Modebloggen 2.0 - Wohin geht's?
Die gesamte vergangene Woche war ich krankheitsbedingt ans Bett gefesselt und musste notgedrungen mal aus dem Alltagsgeschäft aussteigen. Ein paar Medikamente und mein Schlafanzug hielten mich natürlich nicht davon ab, meinen Laptop wie immer heiß laufen zu lassen - trotzdem war eine kleine Pause vom täglichen Bürowahnsinn ganz angenehm. Ohne das Produzieren am laufenden Band und die nicht zu beherrschende Menge an Emails mit Anfragen, Pressemitteilungen, Leserbriefen, Anrufen, Kooperationsvorschlägen, die Stapel von Post und den üblichen Problemchen hatte ich Zeit, über das Phänomen Modebloggen nachzudenken.
Als wir vor über dreieinhalb Jahren damit anfingen, gab es das in dieser Form neben einer Handvoll anderer Seiten nun mal nicht. Das war jungfräulich, aufregend, grenzenlose Euphorie und Begeisterung, oft ein harter Kampf um Anerkennung, schlaflos und spannend. Spannend, weil keiner wusste, wohin es genau damit geht, was sich damit anstellen lässt und ob dieses Medium überhaupt jemals eine Zukunft haben würde. Hat es, offensichtlich, und ich bin stolz und glücklich über den Werdegang von LesMads.
Gestern erreichte mich die Email einer Leserin von Stunde Null, in der sie bemängelte, dass ihr die Seite "zu professionell und zu schnelllebig" geworden sei und sie daher das RSS-Feed bei sich gelöscht habe. Mir ist bewusst - Leser kommen und gehen, jeder entwickelt sich unterschiedlich und Geschmäcker ändern sich. Trotzdem hat sie nicht unrecht; die anfängliche Leichtigkeit und Aufgeregtheit ist verflogen, das Hobby zum Beruf geworden, der Blick in die (Mode-)Branche hat abgehärtet und ist längst nicht mehr nur magisch. Der tägliche Strudel von Information, den ich nach wie vor zu filtern versuche, ist normal geworden und ich ertappe mich nur selten dabei, wie mich etwas wirklich begeistert oder mir bei bestimmten Reisen oder Anlässen die Pumpe geht.
Das ist einerseits schade, andererseits aber völlig normal: Schmetterlinge im Bauch gibt es nun mal nicht auf Lebenszeit. Die auf manchen Ebenen stattfindende Professionalisierung (und der stetige Lernprozeß) lässt sich genauso wenig stoppen: Je mehr Leser dazu kamen, desto vielfältiger wurden die Erwartungen. Ideen müssen ständig angepasst werden, Stillstand ist im Web nicht möglich und die eigens aufgedrückte Messlatte stieg ins Unermeßliche. Klar, dass da persönliche Geschichten, Partybilder vom Wochenende und Floskeln weniger wurden - zu hoch war schließlich der Druck, sein Gesicht zu wahren.
Die Gratwanderung zwischen dem Erarbeiten von Respekt und Vertrauen in der Modebranche und dem freien Plaudern aus dem Nähkästchen ist schwieriger geworden und ich merke immer mehr, wie ich dem Produkt zuliebe zur "Nein-Sagerin" geworden bin. Jeder möchte Erwähnung finden, gefeatured werden, jedes auch nur erdenkliche Produkt passt plötzlich zu LesMads. Den Großteil der redaktionellen Anfragen und Angebote lehne ich fast immer dankend ab und nur in den seltensten Fällen stimme ich mit den Anfragen überein. Sogar bei eigenen Erlebnissen wird drei Mal überlegt, ob es wirklich gepostet werden soll, sobald es nicht mehr zu hundert Prozent ein Modethema ist: das Buch, das ich lese, den Kinofilm, den ich kürzlich gesehen habe, ulkige Begegnungen, mein empfehlenswerter Friseur...
