von Jessie in Kategorie: Designer 20Kommentare

London: Burberry Prorsum SS11

Der Livestream von Burberry hat nach Startschwierigkeiten super funktioniert und wir haben unsere Eindrücke sowohl im Live-Chat als auch bei Skype ausgetauscht. Der erste Eindruck (...wie soll ich es höflich formulieren...): Christopher Bailey konnte nicht an seine wunderschöne, detailreiche und romantische Sommerkollektion anknüpfen, sondern hat eine Kehrtwende von 180°Grad gemacht.

Eigentlich glaubte ich ja, Nieten, Pythonleder, Lederbikerjacken und neonfarbene Accessoires hätten ihren Haltbarkeitswert lange überschritten und wir würden nach der Überdosis Nietenlooks erst einmal davon verschont bleiben. Geht es nach Bailey, hüllen wir uns künftig aber in Pythonbikerjacken mit goldenen Nieten zu Leoprintkleidern, breiten türkisfarbenen und gelben Gürteln, silbermetallische Trenchcoats oder grüne Lackjacken.

Einen tollen beigefarbenen Trench samt Lederärmeln gabs dann glücklicherweise doch noch - aber trägt Kate Lanphear den nicht schon längst auf der Straße?! Die Mäntel gibt es bereits online zu kaufen und sollen zwischen 2000 und 3000 Euro kosten - ein Preissegment, das sich bei den kurzlebigen Trends einfach nicht rechtfertigen lässt.

Nicht ganz optimal war zudem das Schuhwerk der Models, die sich reihenweise auf die Nase legten oder die Heels ausziehen mussten. Besonders auffällig war der Sturz des Closing-Models...Beim nächsten Mal wünschen wir uns dann wieder diese Richtung hier, lieber Christopher!

Die Looks aus dem Onlineshop:


Screenshots der Show:

Tags: burberry, burberry prorsum, livestream, london, london fashion week
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20 Kommentare

  • aline

    ich finde, dein ton in deinem text sehr überheblich und elitär.
    "ich finde" würde zum beispiel deinem schreiben auch gut tun. du beschreibst nämlich DEINE meinung, und keinen allgemein gültigen fakt.

  • irina

    Ob nun allgemeingültiger Fakt oder eigene Meinung, die Kollektion war zwar nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich herausragend. Natürlich waren schöne Teile dabei, doch ich glaube kaum, dass irgendjemand wirklich vom Hocker gerissen wurde.
    Einige Models, die ziemlich wackelig auf den Beinen waren, sind mir auch aufgefallen. Das geht besser.

  • elli

    Aline, elitär klingt meiner Meinung nach anders. Aber vielleicht auch nur, weil ich Jessies Meinung 1 zu 1 teile. Meine persönliche Meinung: Bailey ist den falschen Trends gefolgt. Schade, Burberry mochte ich eigentlich auf Grund der Trendlosigkeit..

    Bindet er jetzt genau wie mit dem Livestream plötzlich auch den Stil der Masse ein?

  • kyra zoe

    danke! genau meine meinung
    ich dachte ich schlafe ein hoffte aber immer weiter auf ein highlight und konnte deshalb das fenster nicht wegklicken
    schade,verschwendete zeit da hätte ein kurzer blick gereicht um festzustellen das noch eine extrem langweilige kollektion auf den markt kommt
    ist es meine abneigung gegen sommerkleidung oder hat bis jetzt weder die nyfw noch die lfw was wirklich spektakuläres zu stande gebracht?

