New York: Im Büro von Refinery29
"Wir ziehen nächsten Monat um... unser Büro ist zurzeit ein einziges Chaos!" schrieb mir Christene Barberich, Chefredakteurin der Website Refinery29. Ich stellte mir ein kleines vollgestopftes Büro mit vielleicht fünf Redakteuren irgendwo in einem Hochhaus vor, in dem im Team an den nächsten Geschichten gearbeitet wird.
Leicht verspätet stehe ich vor einem unscheinbaren Eingang irgendwo zwischen Church Street und Broadway in Tribeca, nachdem mich die Subway mal wieder den letzten Nerv gekostet hat, und bekomme gar keine Möglichkeit, einen Aufzug nach oben zu nehmen - die Stufen führen lediglich nach unten. Im ersten Untergeschoß trete ich in das riesige Großraumbüro mit einem kleinen Vorzimmer ein, die Wände sind vollbehangen mit Postern von Editorials und Lookbooks, in der Ecke steht ein Fahrrad, an einer anderen Stelle stehen gleich vier Webby-Awards und in mehreren Sitzgruppen arbeiten mehr als 20 Mitarbeiter an der Seite, die im Modebereich in der Kategorie Shopping, Trends, Beauty, Hot-Spots oder exklusive Deals seinesgleichen sucht.
Auf einem großen Bildschirm, der kurz vor der Küche bzw. dem Konferenzraum hängt, ist Chartbeat geöffnet, womit wir übrigens auch bei LesMads.de arbeiten - auf der Übersichtsseite sieht man, welche Links von welchen Websiten kommen, wer gerade über dich getwittert hat, was am meisten gelesen wird und wie viele Leute gleichzeitig welche Artikel lesen. Die Zahl dazu geht zum Zeitpunkt meines Besuches über 1.000, was auf extrem viel Monatstraffic schließen lässt. Philippe von Borries, Gründer der Seite und gebürtiger Kölner, erzählt später, dass Refinery auf rund 3 Millionen Besucher im Monat kommt.
Seitdem Philippe die Seite vor fünf Jahren als Start-Up gründete, wuchs das Unternehmen besonders nach dem Entschluss, die Vermarktung komplett in eigene Hände zu nehmen, rapide. Seit Januar 2010 konnten dadurch sechs feste Stellen kreiert werden, hinzu kamen je eine festangestellte Person für die Korrespondenzstädte Chicago, Los Angeles und San Francisco (insgesamt 27 Mitarbeiter). Aktualität ist die wichtigste Währung, genau wie die Fokussierung auf die lokalen Geschichten und das Versenden des Newsletters.
Die stärksten Themen sind über Haare und Beauty, verrät mir Piera Gelardi, Kreativdirektorin und beispielsweise verantwortlich für all die bunten instagram-Bilder. Auch Top-Listen und Outfit-Zusammenstellungen finden beim Leser besonders viel Anklang.
Mich interessierte besonders die Akzeptanz großer Labels und Anzeigenkunden gegenüber der Seite. Zu Modewochen fahre das Team kaum, weil dazu einfach keine Zeit sei. In New York erhält man mittlerweile zwar fast alle Einladungen zu den Schauen, ein steiniger Weg ist es aber dennoch gewesen. Die Vernetzung der Redakteure, die im Vorfeld bei anderen großen Medien gearbeitet haben, ist für exklusive Geschichten aber Voraussetzung für ein gut funktionierendes Verhältnis zu den PR-Agenturen. Der Online-Werbemarkt ist mittlerweile stark; am Besten funktioniere, und das ist sicher keine Überraschung, die Werbung im Beauty-Bereich.
Das Büro:
Ich lese Refinery wirklich gerne und freue mich, dass dahinter noch so viel mehr als erwartet steckt. Drücke die Daumen für eine weiterhin rasante Fahrt nach oben! Lieben Dank an das Team, dass es mich in ihre vier Wände hat blicken lassen.



















Julia Stelzner
Interessante Einblicke!
anie
spannend die ganze Blogsphäre mal von einer anderen Seite zu sehen :)
Ich sehe gerne hinter die Kulissen
su
Wirklich toller Bericht! Ich bin auch ein super grosser Fan von Refinery29 und habe mich sehr über den kleinen Einblick gefreut. Für mich eins der besten Inspirationsquellen!
Sarah Amy Jay
Mehr solcher Beiträge! Ich finde "hinter-die-Kulissen-der-Mode-Branche" Einblicke super!
Kerstin
Cool. Ich lese Refinery29 regelmäßig und hab mich besonders gefreut, dank dir mal hinter die Kulissen blicken zu können. Wirkt alles sehr freundlich und familiär...da macht das Arbeiten bestimmt Spaß.
Andrea
toller artikel mit interessanten einblicken. ich lese refinery29 auch sehr gerne.