Das soll sich von nun an wieder ändern, auch wenn es eine große Umstellung bedeutet - ab und an gibt es mal wieder Nichtigkeiten/Kleinigkeiten aus dem Alltag, die ich schon lange nicht mehr hier gezeigt habe (ob das euch Leser nun interessiert, wird sich zeigen). Außerdem plane ich eine Gastbloggerwoche, in der sich externe Stimmen zu dem Thema äußern sollen - Freiwillige vor! Die Fragestellung dabei: Ist Modebloggen in Deutschland mittlerweile "normal" geworden? Modebloggen 2.0 - Wohin geht die Reise?






Yvi
Ich finde es bemerkenswert, wie ihr euren Weg geht, neue Wege einschlägt und euch immer mal wieder fragt: Ist das tatsächlich für uns der richtige Weg? Genau das, macht aus meiner Sicht ein gutes Produkt - oder in diesem Falle - Blog aus.
Es liegt auf der Hand, dass man damit den ein oder anderen Weggefährten verliert. Geschmäcker und Interessen entwickeln sich eben. Aber die, die euch treu bleiben und eure Entwicklung begleiten, werden es zu schätzen wissen. Zumindest kann ich das von mir behaupten. Macht weiter so!
sarah
ja, macht weiter so! aber ein dann und wann "back tot he roots" ist sicherlich auch nicht falsch :-) es macht die Sache persönlicher. nichts gegen Professionalität aber mich interessiert auch immer die Person und ihre Denkweisen hinter einer Story, Idee etc. Ich freu mich und bleibe euch auf jedenfall als leserin erhalten :-)
Paulin
Ich finde die Idee schön, hier wieder mehr Alltags-Kleinigkeiten zu zeigen. Das gibt dem ganzen immer mal wieder eine schöne persönliche Note. Ansonsten: Weiter so!
Nadine
Eine wirkliche interessante Thematik, die du hier ansprichst. Ich finde mittlerweile ist das Wort Bloggen in aller Munde und fast jeder zweite besitzt ein Blog, um über sein Moodboard etwas mitzuteilen. Gehört bloggen also heutzutage schon fast mit zum guten Ton?
Ich weiß noch ganz genau wie ich am Anfang dar stand und nicht wusste wie ich welche Funktionen in Blogger benutzen konnte. Darum freute ich mich jeden Tag mehr und mehr, dass ich mir die technischen Kniffe angeeignet habe. Ich habe damals mitdem Bloggen angefangen um mir die Angst vom schreiben zu nehmen, klingt komisch ist aber so, denn früher habe ich es gehasst Texte zu schreiben. Dieses Problem hat sich heute in Luft aufgelöst und ich freu mich ein Teil dieser Bloggerwelt zu sein.
Boris
„Die Fragestellung dabei: Ist Modebloggen in Deutschland mittlerweile "normal" geworden? Modebloggen 2.0 - Wohin geht die Reise?“
Guten Morgen!
Das läst sich meiner Meinung nach recht einfach beantworten. Modebloggen in Deutschland ist „normal“ und deshalb auch langweilig, weil Blogs Menschen, die sich an einem Thema festbeißen eine gewisse Zeit begleiten, bis diese Menschen sich emanzipiert haben und dann keinen Blog mehr brauchen. Neue Leser kommen doch dann nur wegen dem „gewissen“ Etwas, das die Modebrache an Glitzer für die Personen bietet und projiziert, die keinen Einblick haben. Und da fängt der „Niedergang“ an, denn mit der Zeit und dem von Dir mehrfach beschrieben „Respekt“ kommt die Professionalisierung und die läuft nun mal vom Konzept und allgemeinen Verständnis einem Blog, der persönliche Aspekte auch aufgreifen soll zu wider. Der Blog und das Thema laufen sich in der gestarteten Form als Blog tot.
Modeblog 2.0 gibt es insofern nicht, weil jeder weitere Entwicklungsschritt die Macher weg vom Format Blog führen wird, und wer will schon, wenn er sich professionalisiert hat wieder selbst eine Stufe zurücknehmen?
