Berlin: Podiumsgespräch "Wer macht das Bild?"
Wer macht das Bild? Wer inszeniert eigentlich Fashionfotos, die hängen bleiben? Was macht die Bilder so besonders, die sich von der enormen Flut an visuellen Eindrücken abheben und einen tiefer berühren? Um diese Fragen drehte sich gestern Abend ein Symposium im Rahmen der Ausstellung Visions & Fashion in Berlin. Mit dabei waren Mario Lombardo (Art Director), Adriano Sack (Chefredakteur), Julia Freitag (Stylistin), Doreen Schulz (Designerin c.neeon), Gregor Hohenberg (Fotograf) und Lo Breier (Art Director). Geführt wurde das Podiumsgespräch vom Fachjournalisten Joachim Schirmrmacher, der unter anderem für die NZZ am Sonntag und die FAZ schreibt. Zusätzlich ist er Vorsitzender des Stiftungsbeirates vom European Fashion Award .
Was zeichnet also ein gutes Modebild aus?
Für Gregor Hohenberg müssen vier Faktoren stimmen, damit ein gutes Modebild entsteht: Der Fotograf, das Model, das Styling und die Location. Für Adriano Sack, Chefredakteur von I like my style und Executive Editor des kommenden deutschen Interview Magazines, zählt hingegen mehr die Geschichte hinter dem Bild. Er hat das Gefühl, dass im Nicht-Perfekten die Relevanz liegt und das auch immer der Aspekt des Neuen wichtig ist, um aufzufallen. Designerin Doreen Schulz ist die Stimmung wichtiger, als die perfekte Abbildung der Kleidung und Mario Lombardo möchte von einem Bild "getoucht" werden. Lo Breier findet Provokation wichtig und für Julia Freitag zählt der Zeitgeist und die Reflektion eines bestimmten Frauenbildes sowie ihre eigene Handschrift.
Ich hätte mir ein paar mehr Beispielbilder gewünscht, um die individuellen Sichtweisen noch einmal visuell zu ergreifen. Eine wirkliche Quintessenz ergab das Symposium nicht. Das ist auch schwierig, wenn es um so ein umfassendes Thema geht, welches zudem sehr individuell bewertet wird. Was sehr deutlich wurde, ist, dass es immer ein gutes Team bedarf, um ein herausragendes Modebild zu erzeugen.
Aber am Ende ist es doch persönlich, welches Bild einen flasht und was eher überblättert wird. Eins ist jedoch klar: Durch die Bilderflut und die Ästhetik, die uns umgibt werden wir geprägt, geschult und beeinflusst. Welches Bild ist Euch zuletzt im Gedächtnis geblieben?












Julia
Model, Styling, Fotograf und Location - das ist ja alles schön und gut, doch was ist mit dem Posing? Ich finde es nach wie vor schockierend, wie viele dumme, nichtssagende Posen man in der Modefotografie findet - insbesondere in der Werbung. Da werden die Mädchen oftmals einfach vor eine tolle Skyline/Strand/Wohnung gesetzt oder gelegt, oder halbnackt an irgendeinen Kerl gepresst, ohne dass dabei auch nur irgendeine Stimmung oder Emotion zum Ausdruck kommen würde. Ich finde Modefotografie meist nur dann gelungen, wenn mit dem Bild irgendeine Ministory transportiert wird, wie dies in dieser Saison meiner Meinung nach zum Beispiel nur bei Lanvin (wir erinnern uns: lustige Tanzparty, die auch ohne das zugehörige Video funktioniert) der Fall ist.
Christof
um ein herausragendes Modebild zu erzeugen, braucht man einfach einen Magic Moment (GNTM) :P
zur veranstaltung: da wäre ich auch gern und hätte es mir gern angehört...
Modefotos müssen einfach den persönlichen stil treffen, oder eben etwas völlig neues & schockierendes sein
rob
was für interessante menschen
und verdammt viel lärm um nichts...
anna
war die podiumsdisskusion öffentlich?! schade, hatte davon nichts mitbekommen. die ausstellung ist aber mehr als sehenswert :)