von Lisa in Kategorie: Mode 22Kommentare

Kurioses bei den Männerschauen in Paris und Mailand

Mit steigendem Interesse verfolge ich seit einigen Jahren die Entwicklung der Männermode, lasse mich von ihrer Vielfalt inspirieren und erfreue mich an dem wachsenden Interesse der breiten Masse. Die Entsexualisierung der Mode ist gerade bei den Männerentwürfen omnipräsent, in den meisten Fällen jedoch weder unästhetisch noch uninteressant.

Doch ich muss schon schmunzeln, welches Männerbild uns die grossen Modehäuser in dieser Saison auferlegen wollen: Yves Saint Laurent verwundert mit taillenhoher Bundfaltenhose und hautengem Shirt, Comme des Garcons bietet voluminöse Röcke mit stilisiertem Totenkopfprint und Jean Paul Gaultier schockt mit einem glänzend bunten Sommeroutfit. Bei Gucci wundern wir uns neben der knappen Lederhose, der Kette und dem floral bedruckten Schal über das scheinbar aufgesetzte Toupe und die "cleane" Kombination aus Kleid und Radlerhose bei Raf Simons kann auch nicht wirklich überzeugen.

Wir bitten doch um ein bisschen mehr Männlichkeit in den Männerkollektionen!

Tags: comme des garcons, gucci, jean paul gaultier, mailand, männermode, paris, raf simons, ysl
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22 Kommentare

  • christina

    da haben sie sich aber nicht gerade viel arbeit angetan. bei den hoch geschnitten bundfalten und den hautengen t-shirts anscheinend nur die frauenkollektion adaptiert. ich kann mir nicht vorstellen, dass das den geschmack der massen treffen wird.

  • Sarah

    Röcke bei Männern? No way!

  • sebastian

    definiere bitte mal männlichkeit.

  • Florian


    Die Schauen haben selten was für die breite Masse parat.
    Finde die Kollektionen von YSL und Raf sehr gelungen.
    Es spricht halt ein sehr kleines Klientel an... das finde ich auch gut so!

  • felix

    ich finde die YSL- und Raf Simons- Kollektionen auch sehr gelungen. Und Röcke bei Männern können sehr gut aussehen, wenn sie richtig kombiniert sind und zum Typ passen.

  • fabio

    wie auch sebastian finde ich den letzten satz sehr merkwürdig. wer oder was gilt als "männlich" - bin ich es nicht, sobald ich z.b. enge kleidung trage?

  • Linda

    Es weiss doch wohl jeder was mit Männlichkeit in dem Zusammenhang gemeint ist, auch wenn Rollenbilder zunehmend hinterfragt werden und Männer heute Heels und Röcke tragen "dürfen; es muss doch nicht gleich wieder ein umgekehrtes Feministinnen-Gezeter der Männer entstehen, nur weil mehr Männlichkeit gefordert wird. Fakt für mich ist (einfach weil es sich über Jahrhunderte etabliert hat, und auch wenn es eigentlich unnatürlich ist) ein Mann in hocke Hacken und grösser geschneiderten Frauenklamotten ist nicht männlich im Sinne des althergebrachten Begriffs. Wer´s so tragen will, wen hat es ausser demjenigen zu kümmern?? So sollte man es halten.

  • felix

    das "weil es sich über Jahrhunderte etabliert hat" war etwas unqualifiziert...

  • julia

    @ linda

    ich hätte lisa auch nicht auf ihren verweis auf männlichkeit angesprochen, aber ich finde es wirklich gut, dass gerade die männer hier sich mit so einer aussage nicht begnügen. ich möchte dich nicht angreifen und keinen kleinkrieg mit dir anfangen, wie das hier schnell geschieht, aber ich denke, indem man kategorien wie männlich bzw. nicht-männlich verwendet (in disem kontext also vermeintlich angebracht oder nicht), spricht man einem menschen bereits ab, dass es nur ihn oder sie etwas angeht, was er/sie trägt.

