von Mirjana in Kategorie: Lifestyle 11Kommentare

54. Biennale in Venedig: Kultur- und Reisetipps

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Seit Sonntag tummeln sich in Venedig auf der 54. Kunst-Biennale unter dem Motto "Illumi Nazioni" wieder die Vertreter der zeitgenössischen Kunstszene. Insgesamt 31 Nationen-Pavillons bespielen bis zum 27. November den Giardini di Castello und etliche Off-Locations zeigen Malerei, allerlei sehenswerte Videoinstallationen und Skulpturen.

Zum Auftakt der Biennale wurde der Deutsche Pavillon mit dem goldenen Löwen prämiert. Diese Auszeichnung geht vor allem an den verstorbenen Christoph Schlingensief, der die Konzeption des Kunstraumes noch vor seinem Tod geplant hatte. Ansonsten soll dieses Jahr der Trend zum Labyrinth (Österreich, Großbritannien) und zu der Verarbeitung von Rohren (Israel, Frankreich) sehr stark vertreten sein.

Sehr lesenswerte Artikel hat dazu hat die Zeit und die FAZ in Ihrer Sonntagsausgabe veröffentlicht. Das Art Magazin hat eine ganze Karte mit Tipps in seine aktuelle Ausgabe integriert und Diane Pernet gewährt diekte Einblicke in die Ausstellungshallen

Für modische Präsenz im Heimatland sorgt natürlich Prada mit der Fondazione Prada, von der Jessie euch bereits ausführlich berichtet hat. Da Kunst und Mode sich ja bestenfalls gegenseitig inspirieren ist abzuwarten, ob in der kommenden Prada Kollektionen Einflüsse von der Biennale wieder zu finden sein werden..

Abgesehen von Prada ist Venedig modisch leider eher dürftig aufgestellt. Als ich in der Lagunenstadt kürzlich ein Wochenende verbrachte, suchte ich vergeblich nach individuellen Boutiquen oder nennenswerten Vintage-Läden. Nur die Luxusmarken wie Chanel, Bottega Veneta oder Hèrmes luden zum Schaufenstergucken ein. Positiv Aufgefallen ist mir der elegante Chic der älteren Venezianer, die mondän mit Hüten, Schmuck und leuchtenden Farben sich der Schönheit der Stadt anpassten.

Hier noch ein paar persönliche Tipps für Venedig:

Kultur

In der Sammlung Peggy Guggenheim werden nicht nur berühmte Werke des Kubismus, Surrealismus und Abstrakten Expressionismus, unter anderem von Picasso, Paul Klee und Max Ernst ausgestellt. Ein Besuch der Ausstellung im Palazzo Venier, ihrem ehemaligen Wohnhaus, ist schon wegen des besonderen Ortes einen Besuch wert. Besonders bemerkenswert sind die kleinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen in jedem Raum der Ausstellung, die Peggy inmitten der Kunstwerke zeigen und deutlich machen, wie modern sie damals bereits gelebt hat. Sehr inspirierend sind auch Ihre Outfits!

Privatmuseen für zeitgenössische Kunst des französischen Millionärs François Pinault:
Palazzo Grassi am Campo San Samuele
Punta della Dogana

Lecker Essen

Der Campo Santa Margherita gehört zu den It-Places in Venedig und ist hervorragend geeignet um Mittags eine Pause einzulegen oder am Abend einen Apéro zu trinken. Sehr zu empfehlen ist am Mittag das MILLEVINI. Die kleine Weinbar hat frische Salate, Suppen und Pastagerichte auf der Karte und im Gegensatz zu vielen venezianischen Restaurants realistische Preise. Mein Favorit war die Radicchio-Lasagne und das Tunfisch-Carpaccio.

Avogaria, ist ein kleines aber feines Hotel mit drei Zimmern und Restaurant. Der Geheimtipp liegt versteckt in der verschachtelten venezianischen Stadtstruktur, am Rande einer winzigen Gasse. Hat man es gefunden, eröffnet sich dem Besucher ein modernes, liebevoll gestaltetes Hotel-Restaurant mit kleinem Garten, groben Backsteinwänden und ausgewählten Bauhaus-Interieur. Das Essen ist entsprechend gestylt, aber auch sehr lecker.
http://www.avogaria.com/de/

Gemüse-und Fischmarkt: Westlich der Rialtobrücke gibt es von Montag bis Samstag eine üppige Auswahl an Gemüse und frischen Fisch. Ich wünschte in Berlin gäbe es auch so ein Angebot an Meeresfrüchten. Direkt am Markt kann man, ohne sich in Unkosten zu stürzen, für 50 Cent mit einer Gondel über den Canal Grande übersetzen.

