von Jessie in Kategorie: Mode 3Kommentare

Rückblick und Pressespiegel: Berlin Fashion Week SS 2012

In Berlin werden keine Trends geboren. Das lässt sich mit Blick auf die gerade zu Ende gegangene Mercedes-Benz Fashion Week in unserer Hauptstadt durchaus behaupten. Schlimm ist die "Nummer sicher" nicht, vielmehr zeichnet sich dadurch langsam ein Bild der deutschen Designer ab, sowohl im Nachwuchsbereich, als auch bei den alten Hasen. Die Kollektionen sind nicht aufregend oder großspurig, sondern zeugen von purem Minimalismus und Understatement.

Es folgt ein Rückblick auf die Schauen, sowohl bei uns, als auch in der deutschen Presse.

In der Presse:

  • Für alle, die sich einen kurzen, prägnanten Überblick machen wollen, sollten bei der Sueddeutschen Online vorbeiklicken.
  • Über die unregelmäßige Entlohnung und Präferenzen der Models schreibt die taz.
  • Der Tagesspiegel beschreibt, welche Faktoren der Berlin Fashion Week zu einem neuen Niveau verholfen haben Zum ersten Mal seien nicht die Promis, das Zelt oder die Kampagne im Vordergrund, sondern tatsächlich die einheimische Mode. Internationale Beachtung hat die Berlin Fashion Week diesmal auch bekommen, so waren die französische Elle und die italiensche Vogue da und haben in ihren Onlineausgaben Vorschauen und Nachberichte veröffentlicht. Anders war aber dieses Mal: "Bei mir haben sich einige Journalisten und Händler beschwert, dass sie nicht mehr alles schaffen", sagt Daniel Aubke von IMG, dem Veranstalter der Mercedes-Benz Fashion Week. So denkt IMG über einen fünften Tag nach. "Damit die Redakteure zwischen den Schauen auf die Messen gehen können", sagt Aubke.
  • Tränen der Rührung oder Begeisterung - einen Blick hinter die Kulissen und die Emotionen der vergangenen Modewoche gibt es bei der FAZ zu lesen.
  • Ebenfalls in der FAZ finden wir eine ausführliche Analyse der gezeigten Arbeiten und Shows der ersten Tages der Berlin Fashion Week. Besonders hervorgehoben wir das Werk der Brüder Murkodis sowie Augustin Teboul. Den ganzen Bericht gibt es hier.
  • Der Tagesspiegel titelte weiter "Wir sind Mode" und kürt Berlin zur Modestadt Deutschlands, schließlich gibt es in Berlin 3.700 Unternehmen, die mit Mode ihr Geld verdienen, und mehr als 11.500 Mitarbeiter arbeiten hier in der Branche.
  • Über die erstmalige Präsentation japanischer Designs in Berlin gibt es in einem Video der ZEIT mehr zu sehen.
  • Mongrels in Common bleiben eine feste Größe bei der Modewoche. Bei Zeit Online gibt es ein sympathisches Videointeriew mit dem Designerduo.
  • Kostas Murkudis sagte vor einigen Saisons, eine Modenschau würde er in Paris, keineswegs aber in Berlin machen. Die Zeit hat sich mit der stilvollen Entwicklung der Berliner Mode Richtung Purismus beschäftigt und thematisiert hierbei Michael Sontag, Karlotta Wilde oder Vladimir Karaleev. Außerdem bekommen wir einen guten Überblick über all die wirtschaftlichen Faktoren der Berlin Fashion Week.
  • Die Berliner Zeitung fasst ihre Favoriten der Modewoche zusammen, dazu gehört Michalsky mit Folklore und Prunk sowie Natur und Avantgarde bei Iris van Herpen.
  • Die Berliner Morgenpost stellt fest, dass es viel Glamour bei Hugo gab. Das Publikum mit US-Schauspielerin Hilary Swank, Schauspieler Til Schweiger, Ex-Tennisstar Boris Becker und Berlins Regierungschef Klaus Wowereit konnte sich sehen lassen.
  • Ein weiterer Artikel der Berliner Morgenpost titelte mit "Die Fashion Week Berlin ist erwachsen geworden". Seit dieser Fashion Week ist Berlin wirklich eine Modestadt und so hoch wie dieses Mal war das Niveau noch nie: "Die Frage, ob Berlin eine Modestadt wird, ist nach dem diesjährigen sommerlichen Modemarathon endgültig beantwortet." Besonders hervorgehoben wurden die Shows von Hien Le, Perret Schaad und Kostas Murkudis.
  • Das Hamburger Abendblatt machte in einem Artikel noch einmal deutlich, dass Berlin nicht immer mit New York oder Paris verglichen werden sollte. Berlin hat seine eigene Identität gefunden und ist eben nicht Haute Couture. Und das ist auch gut so. Trotzdem war es eine tolle Kulisse und genug Glamour gab es auch.

Highlight-Fotos:

Alle Artikel bei LesMads, zusammengefasst in Stichpunkten.

Avantgardistisch ging es bei Iris van Herpen und bei Dawid Tomaszewski mit edlen Roben zu.
Alexandra Kiesel konnte mit knallbunten Kollektionsteilen den DfT-Award von Peek&Cloppenburg abräumen, bei dem auch Marc Jacobs in der Jury saß, und tritt somit in die Fußstapfen von Parsival Cserer. Minimalistische Entwürfe gab es bei Perret Schaad, Vladimir Karaleev und Hien Le zu sehen, die nun bei vielen als deutliche Favoriten genannt werden. Michalsky bot im Zuge seiner StyleNite wieder ein Programm der Extraklasse. Neben der Präsentation seiner zwei Kollektionen (Sommer 2012 und Bademode in Kollaboration mit Lascana) unterhielt er das Publikum mit einer Lasershow und einem musikalischen Live-Auftritt. Herausragend war auch die Auswahl der Models. Neben Eveline Hall oder Toni Garrn holte der Designer Andrej Pejic ins Modelboot.

