Dritter Tag: "THE AVANT/GARDE DIARIES"
Den dritten Tag des "THE AVANT/GARDE DIARIES - Transmission 1" erwartete ich mit besonderer Spannung, da unter dem Titel "SHOW und TELL: POP CULTURE" gestern ab 17 Uhr ausgiebig über die Popkultur und ihre Zukunftstendenzen diskutiert wurde. Das Symposium wurde von Editor Jo-Ann Furniss, Modejournalist Tim Blanks und dem Musikjournalisten und Schriftsteller Paul Morley abgehalten. Der angekündigte "Special Guest" war eine gelbe Gummiente, die sehr prominent auf dem Glastisch platziert wurde. Vermutlich sollte gerade durch den kleinen Plastikgast der Starkult "ad absurdum" geführt werden.
Zu Beginn machte dann Jo-Ann Furniss auch direkt klar, dass wir Zuhörer bitte nicht zu viel erwarten sollten und dass es mehr eine Art Gedankenaustausch sei. Dieser dauerte dann gute zwei Stunden und führte von Andy Warhol, David Bowie, über The New Order bis zu Lady Gaga. Die Gespräche waren manchmal nicht ganz greifbar und etwas abstrakt und am Schluss lässt sich feststellen, dass Popkultur im Vergleich zu den früheren Pop-Größen an Format verloren hat und kaum noch spannende Charaktere der Musikindustrie endwachsen.
Durch die Überverfügbarkeit im Netz kann heute jeder, von jedem Ort und zu jeder Zeit auf alles zugreifen. Dies sei einerseits positiv, allerdings müsse man auch nicht mehr hart daran arbeiten ein Musik-Album, ein Modemagazin oder eine Information zu bekommen - um es zu bestellen reicht meist ein Klick im Web. Das verändert die Popkultur heute und so entstehen auch andere Formen des Starkultes, als seinerzeit bei Elvis oder Morrissey. Durch die unglaubliche Zunahme des Gossips, gerade in Großbrittanien, kann so gut wie jeder für fünf Minuten ein Star sein. Ob das eine so positive Entwicklung ist, sei dahin gestellt.
Was das Internet und die neuen Technologien betrifft, war sich die Gruppe einig, dass guter, intelligenter Inhalt in Zukunft gefragt sein wird. Paul Morley hat ein wenig Angst um die Kunstform Sprache, denn Google, Twitter und Facebook fördert seiner Ansicht nach eher eine Art Babytalk. Tim Blanks outete sich als Kindle-Nutzer, mit insgesamt 54 Büchern auf seinem E-Book-Reader.
Positives Fazit der Gesprächsrunde ist, dass durch die Vernetzung von Internet und Medien mehr und mehr hybride Künstler entstehen könnten, die Sprache, Literatur und Mode zusammen bringen und Neues erschaffen. Das ist keine wirklich neue Erkenntnis, aber dennoch eine interessante Zukunftsfrage, die zunächst offen bleibt. Man darf gespannt sein, wie sich die Popkultur in den nächsten Jahren verändern wird. Einige der Runde nannten Lady Gaga als Hybrid-Beispiel.
Ich hätte mir noch ein bisschen mehr Modebezug gewünscht, da der musikalische Part doch sehr im Mittelpunkt stand. Aber vielleicht muss die Mode doch noch mehr in die Popkultur integriert werden, damit sie einen ähnlichen Stellenwert bekommt?






Lara Maria
Das Symposium war wirklich sehr interessant.
Susanne
Ich fand es ehrlich gesagt nicht so toll…
anna
ach schade, wäre gerne dabei gewesen. hab nur gutes drüber gehört gehabt..