  • Herbert Schmidt

    highwaist bei männern ist total super, leider aber total unterbewertet. und dazu enge oberteile, wenn man nicht so fett wie der durchschnittsdeutsche ist? why not? mir gefallen die kollektionen da oben teilweise sehr gut und ich bin froh, dass anscheinend auch andere hier genau so denken. "männlichkeit" - pah.

  • jack

    Interessant ist ja, dass das was aus "Frauenkollektionen adaptiert" ist ursprünglich Männerkleidung war, die irgendwann von Frauen übernommen wurde, um das konservative Erscheinungsbild der Frau zu revolutionieren. Alles altbekannte Zutaten also, mit denen nur ein wenig gespielt wird. Warum sorgt das für Entsetzen? Oder ist am Ende die Frau im Denken zu konservativ?

  • Julian

    In erster Linie kommt es doch darauf an, dass man sich in der eigenen Kleidung wohlfühlt. Wenn einem eine Kombination zusagt und der Überzeugung ist es repräsentiert das eigene "ich" spricht doch nichts dagegen diese auch zu tragen.

    Weniger überzeugend finde ich Entwürfe die versuchen Frauenkleidung auf Männer zu adaptieren - logischerweise überzeugt es das Gros der Männer nicht sich darin wohlfühlen zu wollen, da meist ja doch eine deutliche Unterscheidung der Geschlechter gewünscht wird.

  • Lisa

    @jack: das kommt mir auch gerade so vor ;)

    Ich finde es super, dass sich hier so viele Männer zu Wort melden. Toll und interessant so ein Feedback zu bekommen, auch wenn es kritisch ist. Ich finde das Männer durchaus Röcke, enge Hosen, knallige Farben und Bundfaltenhosen tragen können, ohne ihre "Männlichkeit" dafür aufzugeben. Ich fand bei den aufgezeigten Outfits (die Kollektionen im Gesamtbild haben mir durchaus gefallen) die Kombinationen und Prints unglücklich gewählt. Für meinen Geschmack sieht das zu "verkleidet" aus. Vor allem die Längenverhältnisse passen in meinen Augen einfach nicht zur "männlichen" Anatomie.

    Was bedeutet "Männlichkeit" für mich? Schwer zu sagen, ich habe selber während meines Studiums eine Männerkollektion designt und gefertigt und hab mich dort auch immer mit diesem Begriff herumgeärgert. Es gibt so viele verschiedene Typen, dass ich das gar nicht so pauschalisieren kann. Ich persönlich sehe meine Freund am liebsten in Sneakern, normal weiter Hose und Shirt. Vielleicht wäre in diesem Zusammenhang das Wort "Leichtigkeit" oder "Ernsthaftigkeit" besser gewählt gewesen, einfach in dem Sinne von "nicht so verkleidet"...

  • patrick

    i don't like:-( ohne erläuterung

  • mimi

    Ein bisschen Spaß muss sein! Aber schön ist das nicht. Kunst ist sicherlich wichtig in der Mode und ich finde es ist künstlerisch toll. Wer soll denn das kaufen?

  • Florian

    Sie sehen einfach absurd aus! Ein echter Mann würde ja nie solche tragen. was für eine Mode ist das? Entsetzlich

  • Jürgen

    Kurios? Pardon, aber ich dachte bislang, Mode lebt von der Veränderung? Dass das dann nicht mehr dem gewohnten Bild entspricht, erscheint mir logisch.

    Männlichkeit? Also ich weiß nicht, wie es anderen ergeht. Aber ich bin auch noch Mann, nachdem ich mich entkleidet habe. Meine Männlichkeit ist also nicht von der Kleidung abhängig. Ich bin auch im Rock noch genau der Mann wie vorher, wie halt auch meine Frau in Hosen noch genau die Frau ist wie vorher.

    Mut, so glaubte ich bislang, ist eine Eigenschaft die den Männern eher zugeschrieben wird? Aber wo bitte bleibt der Modemut der (deutschen) Männer?

