von Gastbeitrag in Kategorie: Blogwatch 16Kommentare

Gastbloggerwoche: Modebloggen 2.0

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Auch am Wochenende gibt es die sechste Meinung zum Thema "Modebloggen 2.0 - Wohin geht's?". Von Jana, die das Blog Flutsch that was it betreibt. Darauf dreht es sich vor allen Dingen um schöne, inspirierende Dinge und sie hat ein außerordentlich gutes Händchen für die Zusammenstellung.

In ihrem Text geht es um junge Modeblogger und ob der Fakt, ein Modeblog zu besitzen "in" ist - und was man unter dem Begriff "Modeblog" eigentlich versteht.

"Ist Modebloggen in Deutschland mittlerweile normal geworden?" Diese Frage stelle ich mir auch oft, wenn ich den schier undurchdringbaren Dschungel von Blogs durchforste. Ich lese Posts die mich interessieren und scrolle runter zu den Kommentaren. Damit beginnt dann meine Suche nach einem neuen Blog der endlich nochmal mehr Potential hat als die 1000 anderen, die alle so gleich sind. Ich klicke mich auf langem Weg durchs Web, doch meine Suche bleibt meistens ernüchternd. Mein Hintergedanke bei der Methode ist der, dass ich davon ausgehe automatisch auf tolle Blogs geleitet zu werden, da der Ausgangspost, der der mir so gefiel, ja ambitionierte Kommentatoren geweckt hat und ich mir irgendwie denke, dass die Blogs hinter den Kommentaren genauso gut sein müssen. Das ist natürlich alles Quatsch, denn viele der Blogs sind das genaue Gegenteil von dem was ich erwartet hatte.

Das einzig "Gute"!? an meiner Methode ist, dass man wirklich verschiedene Seiten entdeckt und einen Überblick darüber erhält, wie viele Teenager Besitzer eines solchen Blogs sind. Mit der Popularität der Blogs und der Blogger dahinter, sind nämlich auch vermehrt junge Mädchen und auch einige Jungen mit auf den Zug aufgesprungen und bloggen nun aus ihren Kinderzimmern. In der Tat werden die meisten Blogs auf die ich stoße von weitaus jüngeren Mädchen geschrieben als ich es bin. Wollen diese 13-Jährigen Tavi nacheifern und erhoffen sich dieselbe Resonanz? Ein Vorzeigeblogger in diesem zarten Alter hat sich aber für meine Begriffe für Deutschland noch nicht herauskristallisiert. Ich stöber nun auf den Seiten rum, wobei es „schnell runter scrollen" eher trifft und denke automatisch "Modeblog", sobald auch nur ein Outfit gepostet wurde. Doch bei genauerem Nachdenken fallen viele der Blogs durch mein selbst gebasteltes Raster für sogenannte Modeblogs. 14-Jährige in komischen Posen, während sie ihr neustes Kleid von H&M oder einem der anderen Giganten anpreisen, dominieren die Bloggerwelt.

Ganz viele Sympathiepunkte erhalten die Blogs mit Bildern vom neusten Fund, der schnell aus der Tasche gezogen, zerknittert am Bügel hängt und dann abfotografiert wird. Lustig ist für mich auch immer den Hintergrund anzusehen: Offene Massivholzschränke bei denen man ohne Problem noch die Berge an Klamotten sehen kann, die Mama wohl noch für sie gekauft hat, denn der "Modeblogger" hat ja jetzt seinen eigenen individuellen Stil. Ein anderer Punkt ist der, dass die Fotos, die auf diesen Blogs hochgeladen werden meisten so klein sind, dass man kaum die Klamotten erkennt. Eine Freundin von mir ist der Überzeugung, dass die Mädchen einfach nicht wissen, wie man die Fotos in groß ins Web stellt - ich bezweifle das eher und frage mich nach dem Sinn dahinter. Was bringt es, wenn die Fotos so schlecht sind, dass die Leser kaum durchleuchten können, was man da so trägt. Was soll dieser Outfitpost, warum gibt man sich so wenig Mühe?

Ist es der Grund, dass es "in" ist, Blogs zu betreiben? Der Inhalt ist egal, hauptsache man ist dabei? Bei mir kommt nun die Frage auf, was Modeblogs ausmacht?

