von Mirjana in Kategorie: Designer 0Kommentare

MBFWB: Interview mit Patrick Mohr

Der Münchner Designer Patrick Mohr hat gestern seine Frühjahr-/Sommerkollektion über den Berliner Laufsteg geschickt und überraschte diesmal mehr durch harmonische Farben und detailreiche Schnitte, als durch Schockmomente wie glatzköpfige Models.

Seine sogenannte Avantgarde-Streetfashion für Männer und Frauen wurde von androgynen Models getragen, die durch markante Balkenaugenbrauen herausstachen. Besonders atemberaubend waren einige Schuhe der Damen, die zur Stabilisierung nur extrem hohe, dünne Absätze und kleine holzklotzartige Quadrate hatten. Darauf zu laufen, kam für mich einem wahren Kunststück gleich.

Ansonsten dominieren Layeringelemente, Casualmaterialien und geometrische Details die Kollektion. Knappe Shorts, raffiniert geschnittene Kurzjacken, kurze Kleider und Westen unterstreichen den sommerlichen Style. Die Kollektion wirkt für mich teilweise fast skandinavisch clean. Besonders gefallen hat mir der graue Overall mit dem dreieckigen Rückenausschnitt.

Patrick Mohr hat sich freundlicherweise vor der Schau einige Minuten Zeit genommen, um mit uns über seine neuen Entwürfe zu sprechen:

LesMads: Was wirst Du in Deiner Frühjahr-/Sommerkollektion präsentieren?
Patrick Mohr: Ich habe der Kollektion das Motto "I want Mohr" gegeben. Dieser Titel soll verdeutlichen, dass die Marke Mohr nicht nur auf die Kacke haut, sondern ernst zu nehmende Mode entwirft. Es soll bedeuten, dass wir mit voller Kraft voraus an unserem Erfolg arbeiten.

LM: Wie zeigt sich das in den Entwürfen? Werden die Sachen tragbarer?
PM: Ja, alles was ich konzipiert habe, ist absolut tragbar. Die Modelle variieren zwar von ruhigeren Designs über ausgefallene Teile, aber alles trägt hundert prozentig meine Handschrift.

LM: Was ist besonders an den Entwürfen für den Sommer?
PM: Die Kombination aus frischen Farben mit Schwarz finde ich sehr stimmig. Meine Lieblingsfarbe der Kollektion ist Tender Yellow. Ich verwende wie gewohnt geometrische Formen. Bei der aktuellen Kollektion habe ich mich aber mehr auf die Frau und ihre Formen eingelassen.

LM: Was hat Dich in Deinem Kreativprozess inspiriert?
PM: Bei meinen Kollektionen dreht sich immer wieder viel um den Kontrast zwischen männlichen und weiblichen Attributen. Deshalb habe ich für die Schau auch sehr androgyne Models ausgewählt.

LM: Hattest Du eine konkrete Thematik, welche die Kollektion durchzieht?
PM: Ich habe mich viel mit den Burrneshas in Albanien beschäftigt, diese Menschen kommen als Frauen auf die Welt und nehmen nach und nach immer mehr männliche Züge an. Das geschieht aus unterschiedlichen Gründen, zum Beispiel, um ein Familienoberhaupt zu ersetzen oder das Erbe anzutreten.

LM: Wie bist Du darauf gekommen, Dich mit dieser Gruppe zu beschäftigen?
PM: Mich fasziniert diese Frage, ob wir alle gleich sind. In dieser Kiste krame ich schon eine ganze Weile rum und finde immer wieder Punkte, die mich interessieren und inspirieren.

LM: Gibt es ein Zitat, mit dem Du Deine Kollektion verbindest?
PM: Ich komme meinem Ziel näher.

LM: Was übersetzt heißt...?
PM: Mir ist wichtig, dass ich mit dem, was ich kreiere, Umsatz erziele und da sind wir zurzeit auf einem sehr guten Weg.

LM: Also bist Du am Ende gar nicht so ein Entfant Terrible, das alle schockieren möchte, sondern auch Unternehmer?
PM: Mir ist es wichtig, dass die Sachen, die ich mache, auch getragen werden, und mein Anspruch ist, auf einem hohem Niveau zu arbeiten. Ich möchte keine Modelle zeigen, die aussehen, als wären sie in irgendeinem berliner Hinterhof zusammengenäht worden.

LM: Ist die Berlin Fashion Week für Dich die geeignete Präsentationsplattform?
PM: Ja, Berlin entwickelt sich in eine gute Richtung und hat seinen eigenen Charakter.

Hier ein paar Eindrücke der Show:

Tags: berlin fashion week, kollektion, mbfwb, mercedes benz fashion week, patrick mohr
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