von Jessie in Kategorie: Mode 15Kommentare

NY-Times-Debatte: Ruiniert die Globalisierung Streetstyle?

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Was im Netz passiert, ist nicht die Realität. Selbstdarstellung, Modeblogkosmos, wenige Trends, viele Personen, die sie umsetzen - wer kann durch die (häufig gestellten oder durch Modewochen verfälschten) Looks schon noch erkennen, in welcher Stadt die Person lebt?

Die australischen Bloggerinnen könnten auch an der Westküste Amerikas wohnen, in ganz Skandinavien scheinen die Landesgrenzen verschwommen, Berlin ähnelt New York oder London und in Wien könnte man auch an Paris denken. Zumindest anhand der Bilder, die so im Netz kursieren. Reist man dann selber mal herum, muss man feststellen, dass nicht jede Schwedin automatisch Stilikone ist. In der Herbstausgabe des New York Times Style Magazine gibt es einen Artikel über junge Menschen und ihren Stil in London, Kairo und Tokio.

"The fashion displays are both surprising -- Barbour jackets are cool in London! -- and not unexpected -- Egyptian flags everywhere in Cairo. As we scan the photos in fashion magazines and click on to blogs that chronicle the latest trends, we can't help but wonder: How has globalization affected street style? While some cities have a unique fashion sense, others seem oddly familiar. Is the Internet to blame?"

Ein spannender Gedankengang, der leider nicht viel weiter über das hinausgeht, was wir schon einmal so ähnlich im März besprochen haben - da ging es um die Authentitzität der sogenannten Stilblogger und inwiefern sie sich für die eigenen Outfit-Bilder herausputzen.

Im "Room for Debate" haben sich dann gerade mal 8 Leser an dem Austausch beteiligt - was mich letzten Endes eigentlich zu der Frage führt, die ich mir selber oft stelle: Inwiefern inspirieren euch Streetstyle-Fotos eigentlich noch? Kann Globalisierung wirklich den Streetstyle ruinieren, wie dieser vor etwa 5 Jahren populär wurde?

Tags: look, outfit, streetstyle
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15 Kommentare

  • Klothilde

    "Reist man dann selber mal herum, muss man feststellen, dass nicht jede Schwedin automatisch Stilikone ist." Sehe ich genauso. Bilder von z.B the Sartorialist, The Locals finde ich persönlich aber sehr inspirierend, da sie keine verfälschten Looks zeigen. Hier erkennt man noch den Stil einer Stadt.

    Dagegen inspirieren mich Bilder von den Fashion Weeks überhaupt nicht. Diese Leute wissen, dass die Fotografen sich auf sie stürzen werden und kleiden sich danach. Jeder möchte auffallen und die andern übertrumphen. Persönlicher Stil sucht man hier vergebens. Schwer vorstellbar, dass diese Menschen wirklich so rumlaufen. Find ich aber nicht verwerflich.

  • Penelope

    Immer dieselbe Frage nach Loriot: Wie laufen Sie denn alle so herum?! Immer dasselbe nteressantes Thema!

  • rahelita

    also mich inspirieren streetstyle fotos immernoch sehr.
    dabei ist mir persönlich völlig egal in welcher stadt das bild aufgenommen wurde. gefällt mir das outfit, gefällt mir das outfit.
    nicht jede schwedin ist ne stilikone?! sure!
    streetstyle blogs haben doch schon immer besonders gut angezogene menschen abgebildet. ich stimme klothidle in dem punkt zu fashion week fotos uninteressanter, weil künstlich zu finden.
    ich glaube die besten streetstylebilder entstehen an einem normalen wochentag zwischen 8.00 und 18.00 uhr, wenn die leute in ihren alltagsklamotten unterwegs sind.
    mache schöner gekleidet als andere.

  • sarah

    schöner artikel, jessie!!
    also, ich schließe mich an und muss sagen, dass fashion weeks mich 0 "inspirieren", genau aus dem gleichen grund: sie wissen, dass 1000 fotografen rumlaufen. ausserdem finde ich es lächerlich, mir vorschreiben zu lassen von den großen firmen, was nun "trend" wird.
    ich reise lieber rum und das dann auch nicht in den großen städten.
    will man was britisches sehen: fahrt nicht nach london! eher manchester.
    will man nicht aufgesetzte streetstyles sehen, sollte man auch mal nach essen, dresden oder münster fahren. städte, die nicht einem hype unterliegen (wie berlin z.b.)...
    da lässt sich wohl ewig drüber diskutieren.

