fehlt und ihr nur an irgendeiner peinlichen fh irgendwo in deutschland studiert oder nichtmal mut habt euch an einer bekannten schule zu bewerben, ist es euer problem! außerdem sind zu dieser preisverleihung mehr als genug schulen zugelassen, die eigentlich nicht mit anderen konkurrieren können u (ganz besonders meine ich damit die deutschen schulen)! also hört mit dem nörgeln auf und riskiert was oder akzeptiert einfach, dass ihr vielleicht doch nicht so talentiert seid, um mit anderen mithalten zu können.
Tina
Das Thema stösst ja auf wirklich lesenswerte Kontroversen... ;) Ich habe die britische Gewinnerin des Awards interviewt - und auch wenn die am LFC gerade ihren BA gemacht hat - Snob-Allüren konnte ich bei ihr nicht feststellen...