Eindrücke aus Jerusalem
Unser Sonntag bestand aus einem spannenden Kontrastprogramm: Von der Modenschau im modernen Tel Aviv fuhren wir nach Jerusalem im Landesinneren, eine Stadt, die durch und durch religiös ist und deren Geschichte uns durch die Bibel präsenter ist wie keine andere.
Bevor wir auf Jesus Pfaden wanderten, führte uns der deutschsprachige Tourguide zum Mittagessen nach Abu Gosh, eine kleine Stadt etwa zehn Kilometer vor den Toren Jerusalems, die zu den wohlhabenden Gegenden gehört und besonders für ihre Restaurantvielfalt berühmt ist. In einem libanesischen Lokal wurde binnen weniger Minuten ein kleines Festmahl bestehend aus Hummus, Falafel, Gemüse, Auberginen, Sesamdips und frischem Brot aufgetischt. Im Anschluss kugelten wir zurück in den Bus und fuhren endlich in die Altstadt von Jerusalem, die neben dem neuen Teil wie eine Parallelwelt wirkt...
Abu Gosh:
Neben einer modernen Shoppingmeile traten wir durch einen unscheinbaren Eingang in der alten Stadtmauer in die in muslimische, jüdische, armenische und christliche Viertel unterteilte Altstadt ein. Hier leben die verschiedenen Religionen und Kulturen relativ friedlich nebeneinander und empfangen in den engen und mit Verkaufsständen vollgestopften Gassen eine Vielzahl von Touristen und Pilgern, die die Grabeskirche aufsuchen oder ihre auf ein Stück Papier geschriebenen Wünsche in die Klagemauer stecken.
An der Klagemauer griff dann auch erstmals die Pflicht, die Schultern zu bedecken, wofür ich mir ein großes Tuch mitgebracht hatte. Knie dürfen eigentlich gezeigt werden, aber nur gerade eben ein bißchen, weshalb ich mit meiner kurzen und der Hitze entsprechenden Hose einen hellblauen geliehenen Umhang umlegte und das Tuch um die Hüfte schlang. Ansonsten ging es auf den unzähligen Märkten neben Antiquitäten und typischen Andenken wie Gewändern, Kaftanen, Ethno-Schmuck, einer unendlichen Auswahl an Silberringen oder orientalisch bestickten Bodies, Rosenkränzen und bedruckten Tüchern mal mehr und mal weniger religiös zu.
Inmitten der Farbvielfalt fielen daher natürlich besonders die orthodoxen Juden in ihren langem Gebetsmantel, Käppchen und mit den (bei den Männern) kurzgeschorenen Haaren mit den zwei langen Schläfenlocken und Bart auf. Auch die kleinen Jungen tragen bereits diese traditionelle Kleidung.
Nach der großen Runde auf geschichtsträchtigem Boden waren wir schwer beeindruckt, obwohl es uns doch sehr surreal schien. Als wir den Bezirk wie auf dem Hinweg verließen, standen wir nämlich wieder inmitten der Einkaufsmeile mit Cafés, Modeshops und modernen Israelis.
Und noch mehr Fotos aus Jerusalem:










Anika Schmidt
Hey,
tolle Bilder, aber ich würde keine Bilder von der Klagemauer reinstellen! Das sollte man mit ein wenig mehr Respekt behandeln! Es gilt ja auch die Regel, dass man der Klagemauer nicht den Rücken zukehren sollte etc.
Liebe Grüße
Anika
pepee
Super schöne Fotos, vor allem die Zusammenstellung ist klasse.
Und der Bericht ist auch echt toll geschrieben!! Ich bin begeistert;)
karla
danke für den Bericht und die Fotos!!
ich erkenne in den Fotos von der Klagemauer aber keine Respektsverletzung. sie dokumentieren vielmehr, wie es dort zur Zeit aussieht. aber ich bin auch nicht von der Respektspolizei...
kyra zoe
schöne bilder,sehr spannend
ich hätte mir nur etwas mehr kritische auseinandersetzung mit den kulturellen unterschieden gewünscht
man kennt oder kann sich den lebensstil von new yorkern parisern und der sonstigen fashionmeute die man bei les mads häufig sieht, vorstellen
wenn ich mir dann aber hier die streetstyle bilder anschaue frage ich mich wie die abgebildeten leben und denken
villeicht ist das auch etwas naiv, aber die politischen und religiösen umstände und deren einfluss auf den lifestyle in jerusalem ist mir völlig unbekannt und ich hätte mich gefreut hier mehr drüber zu erfahren
aber gut villeicht ist das dann auch ein zu intensives thema für einen kurztrip
trozdem waren es im großen und ganzen wirklich nette berichte
Katja
Schöne Eindrücke und ich bin ein absoluter Fan von der Farbvielfalt, den Gewürzen und dem bunten Treiben dieser Stadt. Ich vertrete aber auch die Meinung von Anika und finde es ein wenig schade, dass Touristen so "unvorbereitet" dorthin gehen, trotz Tücher und Schals. Ich bin der Meinung, dass man sich trotz Hitze sich für diesen Besuch angemessen anziehen kann.
Nora
Ich finde den Beitrag sehr schön gemacht - eine umfassende Analyse der politischen und kulturellen Lage wäre ja auch etwas viel verlangt, letztendlich ist das hier nicht der Geo - oder Cicero-Blog.
Dass man der Klagemauer nicht den Rücken zudrehen sollte, wusste ich gar nicht! Ist es aber ansonsten tatsächlich so schlimm, ein Bild der Klagemauer zu zeigen? Es gibt ja schließlich auch eins auf der Seite der Bundesregierung. Oder geht es hier mehr um den Kontext (Modeblog)?
johanna
Nein, es ist nicht schlimm Bilder von der Kotel (klagemauer) zu zeigen.
Ich kenn selbst orthodoxe Juden, die ab und zu mal ein Foto der Kotel davon auf ihrem blog zeigen.
Ich fühl mich jedenfalls nicht in meinen religiösen Gefühlen verletzt. Ganz im Gegenteil :).
Beste Grüße!