Lingerie von Veronique Branquinho
Als wir vor zwei Jahren durch die Straßen von Antwerpen schlenderten, sahen wir den Laden der belgischen Designerin Veronique Branquinho mit zugeklebten Scheiben. Einige Tage später ereilte uns dann die Nachricht, dass nicht nur dieser Laden, sondern auch ihr gleichnamiges Label die Pforten schließen sollte, nach 11 Jahren. Es kam unerwartet und keiner verstand, weshalb es gerade das Hause Branquinho mit diesem schlichten, lässigen Stil getroffen hatte, der doch zu Paris (hier fanden ihre Catwalks statt) und Belgien nicht besser hätte passen können.
Nun ist das eine alte Geschichte, seither hat man hier und da von Branquinho gehört, im Zusammenhang mit Delvaux, für die sie Handtaschen designte, oder als Schuhdesignerin bei Camper. Am Wochenende präsentierte sie jetzt ihr aktuellste Kollaboration mit dem Lingerie-Hersteller Marie Jo L'Aventure und wir können nur hoffen, dass dieser erste Schritt von den Accessoires zu den im Alltag unsichtbaren Kleidungsstücken, der Lingerie, sie wieder auf den Weg zurück in die Mode bringt.
Die Hintergrundgeschichte zu der Unterwäsche-Kollektion und weitere Bilder gibt es nach dem Klick.
"Working for other companies is actually quite liberating in the sense that you can focus 100 percent on creativity", sagte Branquinho im letzten Jahr zu der New York Times und genau diese 100 Prozent scheint sie auch in die Lingerie-Linie für Marie Jo gesteckt zu haben.
Vor allem ihre Inspirationsquelle und ihr Moodboard haben es mir angetan: Sie ließ kleine Drucke von Gemälden aus dem 16. und 17. Jahrhundert anfertigen und malte den nackten Damen ihre Kollektionsteile in einem dunklen Smaragdgrün auf den zuvor nackten Körper. Diese Höschen, bei denen der Bund hoch in der Taille sitzt und die BHs, die es teils auch mit zusätzlichem Stoff gibt, unterstreichen Branquinhos Meinung, dass weniger Haut zu zeigen sexy ist und die Phantasie anregt.
Die hübschen Eindrücke der Präsentation, bei denen die Models mit ihren Perrücken wie Pin-Ups aussahen:




