Interview: Cut Magazine - Leute machen Kleider
Ich bin ja selber eher mit zwei linken Händen gesegnet, jedoch hat mich dass DIY-Fieber gepackt als mir eine Ausgabe vom Cut Magazine in die Hände fiel. Darin wird in der Rubrik "Starschnitte" in jeder Ausgabe ein Schnittmuster von einem anderen Label veröffentlicht. In der letzten Ausgabe war der Star ein Kleid von Minimarket. Grund genug für mich, zu Nadel und Faden zu greifen. Sehr gespannt war ich also, als ich erfahren habe, dass ich die kreativen Köpfe treffen kann, die hinter dem Cut Magazine stehen.
Als mich Anja und Marta in ihren Büroräumen in München empfangen, herrscht ein kreatives Chaos. Herumstehende Schneiderpuppen, herumliegende Schnittproben, Illustrationen und Kleider verraten, dass die Vorbereitungen für die nächste Ausgabe, die am 15. April erscheinen wird, im vollen Gange sind. Trotz des Zeitdrucks wirken die zwei total entspannt und stehen mir bei einem Tässchen Kaffee Rede und Antwort.
Mein Interview:
Diana: Wie ist das Cut Magazine entstanden und was war die Idee dahinter?
Anja: Lucie Schmid ist die eigentliche Begründerin des Cut Magazines und ist selber auf die Idee gekommen, als sie einen Nähkurs gemacht hat. Zu diesem Zeitpunkt konnte sie noch gar nicht nähen und war so begeistert, dass sie schon nach ein paar Stunden eine fertige Tasche in der Hand hatte, dass sie beschlossen hat, privat damit weiterzumachen. Bei ihrer Recherche nach DIY- Magazinen ist sie kaum fündig geworden. Beziehungsweise waren die Magazine zu schwer für sie, da Lucie wirklich noch blutige Anfängerin gewesen ist. So ist die Idee für das Cut Magazine entstanden. Lucie arbeitet, wie wir, bei Independent Media Design und hat ihre Idee unserem Chef vorgeschlagen, weil sie einfach Bock hatte, ihr eigenes Magazin zu machen. Dieser hat zum Glück zugestimmt und uns das Startkapital für das erste Magazin zu Verfügung gestellt. Der letzte Ausschlag dafür war auch, dass sie gemerkt hat, dass super viele in ihrem Freundeskreis Dinge selber machen und sie gespürt hat, dass Bedarf für so ein Format besteht. Das war vor zwei Jahren.
Diana: Was glaubt ihr was der Grund dafür ist, dass der DIY-Trend nach wie vor nicht abreißt und sich Handgemachtes so großer Beliebtheit erfreut?
Marta: Ich denke es liegt daran, dass die Leute in ihrem Beruf in erster Linie am Computer arbeiten und kaum noch was mit der Hand machen. Deswegen kann DIY als eine Art Ausgleich gesehen werden. Man hat am Ende etwas, was man selber kreiert hat, etwas Handfestes. Auch der Zeitfaktor spielt eine Rolle, es ist ein Luxusgut geworden, sich Zeit zu nehmen, um selber etwas für sich und andere zu machen.
Diana: Euer Magazin ist eine bunte Mischung aus DIY-Anleitungen, Designerportraits, Modestrecken und Städtetipps. Woher kommen eure Inspirationen für das Magazin?
Marta: Die Ideen stammen oft aus dem Alltag, aus dem, was man auf der Straße so mitbekommt, auch von Blogs. Der Austausch zwischen uns ist uns auch sehr wichtig. Wenn ich etwas gesehen habe oder eine Idee habe, gehe ich zu Anja und die ergänzt die Idee und sagt, sie hat auch schon so etwas in der Richtung gesehen und baut meine Idee somit noch aus.
Diana: Wenn ihr sagt, dass ihr eure Ideen auch von Blogs stammen, wie bewertet ihr den Stellenwert von Modeblogs?
