Barcelona: Schmuck von Ena Macana
In Momenten der Eile, entdeckt man meistens die einzigartigsten Orte und außergewöhnlichsten Shops. Das ist nicht gerade zuträglich, wenn man Wert auf Pünktlichkeit legt, aber manchmal schlichtweg unumgänglich, wenn es um die Zusammenstellung von modischen Geheimtipps für LesMads geht. So hat es sich definitiv gelohnt im Bohemien-Viertel El Born einen Stopp einzulegen, um das kleine Schmuckstudio von Ena Macana und Cucajoyeria genauer unter die Lupe zu nehmen. Ena Macana hat sich dann gleich dazu begeistern lassen ein Treffen für den nächsten Tag zu arrangieren, um mir ihre ausgefallenen Einzelstücke etwas genauer zu zeigen.
Bei einem Café con leche erzählte die gebürtige Argentinierin wie sie ihre Kollektion aus alten Flohmarktfundstücken und Uhrenteilen entwickelt, warum sie auf Models für ihr Lookbook verzichtet und wie es dazu kam, dass eine ganze Schar älterer Damen zur Attraktion des letzten Fashion-Events wurden.
LesMads: Ena, was hat dich nach Barcelona verschlagen?
Ena Macana: In Buenos Aires habe ich Industrial Design und Haute Couture studiert. Nach meinem Studium 2002 war in Argentinien die Wirtschaftskrise stark zu spüren, daher dachte ich es kann nicht schaden, ein bisschen Zeit in Spanien zu verbringen. Barcelona fühlte sich wie ein Paradies an. Daher begann ich hier Jewelry-Design zu studieren und arbeite für Möbelfirmen, Accessoire Labels und in einer Schmuckfabrik. Schließlich haben ich vor zwei Jahren mit meiner Freundin Cuca das Schmuckstudio aufgemacht.
LM:Gerade in Barcelona gibt es haufenweise Schmuck zu kaufen. Was ist das Besondere an deinen Stücken?
Ena: Jedes meiner Modelle ist ein Einzelstück. Ein kleines Souvenir aus Barcelona das zum Beispiel aus alten Uhrenteilen, Stempeln oder Türteilen gefertigt wird. Alle Modelle haben eine bestimmte Aussage, die mal provozieren soll, mal Gegensätze aufzeigt und Altes und Neues zusammenbringt.
LM: Zum Beispiel?
Ena: Die letzte Kollektion trug den Titel "China". Ich habe Plastikspielzeuge als Goldschmuck in einer lokalen Fabrik nachgießen lassen, um die unterschiedlichen Wertigkeiten aufzuzeigen. Das Modell Pistolenkruzifix sollte keine politische Bedeutung haben, sondern zum Nachdenken anregen.
LM: Du arbeitest gerade an der Kollektion für den kommenden Sommer. Gibt es schon einen Titel oder erste Entwürfe?
Ena: Einen Namen habe ich noch nicht, aber die Kollektion soll ein Mix aus ethnischen Elementen mit urbanen, simplen Formen werden.
LM: Woraus ziehst du deine Inspirationen?
Ena: Ich habe eine Reise nach Bolivien gemacht und von dort jede Menge ethnischen Schmuck, Pompons und Dekorelemente mitgebracht. Der Gedanke ist, dass die bunten, traditionellen Stücke in einen anderen Kontext gesetzt werden. (siehe Bilder der neuen Kollektion - ein witziges Detail am Rande: Auf den Moodboards entdeckte ich ein Bild von Herbert, tja die Blog-Welt ist klein)
LM: In deinem Lookbook hast du deinen Schmuck nicht an Models präsentiert, sondern auf "common people" aus Berlin gesetzt. Warum?
Ena: Ich finde "Normalos" viel spannender, als immer die gleichen Modelgesichter. Für eine andere Kollektion mussten meine beiden Großmütter als Fotomotiv herhalten.
LM: Apropos Großmütter: Bei deiner letzten Schmuckpräsentation hast du ältere Damen aus der Gegend in deinem Studio versammelt, um deine neuen Modelle zu zeigen. Wie kam das beim Publikum an?
Ena: Erst waren einige Besucher etwas irritiert und haben nach den Models gesucht, aber dann kam die Schau total gut an und einige Fashion-People waren geradezu gerührt.
LM:Was sind deine Zukunftspläne?
Ena:Ich möchte aus einem Start-up Business ein etabliertes Label machen und vielleicht ziehe ich eines Tages nach Berlin.
Muchas Gracias Ena!
Ein Blick in das Schmuckatelier:






Lene
Ich bin begeistert von den Schmuckstücken, trifft genau meinen Geschmack. Durchforste gerade den Online Store und befürchte ich muss was bestellen... Hach...
Mini
Der Schmuck ist bezaubernd! Und ein großes Kompliment für das interessante Interview.
Chriss
sehr tolle Fragen... schönes Interview... und gerade die "Normalos" machen die Kollektion interessanter...
viviane
el born sit wirklich ein tolles viertel, da gibtes viele solcher läden. diesen hier hab ich leider übersehen. danke für das interview!
petra
hach...huch...och...puh...kicher
frarie
Toll, dass ihr darüber berichtet. ist wirklich ein schöner Laden, ich war im Frühling diesen Jahres da
frarie
Toll, dass ihr darüber berichtet. ist wirklich ein schöner Laden, ich war im Frühling diesen Jahres da
anna
WOW, was für ein süßer kleiner lasen, mit einer bezaubernden besitzerin und wundevollstem schmuck. da hast ne richtig tolle entdeckung aufgetan.. vielen dank für's teilen!