Mehr Farbe auf den Laufstegen
Nicht häufig lässt sich heute ein Trend ausmachen, der sowohl auf den Laufstegen der verschiedenen Fashion Weeks als auch in Editorials und in Kampagnen großer, mitunter traditionsreicher Modehäuser sichtbar wird. Auffällig ist zur Zeit die seit der letzten Saison steigende Zahl dunkelhäutiger Models.
Bereits auf der Paris Fashion Week im vergangen Herbst zeichnete sich der Trend ab: Giles Deacon entwarf für Ungaro frühlingshafte Kreationen die von Models verschiedenster Couleur präsentiert wurden. Auch in der Männermode lässt sich die neue Tendenz wahrnehmen: Walter van Beirendonck buchte für seine Herbst/Winter 2011-Show in Paris ausschließlich dunkelhäutige Models, die mit traditionell-afrikanisch angehauchter Gesichtsbemalung und bunten Roben über den Laufsteg geschickt wurden. Vor allem überraschte aber die neue Frühjahrskampagne von Mario Testino für Burberry. Das Label präsentiert sich ja nicht erst seit gestern mit neuem Image, einer Mischung aus Tradition und Modernismus, trotzdem ist die neue Kampagne mit Jourdan Dunn und Sacha M'Baye überraschend. Die 20jährige Jourdan Dunn lief bereits für große Namen wie Prada, Dior und Chanel, obwohl sie zu Beginn ihrer Karriere aufgrund ihrer Hautfarbe Probleme hatte Jobs zu kriegen. 2008 bemängelte sie die fehlende ethnische Vielfalt auf den Laufstegen und übte so öffentlich Kritik am Modebusiness. Im Sommer des gleichen Jahre brachte die italienische Vogue eigens ein "Black Issue" mit Dunn auf dem Cover und ausschließlich dunkelhäutigen Models heraus.
Naomi Campbell gab bereits im Jahr 2007 an, über die Gründung einer Modelagentur nachzudenken, um Models verschiedener Ethnien mehr zu fördern. Sie behauptete sogar ihren Erfolg Topmodels wie Linda Evangelista oder Christy Turlington zu verdanken, da diese sich einst geweigert hätten, ohne Naomi auf den Laufsteg zu gehen. Viele Agenturen und Booker buchen jedoch deshalb seltener dunkelhäutige Models da sich die Zielgruppen besser mit hellhäutigen Models identifizieren können.
Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass es sich bei dem Aufkommen dunkelhäutiger Models in den letzten Saisons nicht bloß um einen kurzlebigen Trend handelt, sondern eine langfristige Entwicklung hin zu mehr ethnischer Diversität in der Mode.
/Mavis/
Beispiele für dunkelhäutiger Models aus verschiedenen Kampagnen und Epochen:
















Elena
Ganz, ganz schlimme Überschrift.
Jane
Die Überschrift kann als Super Gau für L M in die Geschichte eingehen! Ich würde das nochmal etwas überdenken! Auch weil einige Fashionweeks gar keine "farbigen" Models gebucht haben
Nina
Ich finde die Überschrift auch schlecht außerdem finde ich es befremdlich und auch wieder typisch dass dies thematisiert wird von jemandem der auch -wie schreibe ich das günstig- durch seine Erscheinung Rückschlüsse auf einen anderen ethnischen Hintergrund zulässt (puh). Oft wird grade durch die Thematisierung die Selbstverständlichkeit die das doch sein sollte nämlich wieder zunichte gemacht. Oft werden hierbei nämlich wiederum Maßstäbe gesetzt die sozusagen "andersherum diskriminieren".
Kerstin
Toller Artikel, der zugleich sehr persönlich ist und dennoch recherchiert belegt.
@ Jane: Von Super G... würde ich an deiner Stelle in so einem Zusammenhang nicht zu sprechen wagen. Welch ein Vergleich!
mel
finde den bericht gut und ich finde, das dunkelhäutige menschen etwas ganz anderes ausstrahlen (teilweise auch echt mehr ausstrahlung haben) und für viele kleider-farben einfach bessere kontraste bilden als caucasian models.
aber was es bedeutet, dass können weisse eh nicht nachvollziehen und da braucht auch niemand so zu tun..man kanns diskutieren oder sein lassen, ändern tut sich dadruch ja eh nichts.
bin selbst weiss und kann nicht mitreden und jeder der in dieser hinsicht nichts durchmachen musste, sollte sich eher mal bedeckt halten.