Das Risorto al nonno ist authentisch, italienisch und einfach gut. Man kann im großen überwucherten Garten dinieren und Pizza, Pasta und Antipasti auf Pergament-Papier-Tischdecken genießen. Spezialität sind Fischgerichte mit gegrillter Polenta.

Die Live-Musik-Bar Paradiso Perduto befindet sich mitten im Sestiere Cannaregio, was als neues In-Viertel von Venedig gehandelt wird. Das leicht alternativ angehauchte Restaurant / Bar viel direkt durch bunte Stühle am Rande des trüben Kanals ins Auge. Das Interieur erinnerte eher an eine Berliner Bar, als an venezianischen Pomp. Die Vorspeisen-Teller Fisch und Grünzeug schmecken nach Urlaub und die abendlichen Live-Konzerte bieten gerade im Jazz-Repertoire die eine oder andere Überraschung.

Für noch mehr Restaurant-Tipps in jeder Preiskategorie hat Jamie Oliver einen umfangreichen Venedig-Kulinarik-Guide veröffentlicht. Mehr dazu gibt es hier.

Ausflugsinsel: Burano

Burano ist für die Spitzenproduktion und seine malerisch, bunten und windschiefen Häuschen bekannt. Allerdings muss man leider anmerken, dass die Spitzen heute Hauptsächlich für den Souvenir-Handel produziert werden und die Häuser nur wegen der starken Feuchtigkeit jedes Jahr neu gestrichen werden müssen. Trotzdem ist die Bootsfahrt nach Burano ein Erlebnis und die Insel schön farbenfroh. Für einen Snack ist ein kleiner Krämerladen zwischen den Touristen-Restaurants sehr geeignet.

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Tags: biennale, kunst, prada, tipps, venedig
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11 Kommentare

  • Monika-Luiza

    Ich liebe die Kunst-Biennale in Venedig. Grad als ich noch weitere Tips schreiben wollte, bemerkte ich daß du schon alles was ich empfehlen würde auch aufgelistet hast. Kann aber nur nochmals betonen wie atemberaubend! die Sammlung-Pinault!!!! und malerisch die Insel Burano sind.
    Werde wohl Anfang Oktober wieder hinfahren, da ist noch Biennale,da stimmt das Wetter noch und es sind einen Tick weniger US/ Asia-Touries unterwegs.

    Shoppingtip: die kleinen Gassen um den Campo Santo Stefano sind voller kleiner Schmuckläden. leider muß man da mehr investiren da es sich hauptsächlich um alten (ca 16. - 20.Jhd) Unikatschmuck handelt. Aber das was ich dort an schmuck gesehen habe, ist nicht zu übertreffen, ob Art-Deco oder alte Elfenbein-Skelette, Läaden dieser Art in London, Paris oder New York können echt einpacken im vergleich.

  • FacebookLaura Sodano

    Ich kann mich nur anschließen. Gerade am Wochenende kamen auf Arte bei Metropolis und bei ttt wunderbare Berichte zur diesjährigen Biennale. Besonders fasziniert war ich von besagter Ausstellung im Deutschen Pavillon; ebenso vom Englischen. Dieses Labyrinth durch das man dort wandelt hat mich schon allein von den Bildern aus den Beiträgen permanent zwischen Neugier und Bedrängung hin und her geworfen.
    Mein persönliches Highlight aber, der Französische Pavillon, in dem eine Art Menschen-Maschine die Vergänglichkeit des Seins zeigt.
    Toller Beitrag auch was das wunderbare Venedig drum herum angeht!

  • Eva

    diesen Artikel finde ich sehr gelungen! Willkommen, Mirjana!

  • anie

    und noch dazu tolle bilder :)

  • Lotta

    Toller Artikel und super schöne Bilder!

  • Jutta

    Große Klasse, Mirjana. Du hast einen tollen Stil!
    Ich bin gespannt auf mehr von Dir.

  • Jana

    das sind echt traumhafte bilder!

  • Isabella Lang

    wow, einfach traumhaft bilder, bin seit 2 Jahren auch der total Venedig-fan geworden, also wer noch nicht in venedig war, unbedingt hinfahren, es lohnt sich ;)
    und das letzte bild ist einfach der hammer.

  • jana

    Ja, Venedig steht dieses Jahr auch auf meiner Reiseliste - auch wegen der Biennale. Deine Tipps hören sich gut an. Allerdings: Christoph Schlingensief konnte den deutschen Pavillon nicht mehr konzipieren, seine Witwe und die Kuratorin haben stattdessen eine Ausstellung über ihn und sein Werk gemacht.

  • Semyko

    Bei den Fotos bekommt man sofort Lust nach Venedig zu fahren

  • rob

    bin in ein bis zwei wochen dort! juhuuu!

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