Persönlich denke ich, drei Jahre Modeszene, das ist ja eigentlich auch nicht so viel, vor allem, wenn man jung ist. Hat man dann entsprechende Erfahrungen, kann man doch auch auf der persönlichen Ebene und auch beruflich einen Schritt vorangehen. Als Beruf Blogger wäre für mich in der persönlichen Entwicklung und Perspektive viel zu eingeschränkt und zu lähmend, wenn ich mich immer nur auf dem gleichen „Einsteigerniveau“ bewegen muss um meinen Lesern, die ja selten die gleiche Entwicklung mitmachen werden, noch auf Augenhöhe zu begegnen. Da fehlt doch der Kick mit der Zeit.
Gruss
Boris
teresa
Das nenn ich sympathisch und ehrlich!
Ich verfolge LesMads seit etwa zweieinhalb Jahren und muss sagen: Ja, man merkt dir an, dass vieles professioneller geworden ist (wie sollte es auch nicht so sein), aber nicht im negativen Sinne. Nachdem es eine Phase gab, in der mir hier einiges wirklich zu oberflächlich, zu trendorientiert war, hat sich auch das wieder stark verändert und zurzeit lese ich wieder regelmäßig Artikel bzw. sehe Outfitbilder von dir, die mich begeistern.
Sehr gut finde ich auch die Idee mit der Gastbloggerwoche. Ich bin gespannt, wer sich dazu melden wird und vor allem wie die jeweiligen Einschätzungen ausfallen!
ich kann mich auch noch an 2007 erinnern und bin allerdings begeistert wie sich alles entwickelt hat. les mads war zudem ein wichtiger motor auch für andere blogs auch wenn ihr jetzt die speerspitze der etablierten blogzines bildet. und mit den netzwerk bloggern zudem einen sehr guten schritt gegangen.
2011 wird jedenfalls ein sehr interessantes jahr werden, denn medial gesehen ist der modeblog hype vorbei und ich denke dann beginnt ein prozess wo sich die die bleiben rauskristallisieren werden. interessant ist auch die werte frage die mary scherpe in den raum gestellt hat und wie man in zukunft mit werbung auf blogs umgehen soll, blog ethik etc.
anyway: das ursprüngliche hobby projekt les mads ist zum vorbild von vielen geworden und das irgendwann das feuer aufgrund von abhärtung und professionalität ja beruf daraus wird war nicht abzusehen. schliesslich mich aber auch paulin an die meint das es immer mal ganz schön ist aus dem alltag von euch was zu erfahren.
Mikk
Bemerkenswerter Beitrag mit viel viel Persönlichkeit und dem Mut deine Eindrücke und Erfahrungen aufzuschreiben und auf "posten" zu klicken. Schließlich hast du ja nun auch schon einen verantwortungsvollen Posten erreicht. Du hast natürlich auch meine Gedanken angeregt und ich werde gerne meine Meinung aüßern.... bis dahin: Respektvolle Grüße!!
Julia
Selbstverständlich habt ihr euch in den letzten Jahren verändert - und das ist auch gut so. Ihr, bzw. Du bist professioneller geworden, der Blog zur (nehme ich mal an) wichtigsten Referenz in deinem Berufsleben. Das man da nicht andauernd unscharfe Partybilder postet, ist nur verständlich.
Was andere Modeblogs im deutschen Web betrifft, so kann euch keiner davon das Wasser reichen, finde ich! Auf den meisten werden meiner Meinung nach nur bunte Bildchen mit wenig inhaltlichem Gehalt gezeigt - wogegen ihr euch grundsätzlich mit den Themen auseinandersetzt. Also: Weiter so!
Maria
Liebe Jessie,
ich finde deinen Post unglaublich inspirierend, mutig und warmherzig zu gleich. Neben einer Genesung wünsche ich dir, dass du dich niemals von deinem Weg abbringen lässt.
Du bist ein Vorbild für all die Bloggerinnen, dazu zähle auch ich, und dein Blog stellt sich täglich als informierend, innovativ und belehrend dar.
Also mach dir bitte nicht allzu viele gedanken, denn: deine Leser lieben dich. Punkt Aus Ende.
