von Jessie in Kategorie: Mode 6Kommentare

Auf zur London Fashion Week...

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Anderthab Jahre ist meine letzte Reise zur London Fashion Week her. Die Stadt, die so viel kreatives Potenzial, außerordentliche Designtalente und eine vibrierende Stimmung bietet, wird neben New York, Mailand und Paris trotzdem nur stiefmütterlich behandelt. Die bekannten Modelgesichter nutzen die sechs Tage, um sich für den weiteren Marathon auszuruhen und Fotograf Sonny erzählte mir kürzlich, dass in London "kein Geld sei". Und wenn die Branche ihn nicht bezahlen kann, reist er eben erst gar nicht hin. Die wirklichen Höhepunkte könne man in London doch ohnehin nicht finden. Denken auch viele Chefredakteure und lassen sich erst wieder in der Frontrow bei Prada blicken.

Trotzdem ist London magisch, denn an Kreativität und Ausprobierfreudigkeit mangelt es hier sicher nicht. Da muss man sich nur den "New Gen"-Award anschauen. Oder aber "Fashion East". Und die "Unique"-Linie von Topshop spürt Trends im Handumdrehen auf. Neben den großen Namen wie Burberry, Mulberry oder Pringle of Scotland sind es eher die jungen Designer, die mit viel Hingabe unterstützt werden. Christopher Kane durfte mehrere Saisons kostenfrei seine Schauen im Topshop-Space zeigen. Peter Pilotto, Richard Nicoll oder Meadham Kirchhoff werden ebenso kräftig unterstützt.

Spannend wird angesichts der jungen Ausrichtung, wie viele Einladungen im Hotelzimmer liegen werden. Giles und Mary Katrantzou haben per Mail schon abgesagt. Die Locations seien voll, was einfach nur "kein Interesse" bedeutet. Manchmal hat es mit dem Land zu tun, sehr oft mit dem Medium (Elle, InStyle, Vogue und Co ziehen natürlich immer und können beinahe unbegrenzt Tickets bekommen) und Print hat nach wie vor immer Vorrang. Wenn PR-Agenturen aber in Deutschland sitzen, was beinahe nur bei den großen Labels der Fall ist, sieht das glücklicherweise anders aus. Meine Vorfreude gilt daher besonders Burberry und Acne. Schade ist es um ein paar andere Schauen, auch wenn die vermutlich ohne Ticket besucht werden könnten. Reinschleichen, bei PR-Menschen rumschleimen, persönliche Bekanntschaften pflegen oder aber vorgeben, jemand anderes zu sein, zieht nämlich nach wie vor. Ich bleibe mittlerweile lieber draußen, wenn man mich nicht drin haben möchte. Weder bin ich gut im unsichtbar machen noch kann ich dreist lügen.

Draußen schaue ich mir dann die Streetstyles an, die nirgends bunter und mutiger sind als in London. Manchmal auch so bekloppt, dass man selbst in Berlin dafür ausgelacht werden würde. Hier gibt es aber nicht mal einen schiefen Blick und das ist auch gut so. Auch mein Koffer wurde mutiger gepackt als sonst. Ich habe mir in den letzten Wochen wenig Gedanken um meine Outfits machen müssen, was wahnsinnig entspannend sein kann. Sich aber mal wieder mehr dem Anlaß entsprechend damit auseinanderzusetzen, macht genauso viel Spaß und es gibt durchaus ein paar Teile in meinem Kleiderschrank, die hier noch nicht stattgefunden haben.

Wer das Geschehen von zuhause aus betrachten möchte, darf sich schon mal bei der Modewoche bedanken - unheimlich viele Schauen werden live im Netz übertragen.

Damit die Stadt den Modezauber spürt, gibt es außerdem erstmalig Screens überall in der Stadt verteilt:

This season, we are bringing fashion to broader audiences in London, giving commuters, shoppers and tourists the opportunity to see the latest from the shows - from screens on the London underground, to Piccadilly Circus and an outdoor LED screen at Somerset House.

Ich werde fleißig twittern und das Photo Diary befüllen. Happy weekend und happy fashion week!

Tags: london fashion week, tagebuch
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6 Kommentare

  • Sina

    Liebste Jessie, du hast es echt nicht nötig zu schleimen, wer dich nicht kennt, hat Pech gehabt! Und das mit dem Bevorzugen der Printredakteure wird sich auch in absehbarer Zeit verändern, zumindest die Proportionen, wie die Tickets verteilt werden! Denn die Schnelligkeit der Online-Berichterstattung wird immer mehr in den Vordergrund rücken. Als Branchenprimus in Deutschland wird auch das Ausland auf dich aufmerksam, siehe Bericht in vogue.Italia.
    Ich freu mich auf jeden Fall auf deine Berichte und sowieso auf interessante Streetstyles.
    Liebe Grüsse
    Dein Fan Sina

  • Steffi

    habt ihr einen guten hotel-tipp für london? wäre dankbar!

  • Alexa

    Da hast du aber eine schöne Ode an London geschrieben, wirklich ein sehr schöner Artikel. Und wer London nicht zu schätzen weiß, verpasst wirklich eine ganze Menge, die Moderedakteurinnen eingeschlossen.
    Was wäre die Modewelt denn auch ohne neue kreative Talente, mit immer gleichen Designern würde es doch schließlich irgendwann langweilig werden. Ich wünsche dir jedenfalls viel Spaß bei der Fashion Week und freue mich auf zahlreiche Berichte und ausgefallene Streetstyles.

  • Gabriele Mass

    Ich kann euch das Hotel "Marathon" in Earl's Court empfehlen. Die Preise halten sich im Rahmen und ich konnte die Nacht für ein Single Room auf 40 Pfund runterhandeln. Ansonsten liegt das Hotel keine 20 m von der Tube " Earl's Court " ( Piccadilly & District fahren von dort ab) entfernt. Und ist sehr ruhig in einem Wohnviertel angrenzend an Kensington gelegen.

    So ich werde jetzt auch zur London Fashion Week aufbrechen!

    Viel Glück!

  • nicole

    ein sehr schöner artikel. hab ganz viel spaß, ja?

  • Sila

    Viel Spaß in London :)

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