  • Franzi

    Hier muss man bestimmt grundsätzlich zwischen den Editrices a la Anna dello Russo, Viviana Volpicella, Miroslava Duma etc. und den "normalen" Streetstyles unterscheiden.

    Die Streetstyles aus verschiedenen Städten zu verschiedenen Zeiten des Jahre, sprich nicht unbedingt zur FW-Zeit, gewähren wirklich einen eher unverfälschten Blick auf modebewusste Menschen aus der Welt. Da lassen sich mit Sicherheit auch Unterschiede zwischen New York, Italien, Berlin oder London erkennen (Farbenwahl, Schnitte, weiblicher oder androgynere Styles)
    Betrachtet man aber die "Streetstyles" die direkt vor oder nach den Schauen in Paris, Mailand oder bei der Rosemount FW etc. von den Moderedakteurinnen und Gefolge geschossen wurden, ist natürlich eine deutliche Globalisierung zu erkennen. Wie oft wurde da zum Beispiel die Bananenprints oder Streifen von Prada, die Zitrusfrüchte von Stella McCartney, diverse Celinetaschen oder Blusen/Hosen gepaart mit colour blocking etc. gesichtet. Diese Outfits sind extremer, gewagter und bunter, jedoch kann man hier Unterschiede nur in feinen Nuancen entdecken.

    Ganz klar: auch wenn es nicht unserer Moderealität und dem Inhalt unseres Portemonnaies entspricht, inspirieren uns diese extremeren Looks mehr und wir freuen uns immer wieder riesig über Streetstyles von Tommy Ton & Co.
    Bei euren Streetstyle, die ihr immer wieder veröffentlicht, finden wir übrigens die Mischung klasse: aktuelle Trends, die nicht zu perfekt durchgestylt sind, die aber dennoch im Kopf bleiben und inspirieren.

  • Christian

    Die Globalisierung und insbesondere das Internet führen natürlich dazu, dass sich Inspirationen leichter auf andere Länder verteilen. Im Sinne des NYT-Artikels ist das Internet "schuld". Aber warum sollte das den Streetstyle ruinieren? Mehr noch, warum sollte das negativ sein?

    Streetstyle war für mich immer etwas individuelles, etwas, was die Trägerin oder den Träger auszeichnet. Das ist für mich keine Frage der Stadt. Wenn in einer Stadt eine bestimmte Sorte Looks mehrfach auftaucht, dann heißt das zunächst einmal nur, dass die Fotografen die gleichen Leute schick finden. Mag man da eine mehr hineinlegen, vielleicht auch, dass da einfach nur mehr Leute einem Trend hinterhergerannt sind. Das gleiche gilt natürlich auch übertragen auf die ganze Welt. Dass das Internet zur Verbreitung von Trends beiträgt, ist denke ich keine Frage.

    Doch wie gesagt, das Internet ist nur eine Inspirationsquelle, und kann genauso Ideen für wirklich einzigartige coole Looks fördern. Wenn ein Berliner Ideen aus einem Tokioter Streetstyle überträgt, was soll schlecht daran sein? Zerstört es den Berliner Streetstyle?

    Meiner Meinung nach liegt der Streetstyle in der Phantasie des Einzelnen. Wer die hat, wird Akzente setzen. "Others seem oddly similar."

  • Ines

    ich kann mich den vorangegangenen schreibern bzgl der inspiration fon fw- und non-fw-streetstyles nur anschließen.
    allerdings finde ich das thema um "den style einer stadt" sehr schwierig. denn im endeffekt erleben wir leser nur, was die photografen abfotografieren. nachdem ihnen dreißig menschen mit einfacher jeans und t-shirt entgegengekommen sind, finden sie dann diese eine person, die aus der masse heraussticht und fotografieren sie. aber das ist eben genau der punkt: sie sticht aus der MASSE heraus. den allgemeinen stil der stadt spiegelt sie also wahrscheinlich nicht wieder.
    deswegen glaube ich auch nicht, dass die globalisierung streetstyles großartig verfälschen kann. streetstyle-blogs schaut sich die mehrheit der einwohner egal welcher stadt wahrscheinlich sowieso nicht an.
    und die möglichkeit, auf fotos gut gekleideter menschen anderer städte oder länder zuzugreifen bietet auch eine neue brandbeite an ideen, das ist klar. aber muss das unbedingt heißen, dass alle bald das gleiche tragen? dass die hipster in berlin, tokyo und mailand alle gleich aussehen? das ist für mich nur möglich, wenn genau diese "hipster", solche bilder nicht als inspirationsquelle, sondern als vorlagen benutzen. das wiederum zeugt dann aber von wenig eigenem stil und geschmack.
    individualisten wird es immer geben. und genau diese gilt es meiner meinung nach als streetstyle-blogger zu finden.

    so. und das kotelett, das ich euch hiermit ans ohr gelabert hab, könnt ihr euch nun getrost in die pfanne hauen. :D

  • Monika

    das ist genau der grund, warum ich denke, dass DIY momentan nochmals einen größeren hype verzeichnet. early adapters, die mal street style blogs geprägt haben, widmen sich der umgestalltung ihrer globalisieren modeteile. das sind dann aber auch die menschen, die street style langsam oder sicher langweilt..