Liebste Grüße aus dem wunderschönen Leipzig
M.
mel
ich finde es toll, dass du soetwas anspricht! ich kann das sehr gut nachvollziehen. ich schreibe auch oft texte, die ehr richtung kolumne gehen und poste sie dann doch nicht, da ich angst habe das mich das nicht mehr professinell erscheinen lassen würde. ich bin immerhin selbst unternehmerin. dabei will ich gar nicht 100%ig professinell erscheinen sondern so wie ich bin. ich selber lese nämlich gar nicht gerne blogs die nur stur irgendwelche texte tippen, die dazu dann noch frei von jeder meinung sind.
es ist ehrlich sehr mutig, diesen schritt zu gehen. das so sagen zu müssen ist dabei schon sehr grotesk. man will nichts weiter als etwas "teilen" - egal ob tipps oder tricks - und muss angst haben nicht mehr das geforderte niveau zu halten.
ich finde es großartig, dass du wieder etwas mehr von dir zeigen möchtest, in welcher form auch immer. ich kann mir auch gut vorstellen, dass dir das den spaß am bloggen etwas mehr zurückholt. du musste dich schließlich nicht mehr selbst so stark zensieren und jeder der in der modebranche tätig ist weiß, dass nicht alles gold ist was glänzt. die modebranche hat sehr sehr schattige seiten, die sich nur leider kaum jemand traut anzusprechen...
also machs für dich. die leser werdens dir sicher danken :)
mia
du hast recht. ich ertappe mich auch dabei mittlerweile schon ein wenig abgeklärt bei fashion shows im fotograben zu liegen und mir ein 'nicht schon wieder warten!' oder 'im nächsten leben will ich einen pressefotografen haben'-gedanken durch den kopf zu jagen.
in den letzten 3 jahren habe ich mir ein netzwerk aufgebaut, weiß über die wiener modeszenerie ziemlich gut bescheid, aber aus rücksicht auf dieses netzwerk ertappe ich mich dabei nicht mehr alles so ungefiltert rauszulassen. ich schreibe deswegen keine geschönten berichte, aber vielleicht nicht mehr so krass und rookiehaft derb wie früher. das geht mir ab. nicht das leute beleidigen, aber diese kindliche freude.
ich glaube allerdings nicht, dass - wie ein kommentator vorher gemeint hat - sich die modebloggerei totlaufen wird. das ist schwachsinn und schon wieder so eine bescheuerte schwarzmalerei, wie man sie nur in der neuen medienbranche erlebt - klar, sind ja auch intelligente menschen und die denken oft einen tick zuviel. wenn ich daran denke wieviele filterungsprozesse einer meiner artikel für ein magazin bei redaktionen durchlaufen muss! da ist bloggen zehnmal unverfälschter!!! solche profis können wir gar nicht werden, dass wir solche charakteristika annehmen, denn vorher hören wir noch eher ganz auf.
Ninia
Liebe Jessie, was für ein toller, ehrlicher Post!
Modeblogging in Deutschland ist so normal geworden wie alle anderen Medienkanäle auch. Nur weil Print-Produkte normal sind, heißt das ja nicht, dass ich sie nie wieder lesen möchte. Genau wie bei den Blogs. Klar wird da einiges professioneller (und das ist oft auch gut), das ist aber kein Grund plötzlich von allem total gelangweilt zu sein als Leser. Wenn mir ein Blog zu eintönig wird, lese ich ihn nicht mehr. Dafür entdecke ich tagtäglich neue. Wie eintönig wäre es, wenn es immer nur noch die paar Blogs wie am Anfang gäbe. Je mehr Lesestoff umso mehr Disskussionsstoff und umso mehr Inspiration. Und das ist doch das, was wir alle lieben. Ich finde, dass LesMads eine unglaublich tolle Entwicklung gemacht hat. Und ich bin nicht der Meinung, dass das Ganze zu professionell oder "kalt" rüber kommt. Gerade durch euer relativ neues Netzwerk präsentiert ihr immer noch eine tolle Mischung aus privat und geschäftlich. Trotzdem freue ich mich umso mehr, wenn du jetzt auch noch über andere Dinge schreiben möchtest. Das interessiert mich als begeisterte Modeblog-Leserin, aber selbst eher ich-schreibe-über-alles-mögliche-Bloggerin, natürlich auch ;).
Bitte weiter so!