  • Rene Schaller

    ach, man hat sichs halt angeschaut... das kurzhaarige model, sie hat auch die schau angeschlossen, war allerdings der absolute tiefpunkt. den sturz hat man doch schon von anfang an kommen sehen

  • Tina

    Meine persönliche Meinung: Was heißt Trend? Schlimmer, Bailey ist vermutlich gar keinem Trend, sondern auf Nummer "sellable" oder wollen wir sagen "Ausverkauf" gegangen. Er zeigt eine "Best of-last season"-Version. Frage mich nur, wer dabei als Zielgruppe angepeilt wurde. Denn die reichen Luxusgeschöpfe sollten bereits alle ihre Skinny-Lederröhre im Schrank haben. Heiß wird einem jedenfalls nicht beim Anblick seiner Nietenjacken, Schlangenlederfummel mit Volants und Reißverschlüssen, die gibts nämlich so oder ähnlich bereits im Sale ... nur von anderen Labels. Also, Jessies Ton ist noch harmlos angesichts dieser Ödnis. Und ja, das muss auch raus: Giles Kollektion ist ein krawalliger, bunter Faschingshaufen. Schade, dass wir Jessies Text dazu nicht lesen dürfen ; )

  • anna maria

    ich würde es nicht direkt als elitär bezeichnen, aber mir fällt auch zunehmend negativ auf, dass die "modejournalistinnen" von les mads sich zu sehr an ihrem eignen stil orientieren, und alles was von dieser mischung aus creme-schwarz/oversize/plateauschuhe etwas abweicht sofort als schlecht deklarieren. gute modejournalisten zeichnen sich eigentlich dadurch aus, über den tellerrand hinauszublicken, neue tendenzen - wie bailey sie immer setzt - objektiv zu bewerten und das ganze vielleicht noch in einen größeren zusammenhang zu stellen, wie hier dem klassischen londoner punk und anderen einflüssen....
    ps. das ist halt meine meinung

  • Jessie

    @Aline, da es sich auf diesem Blog ganz eindeutig um meine Meinung handelt, muss das nicht in jedem Satz betont werden, finde ich ;-)
    @anna maria Auf Blogs geht es aber doch genau darum: Den eigenen Geschmack und das eigene Empfinden. Für objektive Bewertungen leite ich dich gern an Suzy Menkes oder Cathy Horyn weiter, die den klassischen Modejournalismus betreiben.

  • Katja

    Livestream gewollt verpasst..und ich sehe bzw.lese, dass ich gar nichts verpasst habe. Trotzdem schade für Burberry.

  • marine

    @ anna maria, ich denke, dass die mädels sich über die jahre ein enormes mode-wissen angeeignet haben. wenn dann gesagt wird, dass etwas den haltbarkeitswert überschritten haben soll, heißt das nicht nur, dass sie es nicht schön finden, sondern auch, dass es davon in letzter zeit schon zu viel gab. ich finde solche feinheiten muss man verstehen...

  • anna maria

    gibt es einen haltbarkeitswert für mode? ist es nicht vielmehr, dass ihnen nieten, schlangenleder und neonfarben generell nicht gefallen, selbst wenn der sogenannte trend erst heute geboren worden wäre? nur wenn es von etwas "viel gibt" muss es ja nicht schlecht sein, sonst könnte man die outfits von so manchem blogger schon nicht mehr ansehen, da sie sich meistens alle irgendwie ähnlich sehen...aber ansehen tuns irgendwie trotzdem alle!

  • T!m

    Das nächste Mal brauchen die echt bessere Treter. Ich hatte echt Mitleid, mit den Mädels. Die Kollektion hat mir aber ziemlich gut gefallen. Ich mochte die Stücke im technischen Silber und dass die Accessoires in Neonfarben daher kamen. Ziemlich frisch und anders. Und Animalsprints sah man ja schon bei anderen Designern, vermutlich einer der Trends für 2011. Der Preis ist auch total Branchenüblich. Bei Gucci, Chanel oder Dolce wird's auch nicht billiger. Für Otto Normal gibt's dann die 'Re-Interpretationen' von H&M, Zara und Co.
    (Auch wenn ich die Review von Les Mads nicht teile, mag ich dass ihr hier so klar Stellung bezogen habt. Weiter so.)

  • Franzi

    ich finde die Models waren dieses Mal doch ausgesprochen ja fast schon erschreckend dünn oder kam das nur mir so vor?