Anna
Ich finde es interessant! Das Thema wird in der Modebranche immer wieder diskutiert und trotzdem sieht man verhältnismäßig wenige dunkelhäutige oder asiatische Models auf den europäischen oder amerikanischen Laufstegen. Und ich finde es einerseits bemerkenswert, andererseits sehr traurig, dass Steven Meisels "Black Issue" im Jahr 2008 immer noch für Furore in der Modewelt gesorgt hat!
Claudia G.
die überschrift ist irreführend.
Kathi
Mir muss jetzt ganz kurz jemand erklären, was genau an der Überschrift einen Super-GAU darstellen soll? Ebenso wenig erschließt sich mir der Sinn davon, über solche Entwicklungen positiv bewertet (denn nichts anderes hat sie getan) nicht berichten zu dürfen, weil ja sonst die Tatsache, dass das nicht selbstverständlich ist, verdeckt betont würde...es IST nach wie vor nicht selbstverständlich. Trotzdem hat sie einen konstruktiven Beitrag verfasst, der weder anklagend noch militant ist, sondern auf eine positive Entwicklung hinweist. Daran ist gar nichts Super-GAU.
viviane
oh man, die überschrift geht gar nicht! echt ätzend, sorry. warum sollte es nicht selbstverständlich sein, es IST selbstverständlich. sorry, geht gar nicht.
Herr Sharif
Sehr gut! Das Thema sollte auf jeden Fall mehr in solchen Blogs diskutiert werden. Rassismus und Diskriminierung sind wichtige Themen in der Modebranche und sollten nicht einfach ausgeblendet werden. Schließlich ist eineColourblindness-society (ein kulturwissenschaftlicher Begriff, der auf einen Idealzustand nämlich keine Unterscheidung aufgrund von Hautfarbe hinweist) noch eine weitgehende Utopie. Übrigens hat die Bloggerin sicherlich das Wort "Farbe" aus dem Englischen Colour übersetzt und das wiederum ist auch hier in Deutschland ein feststehender Begriff (people of color)
siehe auch
http://www.migrazine.at/artikel/people-color-als-solidarisches-b-ndnis
Also Ihr lieben Leser, nicht immer and die schönen Farben, die ihr als Kleidungsstück trägt als "Farbe" anerkennen!!!!!!!
ich finde den artikel gut geschrieben und recherchiert.
ein interessantes und vor allem wichtiges thema.
ich für meinen teil erachte es als äußerst gewinnbringend wenn der trend hin zur diversität auf laufstegen und in der modewelt insgesamt zu einer realität werden würde. eine realität die es einem dann erlauben würde nicht mehr über das thema diskutieren zu müssen. heutzutage muss man es, leider.
viviane
das Problem, was ich hierbei sehe (von der Überschrift, die ich als unpassend erachte, mal abgesehen) ist das Thema des Trends. Dann wird eben mal wieder darüber diskutiert, na und? Ist doch dasselbe wie beim Thema dürre Models - Plus-Size Models. Es wird im öffentlichen Diskurs mal wieder eine Weile darüber gesprochen und berichtet, das Phänomen wird gehypt, bis es keinen mehr interessiert. Will sagen: letztlich entscheidet der Kunde, wen er bucht - und zwar anhand dessen, was sich besser verkaufen lässt.
Jane
ok, ein Vergleich zum Gau ist natürlich etwas blöd, was ich meine ist aber glaub ich klar ;-)
Mich würde interessieren was die Autorin des Textes dazu bewegt hat eine solch dämliche Überschrift zu wählen? vielleicht antwortet sie ja, sonst wird auf L M ja eher nicht geantwortet ;-)
Nike
...und hier wären wir dann wieder beim "ich-finde-nicht-das-richtige-wort-für-menschen-mit-anderer-hautfarbe-komplex".ich verstehe diese aufregung nicht. da macht sich jemand mühe, beobachtet und recherchiert und bekommt dann eins vor den latz geknallt, als hätte er das wort "neger" in den mund genommen (entschuldigt diesen ausdruck). ich schätze, kein dunkelhäutiger, schwarzer, afro-amerikanier oder was-auch-immer, hätte sich über "mehr farbe auf den laufstegen" aufgeregt.
es ist wichtig, dass solche themen bedandelt werden, das ist ebenso eine tendenz wie der trend zu rothaarigen - und die sind auch nicht auf die barrikaden gegangen.
meine güte, wir sind alle gleich. und weil das so ist, sollte man einfach sagen dürfen "der ist weiß, der ist dunkelhäutig", oder was auch immer. behandelt es doch einfach wie eine selbstvertsändlichkeit und pikiert euch nicht so.
danke, mavis.
hannah
Ich finde die Überschrift auch nicht schlimm, viel schlimmer ist der darauf folgende Kommentar mit den Worten "Super Gau". Man sollte doch seine Wortwahl zügeln und überlegen, was man schreibt. Das ist doch sehr unpassend, gerade auch deshalb, weil das Thema jeden in Angst und Schrecken versetzt. Es wird in der Überschrift niemand lächerlich gemacht, geschweige denn "angegriffen". Das Thema ist interessant und regt zum Nachdenken an.