Esra
Ich finde es toll, dass du die Reaktion der einen Leserin so ernst genommen hast und dir Gedanken machst. Ich finde, das Persönliche ist eigentlich das, was so ein Blog ausmachen sollte.
Denn selbst in den meisten Zeitschriften (und die sind ja auch professionell) gibt es immer wieder Rubriken und Standpunkte, persönliche Erfahrungen usw.
Das ist einersteits das Interessanteste dran - wie sieht das der Andere? Was macht ihn aus? Und andererseits riskiert man natürlich damit, nicht allen zu gefallen. Denn genau das Anecken ist doch schön, finde ich. Man kann es nicht allen recht machen und eigentlich sollte man es auch nicht anstreben.
Also damit wollte ich dir nur ein bisschen Mut zusprechen, du selbst zu bleiben bzw. dich selbst wieder zu suchen.
Zu der Gastblogger-Woche - finde ich gut, die Idee, würde auch mitmachen, allerdings weiß ich nicht genau, was deine Erwartungen zu dem Artikel sind. Soll es eher persönlich oder professionell sein? ;-)
Denn ich bin ganz und gar kein Profi, wenn es um Mode geht. Für mich ist Mode - Freude am Ausprobieren.
LG
Esra
Saba
Sehr authentischer Beitrag, den ich nicht schlecht finde. Vorweg:
Das Bloggen über Mode hat sich meiner Meinung nach zwar etabliert, ist jedoch noch viel zu heterogen, um ein einheitliches Phänomen und seine Konsequenzen zu beobachten.
Ich persönlich verfolge Les Mads weniger, da die Artikel selten mein Interesse wecken. Das mag an der Neutralität liegen, die vermutlich erforderlich ist, wenn der Blog zu einer sehr professionellen Publikation wird, wie das hier der Fall ist. Weiter kann ich Les Mads auch keinen Charakter zuordnen. Wenn einem Modeblog die persönlichen Aspekte verloren gehen, schwindet für mich auch der Reiz. Mode ist auf so vielen Ebenen relevant, nicht nur für Konsum und Präsentation.
Ich finde gutes Modeblogging fordert persönliche Standpunkte, kritische Stimmen und Fragestellungen,Perspektivenwechsel - und in allem etwas mehr Leichtigkeit und Humor. Nicht selten nehmen Modeinteressierte und -fachleute die Branche viel zu ernst.
effi
ich finde, lesmads ist eine super zusammenfassung der unzähligen modeblogs, gerade die blogs des tages finde ich wertvoll,
und das erfordert meiner meinung nach einen riesigen aufwand, der für die gesamte bloggerszene wichtig ist.
lesmads ist weniger "persönlicher blog", er ist vielmehr ein zentrum, um den herum sich alles abspielt, und es ist verständlich, dass dann irgendwann etwas persönlichkeit verloren geht,
"die zeit" ist ja auch nicht unbedingt persönlich, aber nicht mehr wegzudenken.
trotzdem wunderbar, jessie, dass du wieder etwas mehr von dir in den blog bringen möchtest.
ich glaube nciht, dass so etwas leser abschreckt, denn authentizität
gewinnt immer. alles liebe, effi
Katja
Liebe Jessie, sehr treffender und guter Kommentar von Dir. Ich verfolge Euch (leider) noch nicht so lange und kann einfach nur von User-Seite aus sagen, dass ich in und an mir einen immer heftiger werdenden Info- und vor allem auch Infozwangs-Overload fühle - jeden Tag findet man 10 neue lesenswerte Blogs, die Tipps und Trends und all das auch noch total ansprechend und unterhaltsam und lustig und trendy USW USF vermitteln - ich komm mit dem Lesen gar nicht hinterher und habe einfach nur noch täglich das Gefühl, unheimliche Mengen an wichtigen Infos zu verpassen, was mich mehr nervt und stresst, als tatsächlich weiterbringt.
Ausserdem hat man sowieso das Gefühl, dass man nach 3 Blogs eh die wichtigsten Trendteile, die neuesten News und die letzten "total geheimen Insider" gesehen hat und dann nur auf allen Seiten aufgewärmt wiedertrifft.