  • Nana

    Vorab: die Kollektion sieht für mich sehr gewollt aus. Und einige der Neon-Kombis und Reptilien-Prints sind nichts, was man sich länger ansehen möchte. Soweit teile ich die Meinung. ABER: Ich erinnere mich an einen Post hier - das mag bereits ein Jahr her sein - da habe ich gelesen, dass sich möglichst um einen freundlichen Kritik-Ton bemüht wird. Und diesem Prinzip - fand ich - wird dieser Post leider nicht unbedingt gerecht.

  • Birthe

    @ Franzi: Und das ist was neues?
    Bitte nicht noch so eine Diskussion hier.

  • Lara Maria

    Ich habe mir die Show heute in London angesehen und fand sie im Gegensatz zu vielen von Euch trotzdem sehr gut. Ich war zwar über die vielen Nieten überrascht, da ich auch dachte, dass diese überholt seien, jedoch ist vielleicht gerade das das interessante. Man muss sich nicht ständig neu erfinden wenn man seinen Style bereits hat, sondern nur teilweise neu orientieren bzw. inspirieren lassen. Ich fand es super.

  • Danny

    Viel gibts dazu nicht zu sagen... absolut spitzenmäßige Kollektion mit absolut scharfen Farben, Materialien und Variationen der Burberrytypischen Stilelemente!
    Ich hab keine Ahnung was ihr da so bitte beurteilt habt, aber die Kollektion war sogar um einiges besser als die S/S letztes Jahr von der ihr da schreibt, soviel dazu!

    Hut ab Herr Bailey und in Zukunft weiterso, Burberry ist schon mit das beste an ready-to-wear und setzt sich im vergleich zu den anderen Shows dieses Jahr auch weiterhin konsequent von den anderen ab!

  • Boris

    Ja, das habt ihr wirklich sehr höflich formuliert, andere waren da ja nicht ganz so zurückhaltend,...

  • lisa

    erst ganz euphorisch einen live-stream ankündigen, und dann eben jene kollektion auf eine derart subjektive art und weise als schlecht zu befinden, gehört sich für mich nicht, da fehlt der anstand. gute journalisten können ihre kritik auch respektvoller verpacken. ich werde les mads in zukunft nicht mehr lesen.

  • Boris

    Immer mal mit der Ruhe,... gut der Artikel ist subjetiv, viel leicht sogar sehr subjektiv, aber wenn man nicht völlig nur technsiches über eine Kollektion schriebt, was Leute, die nicht in der Branche arbeiten, dann überhaupt nicht mehr verstehen, und nach ner Schau auch gar nicht machbar ist, weil man dann erstmal über die Produktion und die verwendteen Materialien recherchieren müsste. Also zB die Nieten sind aus Metallegierung xyz, werden so oder so verarbeitet, kommen aus Land xyz. Sicher auch das Deskriptive belibt abei dem Artikel recht knapp, wird eher durch die Lookbook Bidler ersetzt, aber einen Eindruck, den ich jetzt nicht unbedingt respektlos finde, kann man von der Kollektion schon gewinnen.

    Mir persönlich sagt die Kollektion von der Innovation her nicht so zu, sie ist tragbar und wird sich sicher auch gut verkaufen, aber das ist auch Geschmackssache, Westwood fand ich ebenso wie Williamson persönlich viel ansprechnder. Von den vielen kleineren bei blow oder mbf mal ganz zu Schweigen.

    Im Kern weis ich gar nicht was Euch an der Berichterstattung stört, welchen Anspruch ihr (an einen Blog) habt (ausser nur mal gucken) - oder habt ihr alle die TW im Abo???

    Man darf als Journalist und auch als Blogger ruhig mal einen Verriss schreiben, wenn man es begründen kann, oder?

    Bei Bloggern hab ich leider oft den Eindruck, die trauen sich schlicht nicht zu sowas, wiel es könnte ja mal sein, dass man das nächste mal nicht eingeladen wird, und keine Goodybag abstauben kann,... so kommt mir das ab und an vor,...

    Gruss
    Boris

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