Paris Fashion Week: Gareth Pugh Videopräsentation
Es ist ja nicht neu, dass Gareth Pugh auf Videopräsentationen anstelle von Modenschauen setzt. Trotzdem war ich ein wenig baff, als wir gestern in einen abgedunkelten Saal gleich neben einer Eishalle eintraten und auf die gigantische Leinwand schauten. Auf der Einladung war nichts von einem Film zu lesen und ich halte das für einen cleveren Schachzug, schliesslich hätte man sich das Filmchen von Pughs Sommerkollektion 2011, die Model Kirsten McMenamy sowie ein Balletttänzer vorführen, auch von zuhause aus bei Showstudio ansehen können.
Im Nachhinein wurde wild gemunkelt, ob Pugh das Geld für eine Show fehle, allerdings dürften sich die Produktions- und Locationkosten für den von Ruth Hogben ziemlich aufwändig produzierten elfminütigen Film auf selber Höhe einpendeln. Die Inszenierung und Stimmung des Videos ist beeindruckend und die Kleider lassen sich gut erkennen, trotzdem hätte ich eine Show bevorzugt - einer der ersten Artikel dazu kommt von Suzy Menkes (die vor Ort war), die fragt, ob wir überhaupt noch Laufstegschauen brauchen. Ich glaube: ja! Aber auf gute Filme will ich trotzdem nicht verzichten.
Auszüge:
Der Film erinnerte mich merkwürdigerweise stark an das Musikvideo von "Scream" von Michael und Janet Jackson. Das ist von 1995.
Der Film in voller Länge:






annika
Love the Video. Großartiges Zusammenspiel von Mode, Sound (der ist wirklich ziemlich gut) und Motiondesign. Gerne mehr davon!!!
Beccah
Ich finde die Frage, ob der Laufsteg wirklich noch die richtige sprichwörtliche "Plattform" für die Präsentation von Mode ist, sehr interessant.
Natürlich haben sich seit jeher Designer immer darum bemüht, aus dem reinen Schaulaufen ein theatrales Spektakel zu machen. Allerdings sind die künstlerischen Möglichkeiten in einer Videoproduktion weitaus vielfältiger - und das ist eine Modenschau doch: ein Kunstwerk.
Ginge es wirklich rein um die Präsentation der Kleider, wäre das ganze Runway-Business meiner Meinung nach vollkommen hinfällig; die Kleider könnten genausogut auf Schneiderpuppen ausgestellt werden.
Demnach könnte das ersetzen der Fashionshows durch Filmvorführungen viele Vorteile im Hinblick auf das "Kunstwerk" Modepräsentation haben.
Andererseits würde eine solche Revolution Fashionweeks im Allgemeinsn weitaus unbedeutender werden lassen. Wie du schon selbst sagtest, Jessie, muss man nicht extra in Paris oder New York anreisen, um sich ein Filmchen anzusehen, das es auch auf Youtube zu sehen gibt. Das ganze Schaulaufen der (Presse-)Prominenz würde sich erübrigen.
Und mal ehrlich - irgendwo hat das Theater gegenüber dem Kino immernoch den Reiz des Unmittelbaren und Organischen. Marschierende Körper auf den Brettern, die für die Modeaffinen die Welt bedeuten, können durch eine Leinwand vielleicht tatsächlich nicht ersetzt werden.
Laufsteg oder nicht - wer weiß, wie die Fashionindustrie den Rummel in 10 Jahren handhabt :)
nadya
ich finde die abwechslung machts.
jetzt gab es den surprise moment, dass war toll, aber wie
furchtbar wäre es doch, wenn es keinen laufsteg mehr gäbe.
schliesslich sind es ja die live momente, die die spannung gepaart mit der mode
interessant machen. wie reagiert das publikum? wie präsentieren die models die mode? kann man darin laufen oder stolpert man damit, ist das kleid zu eng ... etc
suzy menkes hab ich auch schon des öfteren getroffen und sie ist eine so nette
und symphatische frau.
aber bitte, die frisur verstehe bis heute nicht
anne
mich würden ja die direkten reaktionen vor ort interessieren. in erster linie enttäuschung aufgrund der fehlenden laufstegshow?
@anne Nein, eigentlich keine Enttäuschung. Andererseits war es so dunkel, dass ich Schwierigkeiten hatte, mein Gegenüber zu erkennen...