  • Michael

    @Linda
    "es muss doch nicht gleich wieder ein umgekehrtes Feministinnen-Gezeter der Männer entstehen, nur weil mehr Männlichkeit gefordert wird."

    Hier muss ich leider sagen; Gleiches Recht für alle.

    Was passiert denn wenn ein Mann in der Öffentlichkeit verkündet er würde sich mehr Weiblichkeit wünschen? Und fordert das Frauen keine Hosen mehr tragen. Seine Begründung ist; weil es sich "über Jahrhunderte etabliert" hat das Frauen nur Röcke/Kleider tragen (zur Erinnerung, Frauen tragen Hosen erst seit ca. 50 Jahren. Die Hose war eine reine Erfindung für den Mann und durfte ausschließlich von Männern getragen werden)

    Was wäre deine Antwort wenn dein Freund/Mann zu dir sagen würde; Zieh keine Hosen mehr an, in dieser Männerkleidung bist du nicht Weiblich. ???

    Was hat das mit Gleichberechtigung oder Emanzipation zu tun wenn viele (nicht alle) Frauen mit einer Selbstverständlichkeit Hosen (von seiner Erfindung ein ausschließliches Männerkleidungsstück) tragen und gleichzeitig Männern das Recht verweigern Röcke zu tragen. Und das obwohl vor der Erfindung der Hose alle Rock oder Rock ähnliche Gewänder trugen und in vielen anderen Kulturen der Rock auch Heute noch Männerkleidung ist.?

    MFG Michael

  • Hansi

    Seit einigen Jahren findet man auf den Laufstegen Versuche zur "Entsexualisierung" der Männermode - hier mal ein Rock, da mal eine bunte Bluse, die Handtasche, hochhackige Schuhe, Makeup und sonstige Accessoires. Jedwede Bereicherung der faden Männermode kann ich nur begrüßen!
    Selbst ein Standard-Anzug im kräftigen Orange oder Halbschuhe in giftgrün wären schon toll! Und trotzdem finden sich in den Läden wieder die gleichen, alten, langweiligen Sachen- ganz gleich, was sich die Designer ausdenken.

    Aber warum sollten künftige Kreationen wieder mehr Männlichkleit zeigen?!
    Müssen wir nach dem Boyfriend-Look für die Frau jetzt den "echte, harte Kerle"-Look tragen, damit wieder klar ist, wer eigentlich "die Hosen" anhat? Oder wäre es nicht ebenso gerecht, auch den Männern das Crossover zu erlauben? Warum nicht den "Girlfriend-Look" für den Mann?

  • Claudia

    Ich finde es auch interessant wie sich Männermode entwickelt. Mein Mann hat schon eine beachtliche Sammlung von Schuhen in den Jahren gesammelt. Stellt man die alle nebeneinander sehen die aber alle gleich aus. Bei uns ist das anders.

    Versuche im Netz immer mal wieder Anregungen für meinen Mann zu finden, aber es gibt wenig gute Blogs oder so für Männermode.

    http://www.e-mancipate.net oder http://fsh-info.de oder http://www.nylon-style.de sind gute Adressen, falls sich jemand mal alternative Mode angucken will.

    Für mich passen Rock, Strumpfhose, Meggings (Leggings) oder auch Kleider auch an Männern ohne das die Männlichkeit verloren geht.

  • jochen

    Also ich trage das ganz sicher nicht. Wir sind hier doch nicht bei Bruno im Reallife. Ich finde es langsam wirklich grausam was an Männermöde rauskommt. Da braucht man sich nicht mehr wundern wieso immer mehr "trainingshosen" und "jogginganzüge" getragen werden. Von den Bilden oben gefällt mir nicht einziger Artikel :( Das Kleid in der Mitte ist dabei jawohl der Oberwitz

  • Ralf

    Hallo Ich finde Röcke Tragen nicht unbediengt un Männlich was hat Männlichkeit mit der Kleidung zu tun. Röcke sind ein fach Super Freiheit heißt, sich von anderen unterscheiden zu dürfen habe ich im Internet gefunden und wurde mein Lebensmoto

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