(Ich möchte mir übrigens gar nicht vorstellen, wie superätzend das sein muss, so ein Vorreiter wie Ihr zu sein und dann derartig vom Hype überrannt zu werden.)
Und noch schlimmer: Das Rad von Trend, Insider, weitersagen, totgelaufen scheint sich immer und immer schneller zu drehen. Das kann man dann leider auch bei Euch mitlesen: Erst schreit Ihr 10mal "Lammfell ist super, Lammfell ist Wahnsinn, Lammfell muss ich haben" um dann einen Monat (wenn überhaupt) später zu sagen: "Wäh, Lammfelloverload, ich kanns nicht mehr sehen." Das hinterlässt ehrlich gesagt dann echt ein etwas schales Gefühl, wenn Ihr erst erzählt, was super ist, um dann zu sagen, wie ätzend es ist, dass alle es super finden, und Ihrs jetzt echt doof findet.
Hm. Nichtdestotrotz: Gerade wegen all dieser Aspekte muss ein herausragender Blog durch den persönlichen Touch herausragen. Denn die Infos, was wo auf welchem Laufsteg war, was jetzt alle in Stockholm, Berlin und London tragen (und auch das vereinheitlicht sich ja rasant) und alles weitere kann man jeden Tag auf 10000 anderen Blogs lesen. Euch schätze ich wegen Eurer ganz persönlichen Auswahl und Eurem ganz persönlichen guten Geschmack. Also bitte bleibt dabei!
Lisa
Meine liebe Jessie, ich glaube du weißt, das ich bei deinem Post aufgeregt vor dem Bildschirm sitze und freudig in die Hände klatsche. Mich hat von Anfang an vor allem eins hinter LesMads interessiert: nämlich ihr zwei bzw. du und deine persönliche Sicht auf die Dinge! Ein Blog wurde ursprünglich als digitales Tagebuch erfunden und auch wenn ich die Professionalisierung mehr als willkommen heiße, sind es immer noch die charmanten, kleinen persönlichen Anekdoten, die es so reizvoll machen. Und da du (für mich) das beste Beispiel einer, wie Dotte es mal so treffend formulierte, einstigen "Pixelfreundin" bist, die sich auch im wahren Leben als super dufte Freundin entpuppte, sage ich: Jaaaa! Mehr vermeintliche Nichtigkeiten, mehr Kleinigkeiten! Und wenn es nur dein Lieblingslippenstift ist...ich freu mich drauf.
Lisa
Hüstel, gemeint war natürlich "Dotti"...is klar, ne?
emmi
schöner beitrag,bei lesmads lese ich auch immer gerne etwas längere texte.
bloggen ist auf jeden fall alltäglicher geworden,aber da wo ich wohne ist es nicht normal.Kaum ein Mensch weiß was ein Blog ist.Dabei rede ich nicht von den älteren,sondern von denen die mit mir noch zur Schule gehen.Also aus meiner Sicht ist bloggen noch nicht normal geworden.
su
ich freue mich sehr, wieder von dir ein paar private worte zu hören! denn genau das macht für mich den unterschied zwischen bloggen und einer sehr magazinigen internetseite aus.
ich möchte von den gedanken anderer, die sich für die selben dinge wie ich interessen, anregen lassen und mich austauschen.
fast wie in einer guten unterhaltung unter bekannten, fast fremden und/oder freundinnen.
deine gedankengänge kann ich aber schon nachvollziehen.
gerade in der letzten zeit denken ja so einige daran mit dem bloggen aufzuhören.
für mich ist das eine sehr gute wendung, da man sich vielleicht wieder daran erinnert, warum man das eigentlich macht. ich kann dir nur dazu sagen: ich blogge weil ich viele dinge die ich da draussen sehr sehr toll finde und die gerne teile. ob das jemand auch super findet, ist mir erst mal eigentlich egal.
und wo das bloggen hingeht? wird man sehen und ist doch eigentlich auch egal solange es einem spass macht!
Gin
Ich lese diesen Blog jetzt auch schon über zwei Jahre, und ihr habt es geschafft meinen Blick auf die Mode zu ändern und mich zu begeistern.
