Vorgestellt: Fotograf Boris Kralj
Wirft man einen Blick auf die Webseite von Boris Kralj dann werden im Schnelldurchlauf seine Fotografien gezeigt und man bleibt erstmal kleben - so ging es mir zumindest. Er präsentiert hauptsächlich Modefotografien, aber auch Schwarz-Weiß-Porträts von Karl Lagerfeld, Vivienne Westwood oder Max Herre. Mit seinen Bildern schafft er es, die Persönlichkeiten der porträtierten einzufangen. Er hat bereits unter anderem für Elle, Condé Nast, das Quartier 206 und Viva Models Berlin geshootet.
Boris wurde 1976 in Göppingen geboren, ging später nach Berlin, um auf dem Berliner Lette Verein das Handwerk der Fotografie, mit Schwerpunkt Mode und Dokumentation, zu erlernen. Seine Eltern kommen beide aus Ex-Jugoslawien und diese Wurzeln haben seine Arbeiten stark beeinflusst und führten ihn zu seinem aktuellen Projekt "MyBelgrade". In der Ausstellung und dem gleichnamigen Bildband stellt er seine direkte Sicht auf die Stadt dar. Ehrlich, ungeschönt und doch irgendwie poetisch. Dafür hat er acht Jahre lang immer wieder Belgrad bereist und fotografiert. Auf den Spuren des nicht mehr existierenden Landes.
Die Ausstellung läuft noch heute bei Most-Brücke e. V.. Galerien aus Berlin-Mitte, Zürich, Köln und Paris haben aber bereits Interesse bekundet. Es ist also davon auszugehen ist, dass sie auch dort bald zu sehen sein wird. Informationen darüber könnt ihr auf der Webseite von Boris nachlesen.
Ein paar Fragen zur Modefotografie an Boris Kralj:
LesMads: Was liebst du an deinem Beruf?
Boris: Das Tolle ist, dass man mit vielen kreativen Menschen arbeitet, ständig unterwegs ist und jedes Shooting eine neue Herausforderung ist. Auch Menschen mit Bildern zu beglücken, ist eines der schönsten Dinge bei der Fotografie.
LesMads: Was magst du weniger?
Boris: Ich mag nicht wenn in der Modeszene eine gewisse Lobby vorschreibt, was gerade der (!) Trend ist und wer wichtig ist und wer nicht. Im Allgemeinen versuche ich zeitlos zu fotografieren und bin von solchen Leuten alles andere als beeindruckt.
LesMads: Was magst du an der Fashion-Fotografie?
Boris: Ich mag auf der einen Seite das Inszenierte und Schöne in der Modefotografie, andererseits aber auch das Authentische und Rohe in der Dokumentation, wie ich sie gerade in meiner Ausstellung und in meinem Buch www.mybelgrade.de zeige.
LesMads: Hast du bevorzugte Models und Stylisten mit denen du zusammenarbeitest?
Boris: Bei den Models bevorzuge ich besonders diejenigen, die nicht aufgesetzt und überengagiert bei den Shootings sind. Gerne auch eher ernst oder schüchtern. Beim Styling ist manchmal weniger mehr! Mein Lieblingsmännermodel ist Nikola Jovanovic, welches ich selber vor 3 Jahren durch mein Projekt entdeckt habe. Bei den Frauen ist es nach wie vor Freja!
LesMads: Was ist für dich eine perfekte Modefotografie?
Boris: Eine gelungene Modefotografie ist für mich, wenn man eine Modestrecke auch ein zweites oder drittes Mal durchblättert, bevor sie auf einem Stapel endet. Auch hier finde ich oft, dass die meisten Strecken zu überladen sind und man oft nicht entdeckt, wo der Fokus liegt. Ich sage nur verrückte Location, viele Requisiten, krasses Outfit und dann noch ein schräges Model...what?!?!
LesMads: Wen würdest du gerne mal ablichten?
Boris: Für mich liegt oft ein größerer Reiz darin Menschen zu fotografieren die zwar keine Models, jedoch schön sind und keine hübschen Bilder von sich haben. Dazu gehören beispielsweise die meisten deutschen Schauspielerinnen. Wirklich unterirdisch was man oft aus ihnen macht! Bei den Tops ist es Frejaaaaa!! ;-)
Noch ein paar Fotos:
Der Bildband "My Belgarde" kostet 32 Euro und kann bei amazon bestellt werden. Das Vorwort dazu schrieb übrigens der Herausgeber der Zeitschrift 032C Jörg Koch.













Stilpropheten
Schöne Bilder von schönen Menschen! Das gefällt uns!
Beautyshop
Danke für den Bericht. Die tollen Bilder heben sich wohltuend von der Masse ab. Unser Kompliment!
anna
welch sympatisches interview und ein echt toller fotograf.. sehr schön!
Phillip
Wirklich zeitlos und schön die Bilder!