Das Wort "Modeblog" ist ganz klar nur ein Überbegriff für ein breites Spektrum an Blogs, die sich jeweils anders definieren und von uns der Kategorie "Mode" zugeordnet werden. Für mich sind qualitativ hochwertige Bilder, abwechslungsreiche Themen, Outfits und anderweitige Inspiration, die nicht zwangsläufig aus der Modebranche kommen muss, Gründe, den jeweiligen Blog zu abonnieren. Jedoch mit den Blogs definieren sich auch die Leser. Viele mögen tägliche Outfitposts, auch wenn diese sich von Tag zu Tag nicht großartig unterscheiden, und lesen gerne was Blogger XY so macht ausser zu bloggen. Viele dieser vermeintlichen Modeblogs sind meiner Meinung nach jedoch eher persönliche Online-Tagebücher, als dass sie sich mit bestimmten Themen im Bereich der Mode genauer auseinander setzen. Ich möchte auch nicht gegen diese jungen Blogger wettern, immerhin haben sie ja Abonnenten, die mehr mit den Posts anfangen können als ich. Geschmäcker sind halt verschieden und ändern sich, sowohl die der Blogger als auch die der Leser. Blogs, die ich vor einem halben Jahr als großartig empfunden habe und wo ich neue Posts kaum abwarten konnte, ignoriere ich auf einmal in meinem Google Reader und wenn die Anzahl an Posts zu stark zu nimmt, klicke ich nur noch auf "Alle als gelesen markieren" und das Thema ist für mich damit gegessen. Mit der Zeit fliegen diese Blogs dann auch aus dem Reader (ja, eine gewisse Gnadenfrist lass ich ihnen) und neue die mir dann aktuell mehr zusprechen, nehmen ihren Platz ein.

Die Vielzahl an Blogs die man mittlerweile in Deutschland vorfindet, bietet trotz der Kritik, dass jeder in der Blogsphäre mitzumischen versucht und dass die meisten News zum Einheitsbrei werden, eine große Auswahl und ist es nicht eigentlich großartig wenn man Geschmäcker mit anderen teilt und wenn für jeden etwas dabei ist?

Trotzdem möchte ich nicht nur junge Blogger kritisieren, immerhin gibt es sie, die Lichtblicke, die mich fassen und den Blog nachträglich bis in die Anfangszeit lesen lassen. In meinen Augen ist für diese jungen "U20"-Blogs charakterisierend, dass sie meist spontan sind und nicht zu gewollt und professionell wirken. Vielleicht sind einige Blogger auch mutiger was das Styling betrifft, weil sie ihren eigenen Stil noch nicht gefunden haben und deshalb noch experimentierfreudig sind. Für die meisten ist es sicherlich ein Hobby und es wird sich herausstellen ob sie diesem treu bleiben oder ob sie sich anderweitig umschauen. Einen Rückgang der Zahlen an jungen Bloggern halte ich zwar für möglich... aber wer weiß das schon.

Insgesamt sehe ich Blogs eindeutig auch weiterhin auf dem Vormarsch. Als ein wichtiger Bestandteil der Modeszene, da über das Internet alles viel schneller verbreitet werden kann haben Blogs einen gewissen Vorteil Printmagazinen gegenüber. Diese muss man sich strenggenommen gar nicht mehr kaufen, man findet Fotoshootings und Editorials auch so im Web - The fashion spot sei Dank. Desweiteren kann man sich selbst sein eigenes kleines Magazin zusammenstellen, mit Themen die man sich aus den verschiedenen Blogs herausgepickt hat und die einen wirklich interessieren.

Die jungen Modeblogger meiner Generation sehe ich auch in Zukunft mit dabei, wobei sie den alten Hasen, den Mittzwanzigern, wohl eher nicht den Rang ablaufen werden.

Tags: blogs, flutsch that was is, gastblog, modeblog
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16 Kommentare

  • FacebookAnn Kathrin Kubitz

    Ich hatte zu Beginn meines Blogs ebendiese im Artikel beschriebenen "Kinderzimmerbilder schlechter bis grottenschlechter Qualität", lag vor allem an der schlechten Qualität meiner Kamera und der Bequemlichkeit die ein "Shooting" im Zimmer mit sich führt. Mittlerweile habe ich mir zu Weihnachten eine Spiegelreflex schenken lassen und die Outfit posts desöfteren in den angrenzenden Wald verlegt, wenn meine Freizeit das zugelassen hat, jedoch ist die Bequemlichkeit mancher wohl der Grund, warum viele Blogs der Generation U20,so lieblos aussehen.

    http://www.danseusedelamode.blogspot.com

  • Pene

    also den letzten SAtz kann ich persönlich nicht so zustimmen - immerhin, die 'alten Hasen' waren sicher auch mal Anfänger, mit schlechten Fotos und eventuell auch schlechten Outfits, die jungen müssen sich eben noch entwickeln. & wie der Name 'alte Hasen' schon sagt: sie sind / werden alt - also aus Modeindustriesicht.