Augustin Teboul zeigten wie schon letzte Saison im Zuge einer kunstvollen Installation. Für ihre neuen Kreationen konnte das Designerduo den Start your own Buisness-Award einheimsen. Auch Eva&Bernard zeigten die Sommerkollektion 2012 im Zuge einer Präsentation. Das Designerpaar konnte mit einer wunderbaren Farbpalette und schlichten wie innovativen Schnitten hochgradig überzeugen.

Ebenso haben die Modeklassen der Kunst- und Modeuniversitäten Shows geliefert. Die Studenten der UDK präsentierten so einige Highlights in Form von sensationellen Outfits oder auch den umwerfenden Schmuck der Abvsolventin Jorinde Meline Barke. Professor Stephan Schneider gab uns vorab zudem ein spannendes Interview. Die Kunsthochschule Weißensee verzauberte open air beim HKW und die "30paarhaende" der HTW zeigten ebenfalls eine Vielzahl an innovativen Ideen. Etwas anders war auch der Triumph Inspiration Award - da ging es um Mode für drunter.

Hinter den Kulissen ging es aufregend zu: Mirjana durfte Patrick Mohr interviewen, während Schnati und ich mit Hanne Gaby, Caroline und Co bei Hugo Boss Backstage plauderten und einiges zu knipsen hatten. Zwischendurch hatten wir einen schönen Austausch mit Michael Sontag und Karlotta Wilde sollte vor ihrer umwerfenden Präsentation ebenfalls zu Wort kommen. Ein Highlight war auch der Pressetalk mit Jessica Stam, Giles Deacon und Terry Richardson und bevor der offizielle Moderummel startete, habe ich einen Blick in die Studios von Karaleev, Hien Le und Augustin Teboul werfen dürfen.

Promiauflauf gab es bei Hugo Boss und Diesel. Schöne Kollektionen im besonderen Rahmen zeigten Tokyo Garduan (japanische Designs) und WoodWood (dänisch). Reality Studios Svenja Specht lud zur Präsentation ihre neuesten Entwürfe unter freiem Himmel, Sabrina Dehoff zum Cocktail und bei bei Escada wurde durch's Wasser marschiert. Währenddessen war Mirjana bei der Eröffnung der Designerscouts im Achteinhalb Wochen Store und zeigte ihre favorisierten Kollektionsstücke.

Im Glashaus der Arena gab es drei Tage lang Kreationen verschiedener nationaler und internationaler Designer zu sehen. Bei OkCool seht ihr einige Eindrücke der Eröffnungs-Show. Lena Hoschek begeisterte ihre Fan-Gemeinde mit gewohnt verspielten Kleidchen im Italo-, Dirndl- und Rockabilly-Stil. Wenn es nach Dont Shoot the Messengers geht, wird der kommende Sommer düster, ganz im Gegensatz zu Frida Weyer, Schumacher, Strenesse Blue oder Rena Lange, die florale und bunte Kreationen empfehlen.

Allude zeigte einen tragbaren Preppy-Chic, während sich der sympathische Dimitri an laszivere Stücke herantraute.Laurel hingegen holte mit Schlapphüten, Tuniken und Streifenlooks die Cote d'Azur nach Berlin. Shoptechnisch ist der neue Concept-Store von Andreas Murkudis ein Off-Side-Highlight der Modewoche und Lala Berlin ist mit ihren in der Hitze schwitzenden Models im Kopf geblieben. Neu am Designerhimmel sind außerdem Malaika Raiss (hier im Videointerview), die ebenso im Offer Showroom präsentierten. Aus Dänemark können wir uns fortan Magic Mountain merken. Die Premium und Bread & Butter besuchten wir trotz Zeitmangel auch noch flott.

Den krönenden Abschluss der Modewoche lieferte das belgische Duo um AF Vandevorst, das die Models mit schräger Haltung und einer kontrastreichen Kollektion über den Catwalk laufen ließ.

Eine Modewoche ist nur halb so spannend ohne gut gekleidete Gäste. Alle geknipsten Streetstyles findet ihr hier. Highlight war der zweite Tag, im Broken Hearts Club ging es tropisch zu.

Persönlich gefiel mir Kostas Murkudis am Besten.

Unser Fazit: Abwechslung ohne Ende, viele tolle Eindrücke, solide Kollektionen, eine prall gefüllte Stadt, hochkarätige Gäste. So muss eine Modewoche sein.

Tags: berlin fashion week, faz, mbfwb, pressespiegel, tagesspiegel, zeit
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3 Kommentare

  • Juliane

    Schöne Zusammenfassung Jessie!

  • Amanda

    Lieben Dank, so eine knappe aber schöne Zusammenfassung habe ich überall gesucht!

  • wanda

    Schließe mich mit einem großen Dankeschön den Beiden an! Bei euren vielen einzelnen Berichten verliere ich als Außenstehende schnell den Überblick. So kann ich noch einmal alles nachvollziehen.
    Und die Zusammenfassung der Presseartikel? GENIAL!

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