Anja: In unserer ersten Ausgabe sind wir sehr ausführlich auf das Thema Modeblogs eingegangen und wie sich die Modewelt dadurch verändert. Ich persönlich schätze sie als super wichtig ein. Trends werden online viel schneller aufgegriffen und verarbeitet. Für mich persönlich ist es auch praktisch weil ich Themen viel schneller erarbeiten kann, jetzt auch Themen googeln kann und nicht die Ausgabe von anno dazumal herausziehen muss. Andererseits gibt es leider auch eine ganz große Schwämme an Blogs. Jeder muss zeigen, was er heute zur Schule angezogen hat. Man muss meiner Meinung nach schon zwischen guten Blogs differenzieren, die man wirklich braucht und Blogs, die man gut und gerne in die Tonne schmeißen könnte.
Diana: Habt ihr selber Lieblingsdesigner?
Marta: In der letzten Ausgabe hatten wir viel skandinavisches Design. Das war jedoch totaler Zufall. Ich persönlich habe keine Lieblingsdesigner. Wir sind bei unserer Auswahl der Designer nicht auf eine bestimmte Richtung oder einen Stil festgelegt, wir wählen danach aus, was uns gerade ins Auge sticht. Bei unserer Rubrik "Abschlussklasse" können sich junge Designtalente bei uns mit ihrer Abschlussarbeit bewerben und was uns gefällt, stellen wir dann vor.
Diana: Die letzte Ausgabe stand ganz unter dem Motto Stricken. Könnt ihr schon verraten, was in der kommenden Ausgabe thematisiert wird?
Anja: Ja klar können wir. Zum einen haben wir neue Illustratoren aus der ganzen Welt gebeten, uns ihre Illustrationen zu schicken, um sie dann auf Stoffe zu drucken. Das haben wir auch schon gemacht. Die Stoffe kann man auch kaufen - sozusagen sind dies die ersten "Cut-Stoffe". Wir haben daraus Klamotten genäht und eine schöne Modestrecke produziert. Wir erklären in der nächsten Ausgabe auch, wie man Schnitte selber ganz einfach verändert. Und ein weiteres großes Thema ist Pop-Up, überall gibt es gerade Bücher darüber. Wir wollen zeigen, wie man es auch selber machen kann.
Ich freu mich schon total auf die nächste Ausgabe. Vielen Dank an Anja und Marta für das ausführliche Interview. Wer jetzt auch schon so gespannt ist wie ich, kann das Cut Magazine entweder online abonnieren oder an Kiosken, Flughäfen oder Bahnhöfen kaufen. Die Internetseite kann ich allen DIY-Fans ans Herz legen. Hier finden sich ständig neue Anleitungen zum Selbermachen und Inspirationen und Ideen zum Thema Mode.
/Diana/










anie
tolles Interview und vor allem haben mich die letzten Worte über das neue Magazin erfreut =)
Leider funktioniert der passende Link dazu nicht =(
hanna
kann mich nur anschließen: tolles Interview! Ich liebe es, Sachen selber zu machen und das Cut-Magazin liefert immer wieder neue Ideen und Inspiration. Freut mich, dass das mit diesem Interview gewürdigt wird!
Sandra
Ich liebe das Cut-Magazin, es ist so liebevoll, kreativ und humorvoll! Freu mich schon ganz doll auf die nächste Ausgabe.
Katha
Nur schade, dass es genau so ein Interview schon auf zahlreichen Modeblogs gab, als die CUT auf den Markt gekommen ist. Das Festhalten des "kreativen Chaos" in Bildern wäre hier sicherlich interessanter gewesen.
jana
ich bin auch absoluter cut-fan. seit der ersten ausgabe! gutes interview!
kalinka
einfach ein tolle magazine..
Claudia G.
ich liebe diese zeitschrift! nähe gerade das kleid von minimarket mit lackstoff nach.
Conny
Ein schönes Interview. Das Cut Magazin kenne ich zwar, habe es aber noch nie gekauft. Trotzdem wären da für einen DIY-Junkie wie mich sicherlich ein paar Inspirationen drin. Vielleicht werde ich dann die nächste Ausgabe, die mir in die Hände fällt, einfach mal mitnehmen :)
Schönes Interview und tolle Zeitschrift. Meine Nähmaschine und ich sind auch schon sehr gespannt auf die nächsten Schnitte :)
Floriana
Schließe mich meinen Vorrednern an! Tolles Interview - sollte mir das Cut Magazin vielleicht auch mal öfters besorgen! :)