  • Nora

    Ich frag' mich immer, wann denn dieser gloriose Moment individueller Styles gewesen sein soll.

    Die Globalisierung setzte ja nicht erst mit dem Internet ein und schon immer liefen die Leute mehr oder minder "konform" rum; sei es wegen dem Geld, der Mode, der Praktibilität oder aus gesellschaftlichen Konventionen heraus.

  • Kathi

    Super spannendes Thema, was mich momentan auch sehr beschäftigt. Allerdings finde ich deine Eingangsfrage etwas zu negativ formuliert, Jessie. Denn meiner Meinung nach ist die Globalisierung nicht dafür verantwortlich Streetstyles zu "ruinieren". Eher würde ich davon ausgehen, dass die Globalisierung und die immer dichter werdende Vernetzung von Bloggern und Social Media Freunden eine ganz andere und neue Welt der Mode und Styles erschafft, was ja nicht unbedingt ein Negativum sein muss, sondern Neues und Einzigartiges erschaffen kann. Auch davon kann die Modewelt, können Modeblogger, Streetstyles etc. profitieren.
    Eine andere Frage ist die nach dem "Nutzen" von Streetstylefotografie. Ich persönlich bin großer Fan, nutze sie als Inspiration für das Auffüllen meines eigenen Kleiderschrankes und denke mir häufig, dass sie als Spiegel funktionieren und die politischen, sozialen und kulturellen Situationen unterschiedlicher Länder reflektieren. Daher: Weiter mit der Streetstyle Fotografie, die noch mehr geistiges, politisches und kulturelles Gedankengut transportieren sollte!

  • Paula

    Äußrer wichtige Debatte, die ich auch immerwieder mit selber führe. Da ich gerade erst mit dem blitzen angefangen habe und ich ein Kleiner Amateur bin, ist es noch sehr schwierig für mich, einuschätzen, wie viel ich wirklich von mir selber preisgeben soll, wie viel der Wirklichkeit entspricht und wie viel doch eigentlich im Netz gelogen werden kann. Auf jeden Fall eine Diskussion wert!

  • Jeleo

    Ich finde es immer sehr interessant, zu sehen wie andere gekleidet sind und sich über ihre Kleidung ausdrücken, das ist definitiv inspirierend.
    Mehr aber auch nicht, da etwas, was ich anziehe mir stehen muss und nicht der Brünetten aus Mailand, die ich bei Garance Doré gesehen habe... Letztlich sucht man sich ja aus was zu einem selbst passt.

  • Melina Demir

    also ich finde den artikel ziemlich gut!! es stimmt einfach, dass sich dadurch einiges geändert hat - es ist dadurch sehr viel individualität verloren gegangen, z.b gibt es heute beck&co. aber keine "tante emma" mehr ;)
    schade eigentlich!!

  • fanny

    ich denke viele sachen die "on street" passieren können einem inspirieren..streetstyle, eben der stil von der strasse muss echt sein, dh nicht gemachte trends verfolgen wie man so oft sieht..was wir hier auf vielfach sehen sind "looks" und nicht verschiedene styles..das sollte man nicht verwechseln..auf reisen hab ich verschiedenste menschen kennengelernt..ganz unterschiedliche style entdeckt..in kathmandu zb habe ich soooooo schöne farben gesehen..unglaubliche stoffe in den schönsten farben und wie die frauen oder auch männer ihre kleidung (traditionell) getragen haben..wooow..was für ein anblick..das nenn ich streetstyle..und nicht was der westen hier seit langem vorgibt..all diese so genannten blogs gehen vielfach den trends nach..weil so genannte designer diese vorgeben..leider ist dies zu einfach..

  • anna

    streetstyle bilder sind kaum vorlage für meine alltagsoutfits. aber ich schaue sie mir gerne an und ab und an versucht man etwas kleidungstechnisch nachzustellen. einfach mal gelb und lila miteinander zu mischen oder so..

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