  • Sebastian Kubatz

    Lasst euch gesagt sein, dass es die Kamera allein auch nicht bringt (geht vor allem an die erste Posterin hier).
    Zu einem guten Foto gehört neben einer halbwegs guten Kamera auch ein ordentlicher Fotograf.

    Wer eine Spiegelreflex in der Hand halten kann, ist nicht automatisch Fotograf.

    Grüße,
    Sebastian

  • Anna

    gefällt mir gar nicht. Die Diktion der Schreiberin ist meiner Meinung nach sehr arrogant und insgesamt eher unangenem.
    Thematisch liefert der Artikel auch nichts Neues.durchschnitt

  • Paula

    Ich hoffe, dass ihr Blgoeintrag über Gina Tricot von vor ein paar Tagen (mit zerknitterten, fix aufegügelten neuen Sachen in schlechter Fotoqualität) eine Persiflage auf dieses U20-Bloggen ist....

  • Ann

    blöd nur, wenn man auf seinem blog genau das tut was man hier kritisiert! haha

  • Gudrun

    Erstmal muss ich zugeben, dass ich die ganze Idee einer Gastbloggerwoche zum Thema Modebloggen klasse finde.
    Besonders interessant an diesem Artikel hier finde ich, dass er sich auf die U-20-Generation bezieht, zu der ich mich mit meinen 16 Jahren jetzt mal auch zähle. Obwohl ich finde, dass man Blogger keinesfalls in „Generationen“ einteilen sollte: Auf den meisten Blogs der jüngeren Blogger findet man eben öfter mal Outfitposts mit Kleidungsstücken, die man sich selber - dank der großen Kaufhausketten - jederzeit kaufen könnte. Aber wieso sollte man sich darüber aufregen, wenn es den Bloggern (und deren Lesern) gefällt?
    Wahrscheinlich wird kaum jemand Leser eines Blogs werden, in dem nur seitenlange Abhandlungen mit philosophischen und soziologischen Bezug zur Mode stehen. Klar wertet so ein Artikel jedes Blog auf. Aber auch kleinere Einträge, vielleicht ein schönes Schmuckstück oder Kommentare zu den Fashionshows der Designer sind schön. Ich finde, ein gutes Blog zeichnet sich durch die richtige Mischung aus und da darf dann auch ruhig mal ein vielleicht fotografisch nicht ganz so huntertprozentiger Outfitpost dabei sein, genau wie ein „Bild vom neusten Fund, der schnell aus der Tasche gezogen, zerknittert am Bügel hängt und dann abfotografiert wird“.

  • Horst

    leider habe ich keinen unterschied zu den von der autorin kritisierten blogs und ihrem eigenen gefunden. aber ich freue mich, von der autorin den unterschied noch erklärt zu bekommen...

  • Stephanie

    @Paula: Richtig erkannt: Es ist wirklich schade, dass hier etwas kritisiert wird, was dann auf dem eigenen Blog auftaucht. Aber die Diskussion um die U-20-Blogger finde ich schon sehr interessant. Schreiberisch sind viele dieser Blogs schnell zu entlarven und daher für mich nicht wirklich spannend. Ich finde, wenn man einen Blog betreibt, sollte man zumindest soweit auf Rechtschreibung und Grammatik achten. Aber gut: Nicht jede junge Bloggerin kann eine Tavi sein, die ich für eine große Ausnahme halte.
    @Gudrun: Dein Blog gefällt mir. Die Schreibe ist gut und du wirfst Fragen auf, bzw. schaffst Diskussionsstoff, das gefällt mir!

  • clara

    ich frage mich wieso diese bloggerin die möglichkeit bekommen hat hier zu schreiben? ist nicht ihr blog quasi das paradebeispiel von dem was sie kritisiert.
    londonbricklane vintage läden vorstellen und dann beyond retro EHRLICH?
    irgendwo drunter und drüber h&m must haves und topshop likes?
    zwischendurch eine jeansshorts mit weißer bluser von dir getragen?
    alles schön und gut aber das bist du nicht ein anderer teenagerblog!
    deine methode nach guten blogs zu suchen scheint nicht aufzugehen.
    du guckst definitiv bei den falschen ab. nur deine collagen die sind klasse. aber ohne beschreibung!
    fehlt es auch bei dir an wissen.
    ich will mehr jonas!!