Aber leider muss ich sagen, dass die zunehmende Professionalisierung dieser Plattform mit den neuen, angeschlossenen Blogs mir ebenfalls nicht mehr so zusagte wie früher LesMads mir zugesagt hat. Ich glaube, dass es eben dieser persönliche Blick, dein Blick, das Besondere an diesem Blog ist. War es nicht ursprünglich das, was den Blog von dem Magazin unterscheidet? Deine persönlichen, kleinen Entdeckungen.
Leider ertappte ich mich in letzter Zeit immer mehr dabei, wie wenig ich hier nur noch vorbeischaue und dass es immer weniger wird.
Also freue mich vorerst darauf. Beste Grüße
holly
da ich die entwicklung von lesmads ähnlich wie eure eine leserin, die dir die email geschrieben hat, empfinde und bei mir das interesse am lesen eures blogs in der letzten zeit dadurch bedingt leider stark gesunken war, freue ich mich sehr über diesen post und die neue richtung! ein toller, mutiger schritt von dir, liebe jessie!
ich bin keine wirkliche modeblog leserin und doch schaue ich hier täglich vorbei. eure entwicklung finde ich großartig. spannend finde ich aber auch mal persönliches zu erfahren, schließlich sind wir doch alle irgendwo voyeure ;-)
Jana
Ich verfolge les mads nun auch schon seit zwei Jahren und mich stört die Professionalisierung überhaupt nicht.posts die durchdacht sind mit qualitativ hochwertigen bildern sind mir lieber als schnellgetippte posts über die sich wenig gedanken gemacht wurde oder die nur über den alltag des autors handeln.
Trotzdem würde ich mir ein paar persönliche kleinigkeiten von dir wünschen.
+
deine idee mit gastbloggerwoche finde ich ganz großartig.man lernt neue blogs kennen und es bringt abwechslung.falls du noch freiwillige suchst,ich würde auch ein paar zeilen tippen
liebe grüße
stella
Finde ich toll euren, deien Werdegang! Kannst stolz darauf sein, und doch vermisse auch ich die anfängliche Persönlichkeit - desto mehr freue ich mich also jetzt auf die Zukunft, in der du diese Kleinigkeiten ja wieder einbringen möchtest.
Insgesamt ist das doch ein tolles Gesamtpaket!
Vero
ich möchte mich den letzten einträgen von gin und holly anschließen; bin stille leserin seit eurem beginn und fand eurem blick auf die welt der mode immer sehr inspirierend. im laufe der zeit seid ihr tatsächlich, völlig zu recht im übrigen, von immer mehr leuten gelesen oder "besucht" worden, seid immer professioneller geworden. darauf könnt ihr wahrlich sehr stolz sein, ihr habt einen einen an und für sich tollen blog. allerdings ist das, was euch am anfang ausgemacht hat und womit ihr meiner einschätzung nach eine menge herzen erobert habt, immer weiter in den hintergrund getreten; die tatsächlich persönlichen empfehlungen von "echten" läden, büchern, assecoires etc. und nicht zu vergessen eurer früher oft gezeigtes tagesoutfit oder fragen, "kaufen - nicht kaufen" direkt aus der umkleide. fand ich persönlich immer spitze. ich brauche kein weiteres "hochglanz-magazin", nur in schneller, ich freu mich über fragen, die aufgeworfen werde, ob die ein oder andere klamotte sinn macht, oder überschätzt wird etc.
lange rede, kurzer sinn: wieder mehr persönlicher einschlag. das ist, was lesmads ausmacht, finde ich.
aber dennoch: riesenlob!
lg vero
anne
ja, es hat sich sicherlich einiges verändert, sowohl hier als auch in der (deutschen) modeblogszenerie. grundsätzlich aber ist es doch schön zu beobachten, dass erfolgreiche formate entstanden sind, die es zuvor so nicht gab.
