Maison Martin Margiela Artisanal Spring/Summer 2012 Show
In der vergangenen Woche wurde in Paris neben den Couture 2012 Kollektionen auch die Artisanal Linie von Maison Martin Margiela präsentiert. Seit der Gründung des Labels 1988 ist das Sammeln von gebrauchten oder auch neuen Kleidungsstücken, Accessoires und Dingen aus aller Welt fester Bestandteil der Arbeit des Teams. Das Maison Martin Margiela nimmt sich dann diesen Zeichen der Zeit an und belebt sie durch neue Interpretationen wieder. In der Kollektion für Spring/Summer 2012 finden sich so u.a. Makrame-Taschen, Champagnerflaschen oder Freundschaftsbändchen wieder.
Jedes Stück der Artisanal Kollektion wird in aufwendiger Handarbeit im Atelier in Paris hergestellt. Dadurch sind die Stücke einzigartig und limitiert. Insgesamt 14 außergewöhnliche Kombinationen gab es in der vergangenen Woche in Paris zu sehen. Die Gesichter der Models waren dabei typisch Margiela fein verhüllt. Im Mittelpunkt steht die Kleidung selbst.
Und die weiß Geschichten zu erzählen. So erinnert ein schwarzer Anzug, bestickt mit Perlmutt-Knöpfen, an die "Pearly Kings". Die Mitglieder dieser Anfang des 19. Jahrhunderts entstandenen Wohlfahrtsorganisation tragen ganz ähnliche Anzüge. Die Knöpfe des Modells von Maison Martin Margiela stammen tatsächlich von der Kleidung zwei dieser "Pearlies". 78 Stunden hat die Anfertigung der Jacke gedauert. Für die Hose waren 61 Stunden nötig.
Außerdem wurden weiße Kopfkissenbezüge in der neuen Artisanal Kollektion verarbeitet. Je nachdem ob sie aus Seide oder Nylon hergestellt sind, stammen sie aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg und wurden damals in amerikanischen Militärstationen produziert. Oft nutzten Soldaten sie als Geschenke an ihre Familien und Geliebten. Propaganda-Bilder und auch handgeschriebene Liebesbriefe auf den Bezügen sind Bestandteil der amerikanischen Geschichte.
Aus einer ganz anderen Richtung kommt wiederum das Material für den schimmernden Trenchcoat und die passenden Schuhe der neuen Artisanal Kollektion. Champagnerflaschen renommierter Marken mussten ihre Folien und Drähte lassen um die "Party Tabi" Schuhe auszustatten.
Hier geht es zu den Bildern der Maison Martin Margiela Artisanal Spring/Summer 2012 Kollektion:

















Kira
Ich weiss nicht ob ich mit dem Kopf schuetteln oder einfach nur ein bisschen traurig sein soll. Die Maison war meine erste modische Liebe. Das was heute unter dem Namen gezeigt wird hat leider rein gar nichts mehr mit dem urspruenglichen Konzept unter Margiela zu tun. Durchdachte, intelligente Kollektionen die immer den noetigen Humor hatten und vor allem immer bedingungslos dem Design verschrieben haben, habe ich seit Margielas Weggang nicht mehr gesehen.
Das ist alles nur noch schrecklich pretentioes. Keine erkennbare, die Kollektion durchziehende Linie,ich vermisse die Intelligenz und abgeshen von den Tabis erinnert rein gar nichts an die Essenz der Maison.
Es ist alles nur noch beliebig, fast ausstauschbar mit Kollektionen anderer junger Designer, daran aendert auch der Stempel Couture nichts.
Fuer mich hat MMM seine DNA verloren, das magische. Wirklich schade.
Claudia Grande
Ich hab leider nicht annähernd so viel Ahnung von der Marke MMM wie Kira um mich dazu qualifiziert äußern zu können, ABER die Idee aus Gegenständen mit Geschichte Couture herzustellen gefällt mir gut.