  • clara

    und nochwas

    flutsch, that was it.

    HOPEFULLY!!!

  • Heike

    Sorry, aber einfach nur ganz schrecklicher Blog & gehört definitiv nicht hierher. Allerdings kenne ich auch nicht wirklich ein Blog, das von einem U20 geschrieben wird & gut ist. Aber eine Bereicherung wäre es...

  • Sina

    also mir persönlich gefällt der beitrag, ich verfolge flutsch-that-was-it schon länger und bleibe auch dabei…meiner meinung nach klingt der artikel auch nicht arrogant oder unangenehm sondern er lässt sich gut und flüssig lesen.
    habt ihr mal mit offenen augen verfolgt was so bei den +/- 16Jährigen los ist? ich finde die beobachtung von Jana sehr gut erfasst…bilder im kleinformat und so weiter.
    auf ihren blog passt eure kritik aber gar nicht,schließlich postet sie nicht ständig outfits und Portraits von sich und auch die qualität der beiträge ist gut,ja da fällt vielleicht mal ein umkleidenpost mit rein aber so wirklich schlecht ist die qualität von dem bild bei gina auch nicht…vielleicht ist da auch einfach nur ein wenig neid im Spiel was die bissigen kommentare verantwortlicht,oder trifft die kritik etwa auf eure blogs zu und ihr gebt deshalb keinen link zu euren seiten an??

  • FacebookAlma Clausen

    in gewisser hinsicht hat sie schon recht. aber man sollte doch immer vorsichtig sein mit verallgemeinerungen. es gibt immer ausnahmen...

    ihr blog gefällt mir ganz gut. aber so besonders individuell ist er nun nicht.
    schaut euch einmal http://www.kabutaram.blogspot.com an. der ist wirklich schön. aber es ist doch immer auch geschmackssache.


    auf diesem wege möchte ich euch auch meinen blog empfehlen. ohne outfitfotos. reine inspiration. vielleicht gefällt er euch ja: http://alma-d-k-m.blogspot.com

  • Anna

    Ich stimm dir vollkommen zu, hab mir deinen Blog jetzt noch nicht genauer angeschaut, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass er ein Paradebeispiel deiner Kritik darstellt. Wenn ich Blogs von jungen Mädchen mit winzigen Bildern sehe schreibe ich meistens sofort ein Kommentar und schlage ihnen vor, die Bilder doch mal größer hochzuladen, gerne auch mit meiner Hilfe :) Ich gehe nämlich eigentlich auch davon aus, dass die meisten einfach nicht wissen, wies funktioniert. Ich finds auf jeden Fall wichtig lieber wenige qulitativ hochwertige Outfitposts als viele langweilige Schnappschüsse im Spiegel auf einem Blog zu finden. Und natürlich Kritik und Diskussionen in Bezug auf Mode oder andere Dinge, denn ich finde dafür ist ein Blog einfach perfekt.

  • Philine

    -Wer im Glashaus sitzt- kann ich zu diesem Beitrag nur sagen. Die Gastbloggerwoche gefiel mir bisher wirklich sehr gut, zumal alle vorangegangen Beiträge immer auf irgendeine Weise meinen Nerv getroffen haben. Dieser Beitrag hier geht mir hingegen einfach nur auf die Nerven. Der Grundgedanke ist sicher nicht verkehrt aber die Arroganz mit der die Thematik hier angegangen wurde durchbricht wirklich jede Anstandsgrenze. Wie kann man sich über "14-jährige in komischen Posen aufregen, die ja sowieso alle nur Einheitsklamotten vorstellen", wenn in der Einleitung zu diesem Beitrag das eigene Blog erwähnt wurde. Zwar bleiben auf diesem die komischen Posen aus aber ob es denn wirklich so viel individueller ist drei Paar Primark-Schuhe (Primark !!! - die Rede war von Einheitsklamotten und "Giganten") vorzustellen, bleibt doch eher fraglich.(Post vom 17. September)
    Gegen fundierte Kritik und vor allem Verbesserungsvorschläge von Menschen, die selbst mit gutem Beispiel vorangehen ist sicher nichts einzuwenden. Kann man diese zwei Kriterien jedoch selber nicht erfüllen ist, im Hinblick auf das eigene Blog, "flutsch-that-was-it" wirklich kein schlecht gewählter Titel. Es bleibt nur zu hoffen, dass solche Beiträge in Zukunft dann auch gefälligst nur noch unter der dazugehörigen URL zu finden sein werden. In diesem Sinne "auf KEIN zweites Mal".

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