Ein Plus für die mutige Auseinandersetzung.
Jonas
Mich würde mal interessieren, was an der Überschrift so schlimmm sein soll? Mal abgesehen von dem Einwand, dass die Überschrift irreführend sei, macht sich hier von den kritischen Stimmen ja leider keine die Mühe ihre Meinung zu begründen.
Der Titel mag nicht ganz eindeutig sein, er ist aber im Zusammenhang mit den Fotos ein Hingucker was ich wesentlich besser finde als irgendwelches unbedingt politisch korrektes Rumgesülze.
Dori
schöner, kompakter beitrag.
mich würde auch wirklich interessieren, wieso sich manche so über die über die überschrift aufregen. natürlich gibt es zu diesem thema noch viel mehr zu sagen, ich finde jedoch mavis hat einen guten, kurzen überblick gegeben.
Aimee
na also ich bin "farbig" und finde die ueberschrift toll. ich fuehle mich nicht diskriminert, und zwar von keinem wort in diesem beitrag.
DANKE fuer diesen beitrag!
nicole
ein wortspiel als überschrift. ich sehe da keinerlei probleme. welches wort muss denn noch bitte erfunden werden, dass sich mal niemand pikiert, sobald über menschen mit dunkeler hautfarbe gesprochen wird??! ich halte es für wichtig, sich damit auseinander zu setzen, wieso wir immernoch bleiche klappergestelle auf laufstegen anschauen und das toll finden. die neue burberry kampagne ist umwerfend, ich kann gar nicht wegsehen... :)
Christof
wenn man es mal von einer anderen Seite sieht...
ich denke, dass Mavis eine sehr gute Überschrift gewählt hat... von der journalistischen Seite gesehen... anfangs als ich die Überschrift gesehen habe, dachte ich "oh man, was meint die denn mit Farbe? Den Menschen oder die Klamotten? Ist das nicht zu riskant?"
und deswegen habe ich mir den Beitrag durchgelesen...
ich denke, sie hat extra eine pikantere Überschrift gewählt, damits die Leute lesen...
jen
Diese falsche Political Correctness ist sehr deutsch, falsch und langsam nur noch schwer zu ertragen. Gerade WEIL die Autorin weiß (ha!), wovon sie spricht, ist ihr jegliches Wortspiel erlaubt. Die Überschrift macht zudem neugierig und man erwartet im ersten Augenblick einen weiteren Artikel über den Farbentrend der Saison, doch oha, es geht mal um was Richtiges. Ist doch super. Also mal schön in die Tüte atmen, Ladies.
Conny
Da der Artikel ja eigentlich nur eine subjektive Beobachtung positiv bewertet - wieso regt ihr euch denn alle darüber auf? Und leider ist es für manche Menschen wohl noch NICHT selbstverständlich, weshalb Beiträge wie dieser doch sehr wichtig sind.
Lotti
Ich versteh überhaupt nicht, wieso sich manche so über diesen Artikel aufregen. Bin selbst ein "Mischling" und fand den Artikel auch die Überschrift gut!
Erschreckend finde ich Wörter wie "Super-GAU" in diesem Zusammenhang und auch, dass so ein Artikel immernoch so ein Tabu Thema zu sein scheint. Falsche political correctness ist echt der richtige Ausdruck!
Also an alle: chillt mal ein bisschen :)
kejsa
ach gottchen, leute, wie scheinheilig ist das denn?! groß die "selbstverständlichkeit" models anderer hautfarbe auf dem laufsteg betonen, aber bei der überschrift reihenweise in empörung ausbrechen. tut mir leid, ich halte mich sonst mit persönlichen beleidigungen zurück, aber es ist wirklich erschreckend wie dumm hier manche sind.
toller beitrag, danke mavis.
kalinka
toller artikel und interessantes thema.. und an einer überschrift sollte man sich nicht aufhängen.
ziska
allein die zahlreichen kommentare zeigen ja wohl, dass das thema ganz anregend ist, findet schließlich ein reger austausch statt, was nich viele beiträge erreichen!
finde das thema auch sehr gut gewählt u mutig, u selbst wenn mavis auch farbig ist- warum darf sie dann nicht solch ein thema wählen...sind wir doch mal ehrlich, meist bewegen uns doch persönliche ansichten u interessen dazu, über etw zu recherchieren u es zu kommentieren!...u das der inhalt nicht aus der luft gegriffen ist sondern ne gut fundierte arbeit, wird meiner meinung nach auch deutlich!
danke dafür!