MBFWB: Patrick Mohr Sommer 2011
Obdachlose und Nacktschnecken auf dem Laufsteg waren Patrick Mohrs Schocker der letzten beiden Modewochen, womit er die Aufmerksamkeit seiner Liebhaber und Kritiker zu hundert Prozent auf sich ziehen konnte. Dementsprechend viel erwarteten wir heute von dem Münchener Designer, der sich für seine Sommerkollektion 2011 natürlich wieder ein besonderes Schmankerl ausgedacht hatte: Die Models bekamen Glatzen und angeklebte fusselige Bärte ins Gesicht, um jegliche Ästhetik zu verhindern. Im Januar war es noch Mohrs Anspielung auf Geschlechtslosigkeit, diesmal wurde zum Ende ein skelettähnliches Mädchen mit Silikonbrüsten neben dem schwarzen Albinomodel Shaun Ross lediglich in Boxershorts bekleidet über den Laufsteg geschickt.
Ich bin gespannt auf die ausformulierte Intention von Mohr, die stets skandalträchtig aber gleichzeitig durchdacht ist. Verzichtet hat er diesmal auf die völlig untragbaren Show-Pieces und dafür eine solide Kollektion abgeliefert, die sich um seine Jeans und Lagenlooks vorwiegend in Pastelltönen gepaart mit einem kräftigen Rot drehten. Lässt man einige knallige Sportswear-Entwürfe und lumpenartige Überwürfe für die Männer außer Acht, so wird endlich das Handwerk sichtbar, das Mohr unter Anderem bei Henrik Vibskov erlernte und eben auch beherrscht.
Die Bilder der Show:
Das Video vom Finale:





















judy
gute show, patrick mohr ist wirklich toll!
allerdings, nun, das erste modell ist einfach zu erschreckend dünn... das ist wirklich gruselig! diese figur ist sicher nicht geschminkt :-S
isabell
mir hat die show gut gefallen, sehr stimmige und harmonische zusammenstellung der farben. mal was andres als das immerwieder gesehene pastell-lachs, nude, schlamm, creme, bla bla, transparent seide zeug.
das mit dem magermodell am ende ist halt eine gelungene parodie auf die gesellschaft, nicht außer acht gelassen, dass auf einigen shows im ausland das bodymaß noch immer das ideal ist. geschlechter zu neutralisieren das war auch in diesem jahr wieder die intention, und wie ich finde wurde dies perfekt umgesetzt.
das ganze konzept von musikauswahl bis zum eindrucksvoll designten anfangsbild und den kunstvollen einladungen hat mich überzeugt, bin gespannt wie die aftershow party gleich sein wird..
Daniel
The Robots von Kraftwerk – Was das wohl zu bedeuten hat? ;)
lorena
absolut laessige und schoene kollektion, aber das model am ende ist grauenhaft.
und jaaaa klar, ist alles nur kunst, provokation blabla... im endeffekt geht es doch nur darum, dass ueber ihn geredet und er seine klamotten los wird. dafuer so ein offensichtlich krankes maedchen zur schau zu stellen ist geschmacklos.
Janine
Es zeugt nicht von moralischer Größe wenn man auf diese Art und Weise auf sich aufmerksam machen muss (zu Absatz 1).
Leider wird der Modefaktor bei deutschen Modeshows immer mehr subjektiv.
Patrick Mohr hat gezeigt daß er von Mode und Kunst keine Ahnung hat. Seine Kollektion ist ein Abklatsch von Industrieschnitten. Traurige Modewelt.
Tanya
@lorena : ich gehe schwer davon aus,dass sie nicht gezwungen wurde...
bin von der kollektion und ihrer darstellung total begeistert.gefällt mir.
judy
patrick mohr macht gute sachen, aufmerksamkeit soll er haben, gerne, bitte, viel.
aber, bitte ohne magermodels - dünn, schlank: JA
aber, abgehungert bis auf haut und knochen: NEIN
@tanya und, natürlich hat mohr das mädchen nicht gezwungen, so abzunehmen, und, er ist auch sicher nicht der einzige, der diese dame bucht - es ist nur schade, dass solche mädels immer und immer wieder gebucht werden...
joa, das magermodell ist das einzige, was ich an der ganzen show "auszusetzen" habe