dazu gehört auch du/ ihr mit lesmads, die diese zunehmende professionalisierung (für vor-ort-berichterstattung etc) ohne ein budget nicht hätte/n realisieren können. mich interessiert aber noch viel mehr, wie sich die unabhängige modebloggerInnenschaft, die vom eigenen schreibtisch aus bloggt, entwickelt. denn zu der zähle ich mich und kann auch mal etwas persönlicher formulieren: ich liebe das format blog nach wie vor und dennoch frage ich mich immer öfter, wie lange ich sowas -bei aller leidenschaft- in dieser intensität unbezahlt und nebenher durchhalten kann. (ist ja alles bekanntermassen mehr arbeit als es aussieht)
Katja
Bewundernswert, wie naiv sich einige Kommentatoren hier zeigen. Die Entscheidung wurde sicherlich nicht von Jessie getroffen sondern sie ist eine Konsequenz sinkender Klickzahlen. Auch wird Jessie mitbekommen haben, dass die Luft etwas dünner um sie herum wird.
Gute Besserung liebe Jessie!!!!
Maria
Oh ich bin wirklich so begeistert davon, was du schreibst.
Ich erinnere mich auch noch daran, wie Ihr in Köln auf den Select Parties rumgehüpft seid um einfach ein paar Partyfotos zu schießen.
Seit langer Zeit lese und liebe ich LesMads.
Vor kurzer Zeit allerdings habe ich mit meiner Freundin genau darüber diskutiert, was du oben aufführst: die Inhalte sind sehr professionell, in der Tat modejournalistisch geworden. Nicht mehr "Nettes Mädchen von nebenan, die nen guten Style und noch bessere Ideen hat" sondern "Auf der Toilette ist mir Liv Taylor über den Weg gelaufen" Ätz-Tussi (Pardon).
Erstmals war ich wirklich abgeneigt und davon überzeugt, dass LesMads jetzt eben davonfliegt und die Bodenhaftung verloren hat. Die Faszination euer Inhalte bestand immer darin, dass man das Gefühl hatte, dass Du (und Julia natürlich auch) eine von "uns" bist. Ein ganz normales Mädel, die selbst nicht glauben kann, was da eigentlich für ein Zirkus drumherum gemacht wird. Das Gefühl ist verloren. Und siehe da!! Jetzt kommt dieser Artikel und Dir scheint sehr wohl bewusst su sein, welche veränderte Außenwirkung Du hast. Das macht mich froh. Nee, eigentlich begeistert es mich sogar ein bißchen. Ich frage mich, wir ich mich verändern würde, wenn ich plötzlich im Grand Palais zur Chanel Schau eingeladen würde oder bei der FashionWeek ganz vorne sitzen darf. Bestimmt würde ich mich enorm verändern. Um ehrlich zu sein, glaube ich, wäre es bei mir noch zehnmal schlimmer als bei Dir. Du wirkst ja nach wie vor noch sehr natürlich. Ich hoffe "wir" dürfen Dich behalten. Das nette Mädchen die interesantes Zeugs schreibt und das ganze Trallala nicht ganz so ernst nimmt. Ganz viele Grüße aus Köln, Maria
neena
reine verlagsentscheidung....
Marie
ob das nicht zu spät kommt....??
sasa
mach weiter so. du musst keine "authentische kuh" sein, sagte auch schon pollesch. die entwicklung, die les mads und du genommen haben ist richtig und wunderbar. dein verlag kann froh sein dich zu unterstützen und nicht andersherum!
jen
…bei all den richtigen Gedanken kann ich eine leise Frage nicht unterdrücken: Hat Julia vielleicht noch rechtzeitig den Absprung geschafft? Ich weiss es nicht, aber auch ich muss zugeben, dass für mich dieser Blog seit ihrem Weggang wesentlich neutraler geworden ist. Hätte ich gar nicht gedacht, aber scheinbar hat die Prfessionalisierung nicht nur gute Züge. Ich hoffe, du machst was draus, Talent und Persönlichkeit hast du ja genug.
Franzi D.
ich muss jen recht geben. mit julia hatte der blog mehr professionelle anklänge. lesmads ist mittlerweile das beispiel für einen professionellen modeblog und das finde ich (trotz vieler gegen-meinungen) überhaupt nicht verwerflich. als profiblog setzt es gewisse standards, die für viele junge blogger als orientierungshilfe wichtig sind. rückschritte sind eher verwirrend und nehmen dem blog die wunderbare seriösität.