Castro: Backstage und Show Winter 2010
Das Modelabel Castro ist auf dem deutschen Markt nur in wenigen Städten vertreten (z.B. in Köln, Stuttgart oder Münster), in Israel dagegen ist die Retailer-Marke die größte Kette des Landes und in etwa zu vergleichen mit H&M und Zara, auch wenn die beiden dagegen wie Giganten erscheinen. In der Heimat Tel Aviv geniesst Castro Sonderstatus und somit war ein Ticket zur Modenschau am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr das wohl begehrteste der Stadt - einzig die Uhrzeit erschien uns ungewöhnlich, man erklärte jedoch, dass die Journalisten lieber am Morgen arbeiten, um die Geschichten tagsüber fertig zu schreiben und abends die Freizeit zu genießen.
Es tummelte sich also eine modehungrige Meute im Hangar 11 im alten Hafen von Tel Aviv, während wir backstage die mehr als 70 Looks für Männer und Frauen betrachteten. Die Show "A Winter to remember" war ein Best-of der Looks für die Saison Herbst/Winter 2010, die schon jetzt oder in wenigen Wochen im Laden hängen. Damit bietet Castro "fast fashion" - ein Ansatz, den wir uns heute im Showroom noch einmal genauer erklären lassen wollen.
Generell setzt Castro auf den Mainstream-Geschmack, ohne daraus einen Hehl machen zu wollen. Moderne, einfache Schnitte, die möglichst den Nerv der Zeit, aber gleichzeitig auch den Geschmack der breiten Masse treffen. Daher machte die Denim-Linie einen grossen Teil der locker gehaltenen Show aus, persönliches Highlight waren aber vielmehr die blumigen Hippie-Looks mit langen Sommerkleidern, eine Schaffelljacke und auffällig viel Leder, das eine besondere Wirkung mit einem Karamelton erzielte. Kniestrümpfe und Jockey-Hüte wurden von dem Publikum mit ansteckendem Geklatsche im Takt der Musik honoriert, die perfekt gegen Müdigkeit war: Zu Beginn sorgten beispielsweise Hot Chip mit "I feel better" für die bestmögliche Aufmerksamkeit.
Backstage-Eindrücke bei Castro:
Insgesamt empfanden wir die Männerkollektion ziemlich stark. Viele Strickpullover und Norwegerstrickjacken wurden zu engen Chinos und hochgeschlossenen Hemden kombiniert.
Die Show:











Katja
Der Eindruck täuscht nicht, dass auch hier die 70er Jahre Inspirationsquelle war. Ich finde das Fabrkonzept sehr schön mit Naturtönen, bedingt durch das eingesetzte (Wild-)Leder und die Farbtupfer in den Blümchendrucken.